Norwegen 2010

Susanne Mai 2018

3 Wochen und 3.350 km mit dem Mini Cooper S bis nach Trondheim und zurück – 23. August bis 11. September 2010

Wie sind wir auf Norwegen gekommen? Ganz einfach, weil uns das Land von Reisenden empfohlen wurde. Und wo? Auf unserer ersten Reise nach Kanada ! Da sagte uns ein deutsches Pärchen, wenn es Euch in Kanada gefällt, dann werdet Ihr auch Norwegen lieben. Und sie hatten Recht !

Anreise mit dem Katamaran Hirtshals DK – Kristiansand, NO – Hirtshals DK

So haben wir Ende August unseren Mini vollgeladen und uns auf den Weg bis zur Spitze Dänemarks nach Hirtshals gemacht, um von hier mit einem Katamaran nach Kristiansand, Norwegen zu fahren. Die Überfahrt dauert nur ca. 2,5 Stunden und somit kann man bequem Vormittags durch Dänemark fahren, frühen Nachmittag die Fähre nehmen und hat noch Zeit in Kristiansand zum Einchecken im Hotel. Das Ticket für 2 Personen mit Auto kostet so um die 100,00 €, ist also durchaus erschwinglich.

Übernachtungen auf Campingplätzen

In Kristiansand hatte ich das Budget Hotel schon vorgebucht – und es war mit Abstand die schlechteste Unterkunft der ganzen Reise. Irgendwie habe ich dafür ein Händchen, die erste Nacht zu versauen ….

Der Ort ist aber sehr süß und es lohnt sich mal hindurch zu schlendern.

Ab hier wurde es sowohl landschaftlich wie auch übernachtungstechnisch nur besser. Wir hatten uns ja vorgenommen in Hütten auf Campingplätzen zu übernachten. Auch gar kein Thema, aber dazu zwei wichtige Tips:

  1. Bettwäsche mitnehmen! Es gibt Decken und Kissen aber keine Bezüge und das Leihen kostet schnell mal 20€. Wir haben uns deshalb nach der 3. Nacht Bettwäsche gekauft…
  2. Nach Hütten mit Bad fragen ! Ansonsten bekommt man eine Hütte mit Doppelstockbetten ohne Bad für 50,00 €. Fragt man nach einem Bad bekommt man eine Hütte mit mindestens 2 Schlafzimmern, Küche und Bad für 75 €.

Campingplätze gibt es genug in Norwegen, auch wenn tatsächlich schon manche verwaist waren und kein permanentes Personal vor Ort war. Aber auf allen Plätzen, auf denen wir waren hing in diesem Fall ein Telefon, mit dem man den Vermieter unproblematisch erreichen konnte und dann auch unproblematisch eine Hütte bekommen hat. Entweder kam kurz darauf jemand vorbei oder einem wurde gesagt wo man den Schlüssel findet.

Klima

Wir hatten von T-Shirt-Wetter im Süden bis Frost auf der Hochebene und Regen eigentlich alles an Wetter. Generell hat es aber schon deutlich mehr geregnet, als wir das zu dieser Jahreszeit erwartet hätten. Aber wie so vieles im Urlaub irgendwie nicht so schlimm ist wie zu Hause, gehört für uns auch das Wetter dazu und wir können uns irgendwie immer damit anfreunden. 

Wie schon oben bei den Campingplätzen geschrieben, ist aber zu dieser Jahreszeit schon deutlich Nachsaison. Man muss damit rechnen, dass das ein oder andere Restaurant geschlossen hat oder die ein oder Tour schon nicht mehr angeboten wird. So ging es uns zum Beispiel mit der Elchsafari, die wir gerne gemacht hätten.

Die Route und ihre Highlights

Das die Mischung aus Bergen und Meer genial ist, darüber kann man glaube ich nicht streiten. Wir waren von der Natur auf jeden Fall begeistert und haben uns schon nach wenigen Tagen gefragt, warum wir bisher noch nicht in Norwegen waren.

Wir sind mit dem ein oder anderen Abstecher nach links und rechts die E39 die Westküste hoch bis Trondheim gefahren und zurück im Landesinneren die E6 bis Vagamo und dann auf der 51 und der 7 wieder Richtung Westküste. Natürlich haben wir auch die „Hot Spots“ auf unserer Route besucht, wie wir es eigentlich immer machen beim ersten Besuch eines Landes. Und wir waren von diesen auch absolut beeindruckt.

Kap Lindesnes

Das Südkap Norwegens und wie der Name sagt, der südlichste Punkt. Von hier sind es rund 2500 km bis zum Nordkap. Der Parkplatz, von dem aus man zum ältesten Leuchtturms Norwegens kommt, ist gleichzeitig auch ein Stellplatz für Wohnmobile. Hat uns vor 8 Jahren noch nicht interessiert, könnte beim nächsten Besuch mit dem Floh schon ganz anders aussehen. Es gibt ein kleines Museum, für das man Eintritt zahlen muss, der Besuch des Leuchtturmes war damals noch kostenfrei. Von dort oben hat man eine tollte Aussicht auf die felsige Küstenregion.

Kloster Utstein

Natürlich darf die Kultur auch nicht zu kurz kommen und so entscheiden wir uns, auch aufgrund des regnerischen Wetters, dieses ehemalige Augustinerkloster zu besuchen. Immerhin die am besten erhaltene, mittelalterliche Klosteranlage des Landes – es gibt doch immer einen Superlatitv 🙂 Lohnt auf jeden Fall einen kleinen Abstecher – obwohl das beste der kostenlose Kaffee im Innenhof war…

Haraldshaugen

Mit dem Wissen, dass es sich bei Haraldshaugen um das einzige norwegische Nationaldenkmal handelt, waren wir dann eher ernüchtert. Ein Obelisk auf einem Hügel – nicht so spannend, 3 riesige, im Boden steckende Schwerter – schon spannender. Möglicherweise ist es bei schönem Wetter ein schöner Ort zum Spazieren, bei schlechtem Wetter wie wir es hatten, ist es jedoch keinen Umweg wert. Nur für Geschichtsinteressierte vielleicht ein Highlight.

Lyse Kloster

Jetzt waren wir schon mal im Thema, also auf zum nächsten Kloster. Wenn Utstein in seiner Kategorie zu den am besten erhaltenen Anlagen zählt, muss Lyse in seiner Kategorie zu den am schlechtesten erhaltenen zählen. Wir haben es kaum gefunden! Muss man aber auch dazu sagen, dass unser Reiseführer nicht erwähnt hat, dass es sich dabei nur um Ruinen handelt…

Sognefjord

Mit 204 km Länge und einer Tiefe von 1308 m der längste und tiefste Fjord Europas. Der längste und tiefste Fjord der Welt in Grönland ist zwar 150km länger, aber nur 140m tiefer. Damit ist der Fjord an sich schon ein Highlight, an seinen Ufern liegen aber noch weitere Perlen Norwegens.

Bergen

Es hat während unseres 3-wöchigen Urlaubes ja sowieso häufig geregnet, so auch in Bergen. Aber hier ist das „part of the adventure“, denn Bergen zählt zu den regenreichsten Städten in Norwegen, zumindest gemäß meiner Erinnerung. Muss auch was dran sein, denn in keiner anderen Stadt der Welt habe ich bis dahin und seitdem Schuhläden gesehen, die nur Gummistiefel verkaufen !

Die eigentlich Attraktion ist aber nicht der Regen, sondern das Viertel Bryggen mit seinen bunten Holzhäuser an der alten Landungsbrücke, die einst ein Stützpunkt der mächtigen Hanse war. Muss man einfach mal gesehen haben und das Foto von Bryggen ist nicht umsonst auf dem Einband unseres Fotobuches gelandet.

Trollafossen bei Voss

Für uns erwähnenswert, weil echt hoch, etwas über 100 m und auch sehr breit und stufenförmig, so dass viele Touristen sogar auf und in ihm rumgekrabbelt sind.

Stabskirche Undredal

So hoch und breit der Trollafossen ist, so klein und schmal ist diese Kirche. Sie hat nur 40 Sitze und ist echt winzig….

Die Flåmsbahn

Die spektakuläre Flåmsbahn fährt in ca. 1 Stunde von der Ortschaft Flåm 20 km in die Berge bis zur Station Myrdal.

Auf der Strecke überwindet sie einen Höhenunterschied von ca. 860 m und eine maximale Steigung von 55%. Damit zählt sie zu den zu den steilsten normalspurigen Adhäsionsbahnen der Welt.

So, genug Wissen aus der Welt des Internets, nun zu unseren persönlichen Eindrücken. Während der Fahrt in dem historischen Zug, noch ausgestattet mit Holzsitzen, hat man eine atemberaubende Aussicht auf die majestätische Berglandschaft mit ihren schneebedeckten Gipfeln und beeindruckenden Wasserfällen. An besonders spektakulären Aussichtspunkten, wie dem Wasserfall Kjosfossen, hält der Zug kurz an. Hier gibt es dann auch das einzig Befremdliche auf der Fahrt zu bestaunen. In der Sommerzeit hat man an diesem Wasserfall die Möglichkeit auszusteigen und den „Feen“ beim Tanz zuzusehen. Heißt, Frauen in wallenden Gewändern bewegen sich zu sphärische Musik vom Band. Eine nette Idee, aber auch irgendwie skurril.

Wir haben uns entschieden, die ca. 17 km von Myrdal zurück nach Flam zu laufen. Den Weg kann man nicht verfehlen und unterwegs gibt es – wie in ganz Norwegen – jede Menge Fotomotive. Am meisten beeindruckt, sowohl visuell als auch olfaktorisch hat uns aber die Wanderung durch eine auf dem Weg lagernde Ziegenherde, die zu einer nahe gelegenen Ziegenfarm gehörte, die dort Käse hergestellt hat. Unglaublich wie die Tiere riechen ☺

Flåm

Wir haben hier in der Jugendherberge gewohnt  – und das war für lange Zeit das letzte Mal. Über uns haben Spanier gewohnt, die die ganze Nacht Möbel gerückt haben oder was auch immer im Zimmer veranstaltet haben. Die Mädels nebenan haben die halbe Nacht gequatscht. Alles nicht wirklich schlimm, aber wir sind zu alt dafür ☺ Dann lieber B&B oder gleich eine eigene Hütte!

Jostedalsbreen National Park

Hier lohnt sich auf jeden Fall der Ausflug zum gleichnamigen Gletscher, der der größte Norwegens ist. Wir haben lange gebraucht, um ein einigermaßen gutes Foto zu bekommen, da es sehr bewölkt an dem Tag war, aber das Warten hat sich gelohnt. Schön ist, dass man hier bis an den Gletschersee gehen und mit den Eisbrocken spielen kann :-).

Bridalsbreen Gletscher

Auch schön, aber nicht so beeindrucken wie der Jostedalsbreen, weil hier die Gletscherzunge leider schon nicht mehr an den Gletschersee reicht.

Strynefjellet

Einfach eine landschaftlich tolle Straße auf der Hochebene.

Dalsnibba kurz vorm Geiranger Fjord

Von dem Aussichtspunkt Dalsnibba hat man eine wundervolle Aussicht auf den Fjord und die umgebenden Berge. Die kurvige, enge Anfahrt, auf der einem aber auch noch Reisebusse entgegen kommen, sollten einen nicht abschrecken hier hoch zu fahren. Ob wir uns das mit dem Floh trauen würden ? Ich bin mir da nicht so sicher….

Der Geiranger Fjord ist natürlich ein must-see, einfach weil er so berühmt ist und deshalb auch regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angefahren wird. Wir hatten eine Hütte auf dem oberhalb des Ortes liegenden Campingplatz mit einem grandiosen Blick von unserer Haustür auf den Fjord. Hier mit einem Glas Wein zu sitzen und auf den Fjord zu gucken ist sehr nett. Ansonsten gibt es in dem Ort nicht wirklich was zu sehen oder wir haben es nicht gefunden ☺

Wanderung Storseter Fossen

Eine süße kleine Wanderung von ca, 2km  One-Way zu einem schönen Wasserfall, der dadurch besticht, das man hinter ihn entlang gehen kann.

Trollstiegen

Natürlich auch ein “Muss”, von oben zuzuschauen, wie sich Reisebusse und Wohnmobile die Serpentinen hinauf- oder hinunter quälen. Unser Mini lacht da natürlich drüber und wir wären hier gerne noch etwas schneller unterwegs gewesen….

Atlantikstraße

Die ca. 8km lange Straße, die über insgesamt 8 Brücken viele kleine Inselns miteinander verbindet und quasi im Meer lang läuft, soll zu den schönsten Autostrecken der Welt gehören. Das kann gut sein, können wir leider nicht beurteilen. Hier hatten wir nur Regen und haben kaum die Straße gesehen, geschweige denn die uns umgebende Natur. Ein Grund nochmals wiederzukommen.

Dovrefjell

Für mich mit die schönste Gegend Norwegens, zumindest von den Gebieten, in denen wir waren.  Mag auch daran liegen, dass wir ein abartig großes Haus hier hatten und auch unseren ersten und einzigen norwegischen Elch gesehen haben. Dafür mussten wir zwar um 4.40 Uhr aufstehen, aber es hat sich immerhin gelohnt.

In dieser Gegend soll man gut wandern können. Wir haben das auch versucht, aber wir sind da etwas verwöhnt, was Wanderwege angeht. Die gibt es in Norwegen eher nur rudimentär. Man kann überall lang gehen, aber man brauch definitiv gut, wasserdicht Schuhe, besser knöchelhoch, da die Wege nur grob in eine Richtung weisen, aber nicht ausgebaut sind, wie wir das zum Beispiel von Kanada kannten.

Vagamo Stabskirche

Auch wenn es nicht mehr die ursprüngliche Kirche auch dem 11. Jahrhundert ist, sondern nur der Nachbau aus dem 16. sehr nett anzusehen. Und bitte auf dem gesamten Gelände nicht rauchen…

Ridderspranget – der Rittersprung

Der Sage nach soll im 14. Jahrhundert ein Ritter auf der Flucht mit seiner Geliebten samt Ross diese 8m tiefe Schlucht übersprungen haben. Wir fanden es einfach schön, dem laut schäumenden Fluss zu lauschen und auf den flechtenbewachsenen Felsen zu sitzen und einfach den Gedanken freien Lauf zu lassen.

Preikestolen – der Priesterstuhl

Ich glaube diese Felskanzel, die 600m über den Lysefjord ragt ist auch vielen ein Begriff, die noch nicht in Norwegen waren. Wir sind überzeugt, dass in Deutschland das Begehen dieser Felsplattform ohne Geländer oder sonstige Absicherung verboten wäre. Wir hatten tolles Wetter beim 4 km langen Aufstieg auf dem 500 Höhenmeter zu überwinden sind. Teilweise ist es schon ein ziemliche Gekraxel und man sollte einigermaßen fit sein und vernünftige Schuhe an haben.

Als wir auf der Plattform ankamen hat es jedoch dermaßen durch den Fjord geweht, dass wir unsere Brillen festhalten mussten und kaum einen Schritt vor den anderen machen konnten. Wir haben uns deshalb nicht auf den ungeschützten Felsvorsprung gewagt, aber der grandiosen Aussicht von da oben tat das keinen Abbruch.

Einige der von uns besuchten Campingplätze und B&B’s mit Verlinkung soweit möglich

Steinsnes Camping, Egesund

Haugesund Camping

Naf Kro, Norheimsund

Jugendherberge Flam

Kjornes Camping, Sogneford

Haus am See, Olden

Hole Hyttenleige, Geiranger

Andalsnes Camping

Kyrksaeter

Granmo Camping, Oppdal 

Haus bei Dombas

Blockhaus am See Nähe Geilo

Aros bei Kristiansand