Tag 4: Tarangire National Park

11. Juli – Tarangire National Park

7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt so hiess es von Steven unserem Fahrer beim Abendessen, und wir Gäste waren auch fertig. Bis dann alles verstaut war und wir los sind, war es dann doch schon kurz vor 9.

In Arusha musste dann noch der Hänger mit den Campingsachen geholt, noch weitere Küchenutensilien verstaut werden und wir mussten uns noch mit Wasser und Bier für die nächsten Tage versorgen so dass wir erst gegen 11 h wieder aus dem Ort raus waren. Auch hier ist die Devise, “pole pole”, “langsam, langsam”.

Wie schon eingangs beschrieben, würden wir beim nächsten Mal nur ein Unternehmen buchen, welches zusätzliche Versorgungsfahrzeuge mit schickt, damit man mehr Zeit in den Parks als mit Warten auf das Be- und Entladen des Fahrzeuges verbringt.

Kurz hinter Arusha ist nichts mehr von dem üppigen Grün zu sehen, und wir fahren durch weitestgehend vertrocknetes Grassland durch welches die Massai ihre riesigen Kuh und Ziegenherden treiben. Kurz halten wir an einem Markt, auf dem unser Koch noch die letzten Teile fürs Dinner kaufen muss und unser Jeep gleich von Horden von Leuten umlagert wird, die Schnitzereien, Schmuck oder T-Shirts verkaufen wollen.

Man merkt nicht nur an der Vegetation, sondern auch an den Temperaturen, dass wir nicht mehr in den Bergen sind, und es wird bei zwar bewölktem Himmel immer wärmer im Auto.

Ich habe die Fahrzeit genutzt “ins Buch” zu schreiben, die anderen haben gelesen, Fotos sortiert oder einfach aus dem Fenster gesehen.

So gegen 13 Uhr waren wir dann endlich an unserem Campingplatz für die Nacht, der Zion Campside. Hier wurde erst mal der Hänger abgehängt und es war mal wieder Lunchzeit und Zeit, sich einzucremen, denn mittlerweile hatte der Himmel aufgerissen und die Sonne war raus. Dann hiess es wieder warten, bis es endlich los ging und noch mal warten am Gate des Parks bis wir und der Wagen ordentlich registriert waren.

Hakuna Matata und pole pole –  man muss schon etwas Zeit und vor allem Geduld mitbringen wenn man in Afrika unterwegs ist.

Als es dann aber endlich gegen 14 Uhr los ging, ging es auch los! Gleich kurz hinterm Eingang gab es die ersten Gnus zu sehn, die auch hier wie wir es schon aus dem Krüger kannten gerne mit Zebras zusammen stehen. Überhaupt sieht dieser Park dem Krüger Park auch landschaftlich sehr ähnlich. Trockene Grasflächen, unterbrochen von Baobab Bäumen und noch leicht grünem Buschwerk.

 Für Krissie gab es auch bald die erste Gruppe Elefanten sogar mit Jungtieren zu sehen. Gefolgt von Büffeln, Straußen, den ersten Impalas, unterschiedlichen Böcken und Pavianen.

Der absolute Höhepunkt  des Tages, wahrscheinlich sogar der ganzen Reise kam dann ziemlich unverhofft. Wie wir es schon in Südafrika gelernt haben, hält man im Nationalpark an, wenn man andere Wagen stehen und spähen sieht. Je mehr Autos, um so “wichtiger” das Tier!

Hier standen plötzlich sehr viele Autos auf der Straße am Fluss mit Blick auf eine kleine Anhöhe. Wir wussten zwar nicht, was es zu sehen geben sollte, aber wir haben angestrengt Ausschau gehalten. Irgendwann haben wir dann zwei Impalas gesehen und dann plötzlich auch eine Löwin, die sich aus dem Gebüsch erhoben hatte und mit deutlicher Jagdabsicht voran gepirscht ist.

Die Impalas wollten eigentlich am Fluss trinken, haben aber nach einiger Zeit irgendwie die Witterung der Löwin aufgenommen, und dann hat auch noch ein vorwitziger Vogel lautstark seine Kreise über der Löwin gezogen und damit die Impalas endgültig verscheucht. Damit dachten wir ist der Jagdversuch der Löwin definitiv beendet und Stephan hat sich schon mit den Worten ” ist das laaaaaangweilig” gesetzt.

In dem Moment haben sich eine Gruppe Gnus und Zebras oben vom Hügel gelöst und vorsichtig in Richtung Fluss aufgemacht und die Löwin hat erneut Witterung aufgenommen. Jetzt sind alle im Auto doch wieder aufgesprungen und genau so plötzlich hat die Löwin ihre Deckung verlassen und ist in die mittlerweile am Fluss trinkende Gruppe von Zebras und Gnus gestürmt und hat für uns ziemlich ziellos scheinend einige Tiere auf die andere Flussseite gejagt.

Auf den Fotos haben wir hinterher gesehen, dass sie anscheinend die ganze Zeit ein Gnu im Visier hatte, welches sie auch tatsächlich vor unserer aller Augen auf einer Lichtung im Gras erlegt hat!!!

Im Nachhinein ist es eigentlich unglaublich, dass das Tier sich von den ca. 20 Fahrzeugen nicht hat irritieren lassen und wir alle diese Szene so unglaublich gut sehen konnten.

Einfach ein unbeschreibliches Erlebnis!!!!!! Wir sind noch zu einem Picknickplatz oberhalb der Jagdszene gefahren,um die Löwin beim Fressen zu sehen, aber obwohl wir wussten, wo die Löwin das Gnu erlegt hat und in welche Richtung sie es ins hohe Gras gezogen hat, war es weder uns noch Steven noch den Guides der anderen Gruppen möglich, auszumachen wohin die Löwin sich mit ihrer Beute verzogen hat. Da merkt man noch mal wie viel Glück man hat, wenn man überhaupt Tiere zu sehen bekommt…..

Das Erlebnis konnte dann auch nicht mehr getoppt werden, obwohl wir im Laufe der nächsten 1,5 Stunden noch viele weitere Elefanten, Giraffen, Zebras, Affen und andere Tiere gesehen haben. Wir waren uns aber alle einig, dass wir viel zu wenig Zeit für diesen Park hatten und alle gerne noch länger geblieben wären. Obwohl der Arusha Park sehr schön war und vor allem sehr grün, würden wir alle den beim nächsten Mal auslassen und dafür mehr Zeit im Tarangire zu verbringen.

 Christina und Andre haben in einer Lodge im Park geschlafen, in der auch “little Steven” schlafen wollte, um die beiden nach dem Frühstück am nächsten Tag einfacher wieder zu unserer Campside bringen zu können. Leider hatten wir, nachdem wir die beiden abgesetzt haben nur noch ca. 4 Minuten, um bis 18 Uhr aus dem Park raus zu fahren und Steven dann 30 Minuten, um wieder zurück an der Lodge zu sein, so lange wollten die Jungs am Gate auf ihn warten.

Dementsprechend hat er Gas gegeben. Auf Strassen, die entweder voll steinig sind oder wie ein Waschbrett aussehen keine gute Idee! Plötzlich ein Ruck, ein Absacken des Autos und auf der rechten Seite des Autos und uns überholt unser rechtes Hinterrad !

Steven hat sich erst mal nicht bewegt, wir auch nicht, alle waren geschockt….Dann kam Bewegung in die Gruppe und wir sind alle raus und die ersten Massai kamen auch schon von rechts und links, um sich das Spektakel anzugucken. Steven hat ziemlich ungläubig geguckt, aber dann hieß es gleich “no problem” und schon hatte er das Handy am Ohr und nach ca. 10 Minuten hielt ein Auto von Leopard Tours mit nur 2 Fahrgästen und hat uns 4 samt Gepäck eingesammelt und uns zu unserem Campingplatz gebracht.

Damit war für uns das dramatische Ereignis eigentlich auch schon vorbei, aber für Steven ging es noch bis ca. 22.30h, denn dann war ein Auto aus dem 2 Stunden entfernten Arusha da mit einem Fahrer und 2 Mechanikern samt Ersatzteilen an Bord und unser Auto wurde über Nacht repariert. Wenn es ein Problem gibt, wird dies erstaunlich schnell und unkompliziert gelöst wie es aussieht.

Auf Madleine, Christian, Stephan und mich hat George auf dem Campingplatz schon mit Kaffee, Tee und salzigem Popcorn gewartet. Hammer lecker!

Leider ist mir das Gerüttel und die Sonne nicht so gut bekommen und ich bin schon um 20 Uhr nach einer schnellen kalten Dusche mit tierischen Kopfschmerzen und Magengrummeln im Zelt verschwunden. So habe ich leider Butternuss- Kürbis – Suppe und Nudeln mit Gemüse verpasst und das wo George sogar für 7 Leute gekocht hat…..

Zum Glück hab ich beim Aufwachen gegen 10 schon gemerkt, dass es mir deutlich besser ging und ich bin erst mal raus aus dem Zelt, um zu gucken, was die anderen machen. Von unserer Gruppe war nur noch Stephan auf und hat von dem Massai, der für die Bewachung unseres Platzes zuständig war, einen kleinen Sprachkurs in Suaheli bekommen…