Aus der Sicht eines Mannes

Freitag 11.12 – Good Morning Vietnam / Hanoi City

Es ist 10:30 – der erste Kaffee in Hanoi. Er weckt Tote. Das muss er auch. Nach unserer Zeit ist es 4:30. Nach 33 Stunden von Tür zu Tür Reisezeit gestern fühle ich noch den jet lag genau. Das UP Band berichtet knapp 20.000 Schritte in Hong Kong. Gestern Abend noch schnell 2 Hanoi Biere getrunken und paniertes Hühner-Irgendwas – vornehmlich Knochen – probiert. Bisschen komisch aber lecker. Hanoi ist Trubel pur. Fantastillionen von Scootern, Hupen, Menschen, Autos – alles durcheinander. Ich hab ja viel gehört und gelesen aber nichts beschreibt das hier. Absolutes Highlight gestern war jedoch die Ratte die mir beim ersten Bier aus der Zwischendecke vor die Füße fiel. Das Hotel “Tu Linh Palace 2” ist durchaus ok – geschlafen wie tot. Wobei “Palace” schon etwas hoch gegriffen wirkt. Susi checkt schon mal die Umgebung und ist mit der Kamera los.
Der zweite und dritte Kaffee – warte darauf das meine Augen aufgehen und betrachte das bunte Strassentreiben. Es gibt NICHTS das nicht auf einem Fahrrad oder Scooter transportiert werden könnte: Fernseher. Blumen, Eier, jegliche Art von Gemüse, leere Pappkartons, eine Gartenbank, Kühlschrank. Warte drauf das einer eine Kuh dabei hat – das wäre neu. Alles andere hat man inzwischen gesehen.. Mal sehen was der Tag heute bringt. Nach dem dritten Kaffee ist Susi auch wieder da. Ich bin langsam fit. Auf gehts zur Hanoi-City-Tour.
Den Tag über durch Hanoi spaziert. Die ersten Food-Stands ausprobiert und zwischendurch immer mal wieder ein “Bia Hoi” (5-10k) reingehauen. Nichts enttäuschendes dabei – alles lecker, wenn auch teilweise unidentifizierbar. Abends dann das Wasserpuppen-Theater angeschaut (100k/Person) . Der Abstand der Sitzreihen da drin resultierte bei meinen 1,92m in einem total eingeschlafenem Bein und passt eigentlich nur für kleinere asiatische Leute.
Es ist Freitag Abend und an vielen Ecken wird irgendwas performed. Teenies tanzen, Frauen singen. Jedoch ist heut wesentlich weniger los als gestern Abend. Essen gab’s im “New Day”. Ein Set-Menu (Suppe, Frühlingsrollen, Pork in Süß-Saurer Soße und Yoghurt-Nachtisch (110k). Sehr lecker. Wifi ist eher mau – fühlt sich an als wenn die bits ab dem Access-Point über ‘nen nassen Schnürsenkel ins Internet übertragen werden. Warte das UP Daten bekommt um die heutige Schrittzahl zu erfahren. Heutige Schrittanzahl: 7300 – gefühlt jedoch viel mehr – kann aber auch am Bier liegen. Morgen früh um 8:00 kommt der Fahrer der uns auf das 5-Sterne Schiff in der Halong Bay bringt. Bin sehr gespannt und hoffe das da etwas weniger Scooter und Trubel anzutreffen ist. Hanoi ist schon sehr touristisch – ständig versucht einem jemand (relativ aufdringlich) etwas zu verkaufen (Zippos, Geldbörden, Luftballons, Obst und frittierte Dinge aller Art). Alles brutal überteuert und es wird vehement versucht einen abzuziehen. Natürlich bin ich auch drauf reingefallen und hab sowas wie Schmalzgebäck (5 x in Kugelform und 2 x am Stiel) für gnadenlos billige 50k erstanden. Das war ohne Frage viel zu viel wenn man bedenkt das unser 3Gang Menü plus Nachtisch lediglich 110k kostete. Naja, die 2,50€ tun mir nicht weh und die Frau freut sich das sie wieder einen doofen Touristen getroffen hat. Ach ja und mit dem Fototrick haben sie uns auch bekommen. 25k für Stange mit Obsttellern vorn und hinten halten und Reisbauern-Hut tragen. Noch ein Euro der uns auch nicht weh tut. Immerhin gab’s Bananen dazu – die hätte es aber im Hotel umsonst gehabt 😀 Die Ananas hat sie uns wieder weggenommen da wir auf das “not enough! Not enough!” nicht reagiert haben. Die 25k hat sie letztendlich dann aber doch haben wollen. Hanoi.. Tja.. Lustig wars..

Samstag 12.12. – Jet Lag Party Nachwehen und Luxus-Van

Nachdem wir gestern Abend das erste Mal zu Bett gegangen sind und an schlafen nicht zu denken war (wie auch – es war ca. 16:30 nach der Zeit zu Hause) bin ich noch mal runter in den Hoteleingang um eine zu rauchen. Dabei hab ich Sam aus Essex/GB mit seiner Freundin getroffen. Die beiden haben ihre Jobs gekündigt und sin nun inzwischen seit 3 Monaten hier in Vietnam unterwegs. Da gab’s dann noch Bier und einen netten Talk bis um 2:00 lokaler Zeit. Dann war schlafen drin bis der Wecker um 6:30 klingelte. Ein weiterer Morgen an dem ich dringend Kaffee brauche. Um 7:20 kam der Luxus-Van der uns abholte. Bisschen gehetzt haben die Guides uns schon. Nun holen wir noch 4 weitere Leute (aus wesentlich teureren Hotels) ab. Derzeit stehen wir vor dem ersten Hotel und warten auf die ersten 2 die nun auch angekommen sind. Die waren langsamer als wir – riechen aber besser. Wie sich später noch zeigen wird werden die 2 unsere Buddys für den Schiffstrip. Das Pärchen kommt aus London. Auf gehts – noch 2 dann sind wir unterwegs. Aus den angekündigten zwei Personen wurde eine – eine Inderin aus Dubai – wir sind komplett. Vor uns liegen 180km bis in die Halong Bay. Es wird so ca. 3-4 Stunden dauern. Beim zwischenstopp – eine Behindertenwerkstatt – war der Fahrer nicht davon zu überzeugen das ich doch einen gewissen Grad an Erziehung genossen habe und lies es sich nicht nehmen mich drei mal darauf hinzuweisen das ich meine Füße nicht auf den tollen Ledersitz mir gegenüber stellen soll. Ich hab ja keine Ahnung wie er darauf kommt – würde ich ja nie machen. Irgendwie ist er der bislang “muffeligste” Typ den wir bis jetzt getroffen haben.
Die Fahrt dauert noch an. Lustige Überhol-Manöver inkl.
Wir sind in Halong. Der Hafen wirkt wie eine einzige Baustelle. Hübsch geht anders. Die Fahrt hat 4 Stunden gedauert und totz komfortabler Ledersitze ist der Hintern schon müde. Wir besteigen nach 30 Minuten in der Bar die “Dragon Legend 2” – unser schwimmendes Zuhause bis morgen Mittag.

Sonntag 13.12. – Der Transit-Kleinbus

Zurück in Ha-Long. Der Trip auf dem Schiff “Dragon Legend 2” war ziemlich cool.
Wie war das Wetter?
Das Wetter zeigte sich von der “mystischen” Seite, d.h., kein “Blue Sky” und dunstig. Durch den Dunst werden die einzelnen Felsen in der Entfernung jedoch stärker von den näher stehenden Felsen getrennt so das es schöne “Layer” an Felsen im Wasser hatte. Ich hoffe die Kamera ist mit der extremen Lichtsituation klargekommen und es ist das eine oder andere coole Bild entstanden. Genug gemacht hab ich wie immer 😀
Wie war das Essen? Gefühlt gab es ständig was zu essen. Lunch und Dinner bestanden aus je X-Gang-Menüs. Und alles ausgesprochen gut. Die Kabine inkl. Whirlpool und mal richtig groß. Größer als so manches Hotelzimmer das ich in Deutschland hatte. Auf dem Riesenbett standen für jeden 2 Kopfkissen mit unterschiedlichem Härtegrad zur Verfügung. Diese Nacht super 8 Stunden geschlafen – hoffe der Jet-Lag ist damit durchgestanden. Eine einstündige Kajaktour haben wir zwischendurch auch gemacht – teilweise sogar gradeaus – und sind entgegen meiner Erwartung auch nicht gekentert. Die Landschaft in der Bai-Tu-Long Bucht ist absolut atemberaubend. Und gegenüber der Ha-Long Bucht von wesentlich weniger Schiffen befahren. Gefühlt waren wir dort allein mit unserem Schiff und einigen kleineren Fischerbooten unterwegs. Der Trip ist zwar nicht billig lohnt sich aber in jedem Fall. Jetzt sitzen wir wieder im Kleinbus (ganz allein zu zweit) und werden nach “Ninh-Binh” gefahren – 5 Stunden wird es dauern. Zumindest verfügt der Bus über “Free Wifi”. Ich vermute das es eine ruhige Fahrt wird – der Fahrer spricht kaum englisch. So kann ich die Zeit zum emails checken und schreiben verwenden. Seit wir vom Schiff gekommen sind brennt die Sonne vom Himmel und es wird immer wärmer. Überraschenderweise hat der Fahrer das komplett richtige Hotel angefahren. Ich hatte ein falsches bei Google Maps gefunden. Nach 5 Stunden endet die Fahrt in “Ninh-Binh Tam Coc” – etwas außerhalb vom eigentlichen Stadtzentrum Ninh-Binh. Der Empfang im Hotel war der reinste Knaller – wir wurden mit Freundlichkeit überschüttet und der Ingwer-Tee zur Begrüßung war sehr willkommen. Zimmer beziehen und los an den See. Rundherum sind Reisfelder und Seen und kleine Flüsschen. Schön – ach ja – Moskitos – nicht so schön. Die ersten 4 Stiche abgeholt und nach der Fress- und Sitzorgie der letzten Tage entscheiden wir uns nur ein Bier zu trinken. Es gibt ein “Bia Saigon” im Long Hotel – unser erstes “Bia Saigon” – durchaus sehr geniessbar. Es gibt wifi und wir checken TripAdvisor wo wir denn essen sollten – immer eine gute Idee. TA sagt “Duc Linh” wäre eine gute Wahl. Wir suchen das Restaurant – soll nur 85m entfernt sein und: finden es nicht. Noch mal die Strasse hinauf – nix – auf dem Rückweg sehen wir es dann: es hat offenbar heute geschlossen. Naja, dann eben morgen. Auf dem Weg zum Bier sind wir an einem Stand vorbeigekommen an dem Ente (inkl. Kopf) und Schwein an Spießen gegrillt wurde. Der Duft war ziemlich verführerisch. So verführerisch das nach dem Bier eine Portion dort probiert werden mußte. Das Ambiente glich einer Garage mit Plastikstühlen und Grill davor. Aber grillen können die – wieder ausgesprochen lecker. Dazu noch ein Bier und ab ins Bett. Morgen ist wieder Programm. Viel Bewegung gab’s heut nicht – UP berichtet 1.800 Schritte.

Montag 14.12. Der Bicycle-Tag

Die Nacht war gut. Geweckt worden von einer Unzahl an Hähnen um 4:30. In unzubereitetem Zustand können die Dinger schon nervig sein. Dazu gesellen sich laut quieckende Schweinchen. Bekomme Lust auf Hähnchenschenkel und Bacon. Naja, halt Ohropax rein und es wird still. Frühstücksmäßten um 7:30. Puh. Eier, Pfannkuchen, riesen Baguette und Obst. Wampe wieder voll.
Um zu einer Tempelanlage “Bai Dinh” (die größte in Vietnam) zu kommen entscheiden wir uns die kostenlos verfügbaren 21-Gang Fahrräder des Hotels in Anspruch zu nehmen. Unser Rezeptionist fragte noch: “Da wollt ihr ganz hinfahren?” – In unserer gewohnten Sorglosigkeit antworteten wir mit sicherer Stimme: “Klar, kein Problem!” – Naja, die Sorglosigkeit wurde nach den ersten 10km von der Realität eingeholt – Hatten wir untrainierten Radler doch vergessen das der Beginn des Radeln stets mit schmerzendem Hinterteil verbunden ist. Und so jammerten wir uns dem Rest der Stecke zu der Tempelanlage – immerhin noch knapp 18km – gegenseitig voran. Irgendwann erschien dann ein großer Turm am Horizont und wir waren sicher: Da isses! Vor uns lag eine breite Straße deren Eingang von 4 Granitsäulen flankiert wurde – Der Highway zum Tempel – Tritt rein, gleich geschafft. Leider jedoch hätten wir links abbiegen sollen und die Strafe war ein ca. 5km – völlig unnützer Umweg – was wir aber erst auf dem Heimweg erfahren sollten. So näherten wir uns spiralförmig der Tempelanlage und waren froh für 10k Park- und Bewachungsgebühr endlich von den Stahlrossen fallen zu können. Auf zum Buddha. Schnell noch mal 30k für den Transport per Elektro-Golf-Kart in die eigentliche Anlage gelegt und schon saßen wir in einem dieser 6reihigen elektro “Busse” der uns in ca. 8 Minuten ins inmere der Anlage zum Haupttor fuhr und dort abwarf. Die Anlage ist fantastisch. Hunderte von kleinen goldenen Buddhas in kleinen Fächern in der Wand – davor 2m große Buddhas – jeder in unterschiedlicher Pose aus Granit. Hunderte! Einen Treppengang den Berg hinauf säumen Sie die rechte Seite des Weges. Dann Glockenturm – eine Monsterglocke. Weiter entlag der Buddhas den Berg empor. Das zweite Haus – drinnen ein gigantischer goldener sitzender Buddha. Unglaublich, das war ein neuer Anblick – nie gesehen vorher. Das Haus besteht aus einem riesen Raum mit diesem riesen Buddha und glänzt an jeder Ecke golden. Sehr beeindruckend! Wieder raus und weiter den Berg hoch durch den Treppengang der Buddhas. Nach der Radnummer fangen die Oberschenkel langsam an zu brennen. Es geht noch weiter hoch. Das zweite Haus. Es wir immer verrückter. Hier lagern nun 3 goldene Monster-Sitz-Buddhas. Wieder wird man fast blind. Fotos machen – keiner motzt – prima. Raus und – richtig noch mehr Treppen mit noch mehr Buddhas. Irgendwann sind wir dann schnaufend oben angekommen und sehen den Turm – ja, den wir schon aus der Ferne erspäht hatten nun vor uns stehen. Linkerhand – jaja höher oben auf dem (Kack-)berg noch ein Monsterbuddha. Also laufen wir um den Turm herum und steigen erneut Treppen um dem letzten Buddha näher zu kommen. Endlich oben zeigt sich eine prächtige Aussicht – die bei klarem Wetter wohl noch schöner gewesen wär. Uns bietet sich wieder das leicht mystische, dunstige Wetter welches wir schon aus der Ha Long Bay kennen. Aber das macht gar nichts – kurz verschnaufen und dann wieder runter vom Berg – wir müssen ja noch weiter. Beim Gedanken an den schmerzhaften, knallharten Sattel meines Drahtesels merke ich sofort wieder mein Hinterteil. Gott sei Dank – wir haben noch ca. 30 Minuten bis wir wieder los müssen. Unten angekommen legen wir nochmals 30k pro Nase und das Drehkreuz öffnet sich zum Einstieg in unser Gruppen-Golf-Kart welches uns zum Eingang zurück fährt. Da steht es noch, sicher bewacht – das Arschfolter-Gerät des Grauens. Aber jammern hilft nicht und hierbleiben können wir ja auch nicht. Aufgesattelt und los. Au au au au – pause – au au au au – noch weit? ja! – au au au au. Das Ziel ist “Hua Lu”. Wie weit das weg ist kann man nicht mit Gewissheit sagen. Google sagt 8km, der Hotelplan 2km, der Mann an der Turist-Info 7km und der Mann am Parkplatz 5km. Mein Hintern sagt deutlich: 80! Irgendwann kommen wir da auch an und trinken erst mal einen Kaffee und parken dort die Räder. “Hua Lu” ist eine alte Ruinen-Sammelstelle – ja ist mal interessant aber nicht sooo umwerfend. Kostet 20k. Wir sind da ziemlich planlos – denn es gab keinen Plan (zumindest keinen verständlichen) – drin rumgelaufen haben aber alles (hoffen wir) gesehen. Zum Schluß blieb nur noch das “Tomb Grave” irgendeines uralten Herrschers aus der Was-weiß-ich-Dynastie anzuschauen. Die Ticket-Maus die wir gefragt haben zeigte nur den Berg hinauf. Unten steht: 80m. Klasse. Was folgt? Richtig – Treppensteigen über uralte Steinstufen unterschiedlichster Tiefe und Höhe. Oberschenkel und Hinterteil jubeln. Nach ca. 3/4 des Weges treffen wir eine alte Frau und kaufen eine Coke, zischen die leer, es fängt an zu regnen und der Spaß beginnt so richtig. Die Treppenstufen verwandelt sich in null komma nix in Steinstufen die je,and mit Schmierseife oder Gleitgel behandelt hat. Jeder Schritt pumpt Adrenalin. Irgendwann sind wir oben ohne uns den Hals gebrochen zu haben und werden komplett enttäuscht. Absolut unspektakuläre Sache dieses Tomb Grave. Wir finden Räucherstäbchen und zünden 2 an in der Hoffnung die Götter werden uns heil wieder von diesem Berg runterbringen. Gaaaaanz langsam und jeden Schritt 3 x prüfend sind wir irgendwann wieder schweißnass und wider erwarten ohne gebrochene Kochen unten. Was für ein Drecksberg! Glücklich die Arme und Beine noch unversehrt zu haben besteigen wir die Räder und machen uns auf den Heinweg. Es nieselt und es wird langsam aber sicher dunkel – natürlich haben unsere High-Tech Räder kein Licht. Wir treten rein. Au au au au au au – kurze pause – au au au au. Uff – halbzeit. Vor uns liegt der (Feld)Weg durch die Reisfelder. Nix mehr Asphalt: au au au.. Es ist fast komplett dunkel und die Schlaglöcher schwerer zu sehen. Beim radeln durch die Reisfelder huschen links und rechts die Ratten vom Weg. Lustig – immerhin. Au au au au.. Endlich wieder Asphalt unter den Reifen und noch ca. 1 km bis zurück nach “Tam Cok”. Ich hoffe inbrünstig das heute das “Duc Linh” auf hat – großen Hunger nach der Tortur. Ja, wir haben Glück und essen dort sehr lecker – begleitet von je 2 Bia Saigon. Das erste mal Ziegenfleisch probiert – schmeckt besser als gedacht. Wir zahlen für 4 Bier, 2 Vorspeisen, Goat Teller und 2 Hauptgerichte 335k. Offenbar waren wir damit sehr gute Gäste und wir erhalten beim gehen eine VIP Card mit der wir beim nächsten mal 15% Discount bekommen. Wieder auf die Räder und das kurze Stück zum Hotel zurück. Ende der Tour. Google sagt das wir insgesamt über 50km hinter uns haben. Das UP Band berichtet knapp 14.000 Schritte. Ingwertee, Duschen, jeder noch ein Bia Saigon und Reisebericht schreiben. Gute Nacht!

Dienstag 15.12. – Bicycle Tag ReLoaded

Aufwachen mit Hahnenkräh und Schweinchen-Quiek – Ohropax again. Gegen 7:00 wartet das gewohnt gute Frühstück auf uns im 7. Stock des Hotels. Sobald mein Hintern von dem ungepolsterten Holzstuhl 10cm entfernt ist wird schmerzhaft der gestrige Tag in Erinnerung gerufen. Das Wetter hat heute übrigends das Nieselprogramm von gestern fortgesetzt. Wir frühstücken Eier, Pfannkuchen und das von gestern schon bekannte Baguettebrot und machen einen Plan für den Tag. Wir entscheiden uns heute den Pagodentempel (Bich Dong) anzuschauen und nachmittags dann eine Ruderbootfahrt (man wird gerudert) in Tam Coc durch die Karstfelsen und Reisfelder zu machen. Susi schlägt vor dort hin zu laufen, es sind nur 2km. Ich beweise meine Männlichkeit und schlage die Räder aufgrund des Nieselwetters vor. Ich kann mich durchsetzen und Dank der mitgebrachten Ibuprofen ist auch mein Hintern von der Idee zu überzeugen. Da isses also wieder – mein Rad. Druff geschwungen und ab geht die erneute Radelei. Sofort nach 100m sind unsere beiden Hintern sich einig das das eine blöde Idee war – wir ignorieren sie und radeln die 2km tapfer zum Pagodentempel, zahlen die obligatorischen 10k Park- und Bewachgebühr und gehen in den Tempel. Dort sind wir (erstmal) wiedermal ganz allein. Ein Hund erwartet uns am Eingang und zeigt uns den Weg ins Innere der Anlage. Der Tempel ist an einem Berghang gebaut und die eigentliche Stätte des Buddhas befindet sich in einer Höhle – oben im Berg. Treppensteigen. Durch eine kleine unspektakuläre Tropfsteinhöhle kommen wir zum Buddha, zünden zwei Räucherstäbchen an und machen uns wieder auf den Weg zum Ausgang. Unser Freund, der Rezeptionist hatte uns noch was vorgeschlagen was noch besser und größer und noch schöner gelegen sein sollte. Wir haben nur leider nicht alles verstanden – nur das es beim Bich Dong links abgehen sollte und ca. 5km entfernt ist. Mutig wieder auf die Sättel geschwungen und links abgebogen. Ein schöner Weg durch die Reisfelder entlang der abgefahrenen Karsrfelsen Landschaft. Immer an einem kleinen Flüsschen entlang. Nach 5km kommen wir im “Bird Valley” an. Ein Eco-Resort. Für jeweils 100k bekommen wir 2 Eintrittskarten auf denen ein, diesmal verständlicher, Plan aufgedruckt ist. Erster Halt: Die Buddha Grotte. Ein riesiges Plakat verkündet die 3 Ebenen der Tropfsteinhöhle: Himmel, Erde und Hölle. Die wollen wir selbstverständlich sehen und schließen die Fahrräder zusammen. Da gibt es nur einen klitzekleinen Haken an der Sache – der Eingang befindet sich oben am Berg und ist zu erreichen indem man einfach 439 – in Worten: vierhundertneununddreissig (!!!) Treppenstufen hinaufsteigt. Wir fangen an zu steigen und zu zählen. 100: Oberschenkel werden warm, 150: Oberschenkel brennen – das kennen wir noch von gestern, heute isses noch nicht besser. Trainingseffekt = null. 250: ich fange an über all-inklusive Strandurlaub in der Domenikanischen Republik nachzudenken und finde die Idee gar nicht schlecht. 350: Ich verstehe Leute die 2 Wochen am Strand liegen wollen um sich zu erholen. 400: STRAND denke ich schweissnaß und spüre jede Marlboro die ich heute geraucht hab. 437, 438, vier-hun-dert-neun-und-drei-ssig – oben. Schnaufend und tropfnass – der Eingang in die Höhle. Mein Blick fällt auf das Stahlgerüst – was soll das denn? Nö echt jetzt? Um in den oberen Level der Höhle zu kommen – Treppenstufen. Naja, nützt ja nix – nu sind wir ja schon hier. Wir steigen weiter Stufen und zwängen uns dabei durch entweder schmale oder niedrige Spalte im Fels hindurch. Da isser – der Buddha und ein Guckloch mit zwei Bänken im Fels. Ausruhen und den Ausblick genießen. Was eine Tortur. Sobald wir wieder Luft bekommen steigen wir zum Eingang der Höhle hinunter. Und von dort an weiter relativ einfach über große Steine hinunter in die “Hölle”. Die Höhle ist mal wirklich eine die den Namen Tropfsteinhöhle verdient. Überall großartige Stalaktiten die von der Decke hinabwachsen und Stalakmiten die an den Wänden emporwachsen. Die Anstrengung hat sich gelohnt – immerhin. Nachdem wir unsere Fotos gemacht haben steigen wir wieder auf zum Eingang und 439 Treppenstufen hinab zu den Rädern. Fitness-Stepper al a vietnam. Weiter gehts auf dem Rad ins Resort hinein. Wir erreichen den Bootanleger wo wir die Rudertour, die es hier für den Eintritt mit dazu gibt starten wollen. Nach einem Kaffee wird unsere Ruderfrau gerufen und wir klettern in das kleine Boot und fahren durch pinke Seerosen in eine Grotte hinein. Susi bekommt die Taschenlampe und damit den Auftrag für Licht zu sorgen denn in der Höhle ist es absolut stockdunkel. Wir gleiten relativ lautlos durch die Dunkelheit. Nur einzelne Pinkte werden von der Taschenlampe erhellt. Dadurch das das Wasser da drin spiegelglatt ist ergibt sich ein beeindruckender Anblick. Die Decke spiegelt sich so perfekt auf der Wasseroberfläche das man den Eindruck hat es handle sich dabei um den Grund des Sees. Hier werden dann aus den Stalakmiten an der Decke auf einmal Stalaktiten am Grund des Sees. Wir sind beide total baff und platt von dem Schauspiel. Irgendwann erscheint Licht am Ende der Höhle und ein großes Plakat kündigt die nächste Grotte – die “Galaxy Grotta” an. Es passiert wovon wir schon so viel gelesen haben – unsere Ruderfrau wird Ihrem Namen nicht mehr gerecht und rudert nicht mehr. Die einzigen Worte die die kennen sollen lauten angeblich “more money”. So ist es dann auch – klar und deutlich hören wir “more money”. Wir sind eingentlich gewillt ihr noch was zu geben kommen aber aufgrund der zahlungsverhindernden Verständigungsprobleme nicht zueinander und werden zurück gerudert. Offenbar wollte sie zuerst Geld haben bevor sie weiter rudert. Uns ist das egal – das gesehene reicht uns völlig aus – sind uns aber einig das es nun auch kein Trinkgeld mehr geben wird. Zuvor wollten wir ihr auch das noch gönnen. Denn davon  hatten wir auch schon gelesen. Immerhin durfte Susi die Taschenlampe behalten und uns bietet sich erneut die grandiose Illusion. Mal sehen ob die andere Geschichte, die wir aus Trang An und Tam Coc gehört hatten, uns jetzt auch noch blüht – das Trinkgeld-Gebettel. Jupp, sobald wir aus der Höhle raus sind – und noch außerhalb der Sicht- und Hörweite der Anlegestelle beginnt es: Madam! Tip! Madam! Tip! Tip! Tip! Aber wir sind uns einig – für solch ein Verhalten gibts nix. Das Tip! Madam! Tip! hört erst auf als wir in Hörweite der Anlegestelle kommen. Offenbar hat sich bis hierher rumgesprochen wie das funktioniert und offenbar haben die Ruderfrauen bei den Madams am meisten Glück. Mich hat sie nicht einmal gefragt. Angelegt, ausgestiegen und beschlossen die Rudertour am Nachmittag nicht mehr zu machen und uns hier noch ein wenig rumzutreiben. In Trang An und Tam Coc sollen sich, dem Internet zufolge, die Ruderfrauen teilweise sogar weigern einen wieder zurückzubringen wenn man nicht noch mehr bezahlt. Und nun wurden wir ja schon ganz prächtig einsam durch die Riesengrotte gerudert und können uns die große Touristenattraktion sparen. Besser wirds nicht. Wir fahren 10m mit den Rädern und entdecken ein neues Schild – “Mermaid Grotta” will angeschaut werden. Also schließen wir die Räder wieder zusammen und steigen in die Grotte ein. Wieder was neues. Die Grotte hat weitestgehend ca. 1m Deckenhöhe. Somit durchwandern wir gebückt eine herrlich kitschig in blau, rot und pink beleuchtete Tropfsteinhöhle die komplett im Wasser liegt. Auf schwimmenden Bambus-Holz-Pfaden kommen wir quer durch den Berg auf der anderen Seite wieder hinaus. Nun gehts zu Fuß weiter, links rum zum “Garden of Birds”. Ein perfekt ausgebauter Weg führt und dort hin und das ist wieder mal ganz toll. Zahlreiche Reiher und Störche fliegen in der Luft und sitzen auf Bäumen auf einer Insel im See. Wir sind immer noch ganz allein hier und haben ein Gefühl als wären wir bei Jurassic Park. Wir krabbeln durch eine Höhle und sind ein einer anderen Welt. Die fliegenden Reiher tragen zum Jurassic-Gefühl sehr gut bei. Wir verweilen eine zeitlang und entscheiden uns dann dafür den See zu umrunden, was nach unserer Karte auch gehen soll. Nach 1km hört der Weg aber irgendwie auf und wir finden uns mitten im Dschungel wieder. Wir versuchen noch einen weiteren Kilometer einem Trampelpfad durch Lianen und Matsch zu folgen bis wir vor lauter Gebüsch auch diesen nicht mehr erkennen. Wir beschließen umzudrehen bevor wir einen Giftfrosch oder einer Giftschlange begegnen und kämpfen uns durchs Gebüsch zurück auf den Trampelpfad und dann zurück auf den schön ausgebauten Weg. Da wir diese Ecke nun wirklich ausgiebig erkundet haben gehen wir zurück zu den Fahrrädern und trinken noch einen Kaffee für 30k im Hilltop-Coffee, der Kaffeebar des Resorts. Susi schmeckt der nicht und ich muss somit 2 trinken – mir schmeckt der gut. Da wir beide nun schon wieder ziemlich kaputt sind beschließen wir nur noch den “Moving Banyan Tree” und den “Thousand year old tree” anzuschauen und machen uns dann auf den Heimweg um dem Duschen zu holdigen. Wir trinken einen Ingwer-Tee und gehen dann zum Essen. Eigentlich wollten wir im Bamboo essen das war uns aber zu teuer und somit gingen wir wieder ins “duc linh”. Für mich gab es wieder Pommes (da die Frühlingsrollen schon wieder aus waren) und Schwein am Spieß. Susi hatte Geflügel und Zwiebeln. Dazu haben wir noch ein Bier getrunken und unseren VIP-15%-Discount-Voucher von gestern ausprobiert. Ein zweites Bier wollten wir da nicht mehr trinken sondern schnell zurück ins Hotel da es doch recht frisch war und ziemlich zog im Restaurant. Grad sitze ich im Nachtzug von Ninh Binh nach Dong Hoi den wir um 22:25 bestiegen haben. Susi schläft schon und ich versuche während des ganzen Geruckel und Gezuckel die richtigen Tasten auf dem ipad zu teffen was mir mal mehr, mal weniger gut gelingt. Das Schienensystem und der Zug ist mit deutschem Bahnfahren in etwa soweit vergleichbar wie die Straßenverkehrsordnung. Mit uns im Abteil reist ein weiterer Deutscher der aber auch inzwischen schnarcht. Ich werde mich da mal anschließen – es ist schon 0:40. Morgen früh um 6:25 sollen wir ankommen. Schauen wir mal – im Moment steht der Zug auf offener Strecke. Schnell noch mal schauen wie die heutige Schrittleistung ist: knapp 11.000 Schritte. Gut und Nacht!

Mittwoch 16.12. – Warten auf den Bus und naß auf dem Roller

Die Faht im Nachtzug war schrecklicher als erwartet. Laut – sehr laut. Kaum geschlafen. Jede Weichenüberfahrt wurde von einem gewaltigen BUMM quittiert – und Weichen hatte es offenbar viele. Dazu kam das ständige hin- und herschwanken des Zuges so das ich mir mehr als einmal die Frage stellte wie viele Züge eigentlich in Vietnam so entgleisen. Irgendwie bekomme ich aber doch rund 2 Stunden Schlaf. Besser als nix. Unglaublich, wir laufen pünktlich um 6:28 im Bahnhof in Dong Hoi ein. Erstmal rauchen und Taxifahrer abwehren da wir erst einen Geldautomaten finden wollen um uns wieder mit frischen 2 Millionen Dong einzudecken. Es regnet – wir schnallen die Rucksäcke auf und machen uns auf den Weg. Am Horizont eine Agribank – die spucken Dong gegen Visa aus. Jeder von uns ist nun wieder Multimillionär. Auf gehts zum Busbahnhof. Dort wollen wir den Bus nach Phong Nha nehmen. Wir haben selbstverständlich den Weg erfragt und wissen nun: geradeaus und dann links. Abmarsch. Wir fragen nochmals jemanden nach “Bus Station” – Leider versteht uns niemand und wir fragen weitere Passanten. Keiner versteht ein Wort und jeder zeigt in eine unterschiedliche Richtung. Vor uns liegt eine je 2 spurige Brücke über die wir uns in unserer europäischen Gehorsamkeit nicht trauen da es keinerlei Fußweg oder Seitenstreifen gibt. Wir irren rechts an der Brücke vorbei umher – hier kein Busbahnhof – zurück. Wir halten 2 Taxis an aber keiner versteht uns und / oder will uns fahren. Wir entschließen uns an der Tankstelle zu fragen wo denn nun der Busbahnhof ist und es kommt uns die Idee ob nicht in unserem Reiseführer eine vietnamesische Übersetzung für Bus Station zu finden ist. Tatsächlich – wir zeigen den Reiseführer dem Tankwart und er sagt uns wir sollen einfach über die Brücke gehen und dann links. Vielleicht wäre ein Taxi vom Bahnhof doch nicht so schlecht gewesen. Wir gehen todesmutig über die 4spurige Brücke und dann links und finden tatsächlich den Busbahnhof – Hurra. Es ist nun bereits 7:45. Ein Mann erklärt uns mithilfe des iPhone Taschenrechners das der Bus nach Phong Nha um 8:15 fahren würde. Klingt gut denken wir und bestellen erst mal einen Kaffee. 8:30 ist noch kein Bus da. 8:45 auch noch nicht. Auch um 9:00 nicht. Langsam fängt die vietnamesiche Schlumpfstimme mit der die Funny-Videos unterlegt sind, die in dem Kaffee auf dem Fernseher laufen, an zu nerven. 9:15 – immer noch kein Bus. Der Mann den wir fragten bedeutet uns nun schon zum dritten Mal das der Bus gleich kommt. Um 9:30 entschließen wir uns ein Taxi nach Phong Nha zu nehmen um unser Tagesprogramm nicht sausen lassen zum müssen. 400k und 40 minuten später erreichen wir unser Hotel das “Mountain View Hotel”. Das Taxameter zeigt 480k aber der verhandelte Preis war 400k und auch nur die will der Taxifahrer haben. Wir mussten auch noch ca. 10Minuten das Hotel suchen. Sehr faire Aktion. Einchecken im Hotel und es gibt erst mal ein Omlett und Kaffee zum Frühstück – for free. Das geht ja schon mal gut los hier. Vietnam überschüttet uns mit Freundlichkeit – und heute auch mit Regen. Dennoch wollen wir in die “Paradise Cove” und mieten jeder einen Roller für je 100k. Leider hatte meiner fast keinen Sprit so das wir erst tanken wollten – aber schon wieder nur die Hälfte verstanden von der Wegbeschreibung zur Tankstelle – die wir somit nicht fanden. Das Ende vom Lied: Mein Roller wurde auf freiem Feld immer langsamer und langsamer und ging dann mit einem seufzer einfach aus – nu war gar kein sprit mehr da. Susi fuhr los selbigen zu organisieren und ich stand im Regen neben meinem Gefährt mit nunmehr furztrockenem Tank. 40 Minuten später kam Susi mit 3L Sprit in Pet-Flaschen zurück und unser Rollerausflug konnte fortgesetzt werden. Vorbei an Kühen und noch dichter vorbei an Wasserbüffeln die allesamt auf der Strasse standen fuhren wir in die Berge. Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns und es regnet ununterbrochen. Dazu kalter Fahrtwind. Brrrrr. Egal – die Landschaft ist absolut cool. Wir folgen einem türkisblauen Fluß entlang auf Serpentinen weiter in die Berge hinein. 50 Shades of Green auf jedem Berg. Wahnsinn. Nach ca. einer Stunde erreichen wir den Parkplatz der Paradise Cove. Park- und Bewachgebühr heute mal je 5k pro Roller. Eintritt kostet je 250k – schon happig – mal sehen ob sich das lohnt. Nach dem Eintritts-Drehkreuz kann man noch für 60k je Nase eine Fahrt zum eigentlichen Eingang in einem Elektro-Golfkarren dazu buchen. Wir laufen lieber – ca. 3 km bis zum Fuße des Berges. Von nun an geht es in Serpentinen den Berg hinauf bis zum Einstieg. Wir schnaufen uns empor. Irgendwann sind wir dann mal oben und steigen über zahlreiche Treppenstufen in die Höhle hinab. Vietnam besteht derzeit offenbar nur aus Treppen. Da es nur einen Ein- und Ausgang gibt freuen sich meine Waden schon mal auf den Rückweg. Der erste Eindruck ist ernüchternd – ja ok – große Höhle hier aber spektakulär ist was anderes. Wir machen ein paar Fotos und gehen tiefer in die Höhle hinein. Langsam wirds besser. Nach drei Kurven sind wir dann offenbar da und verstehen nun warum das Ding hier Paradise Cove heißt. Was für eine Riesengrotte !! Wo man hinschaut gigantische Stalakmiten in allen nur denkbaren Formen. Wir sind relativ platt und stark beeindruckt und uns einig das die 500k gut investiert waren. Nix ist hier kitschig beleuchtet sondern alles in weiß und sehr sehr stimmungsvoll. Insgesamt hat die Höhle eine Länge von knapp 35km – jedoch sind nur die ersten 1,2 erschlossen und für die Öffentlichkeit zugänglich. Aber das reicht auch schon. Wir haben ja schon viele Höhlen gesehen – in Frankreich, Südafrika, Neuseeland – aber das Ding toppt alles bisher gesehene. Eine gewaltige Deckenhöhe und unglaubliche Farben und Formen. Wir genießen den Spaziergang zu ebener Erde über Holzstege auf dem Höhlenboden und finden immer wieder neue Muster und Formen. Nach knapp 2,5 Stunden sind wir wieder raus aus der Grotte und vom Berg über zig Treppenstufen hinabgestiegen. Ja, der Abstieg erfolgt nicht über den Aufstiegs-Serpentinen-Weg sondern über was-weiß-ich-wie-viele Stufen. Meine Waden und Schienbeine kündigen den morgigen Muskelkater schon mal fröhlich an. Zurück bei den Rollern setzt der Regen wieder ein und wir machen uns an die Heimfahrt. Zwischenstop – rauchen und kurz mal nicht naßregnen lassen – machen wir an einem kleinen Laden der ein Dach hat unter dem wir kurz halten wollen. Wir werden von der Inhaberin mit selbst gemachen Reis-Honig-Keksen beschenkt die so lecker waren das ich mich hätte reinsetzen können. Yummy. Sie gab uns ein riesen Stück an dem wir rumknusperten und waren die Attraktion für die Kinder die sofort herbeieilten um uns komplett nasse Roller-Langnasen zu bestaunen. Nachdem wir den Geschmacksflash hinter uns hatten gings auf die letzten 10km zurück zum Hotel. Da erst mal duschen, aufwärmen. Wir erfahren das wir um 19:00 mit der Familie essen können wenn wir mögen – klar mögen wir! Das Essen war toll. Es gab Gemüse, Frühlingsrollen, gekochtes Rindfleisch, frittierte Eier, Suppe, Fish und Drachenfrucht zum Nachtisch – und wie sich später rausstellte wurden wir dazu auch noch eingeladen. Ich mag dieses Land immer mehr. Nach dem Essen hatten wir noch einen netten Talk und ein Bier mit 3 Amerikanern aus North Carolina und gingen um 22:00 aufs Zimmer. Schnell noch Reisebericht schreiben und dann komplett erledigt in die Falle. UP meldet knapp 12.000 Schritte. Fertig. Gute Nacht!

Donnerstag 17.12. – Mit dem Scooter durch den Dschungel

Frühstück gegen 8:00. Omelett, Banane, Brot und Kaffee. Das “Mountain View Hotel” ist bislang das schlechteste auf dem Trip. Das Zimmer ist wohl als “einfach” zu beschreiben. Der Ventilator macht lustige Summ- und Zischgeräusche im ausgeschalteten Zustand. Ich ziehe am besten mal den Netzstecker – schon besser. Die Klimaanlage kennt nur kalt und besonders kalt – kein warm. Warm wäre bei den aktuellen Temperaturen jedoch ganz nett. Die Zimmertür bleibt nur zu wenn man sie abschließt sonst geht sie immer wieder auf da es zieht wie Hechtsuppe. Das Zimmer fühlt sich ziemlich arktisch an. An romantischer Beleuchtung mangelt es nicht – es gibt eine kaltweisse Neonröhre. Die eine Lampe über Susi’s Bett ist kaputt und über meinem Bett fristet nur noch das blanke Kabel sein nun sinnloses Dasein – das leuchtet glücklicherweise nicht. Aber naja, man bekommt halt wofür man bezahlt und bei 30€ für 2 Nächte inkl. Frühstück muss man die Messlatte schon ein wenig tiefer hängen. Ist halt irgendwie ne reine Backpacker / Hostel Gegend hier. Immerhin hängt die Dusche praktischerweise fast über dem Klo so daß man super 2 Dinge gleichzeitig erledigen kann und beim Duschen zu sitzen ist ja auch ganz nett wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Wenn man sich auf das rudimentäre Zimmer einlässt ist das “Mountain View Hotel” dennoch zu empfehlen da alles durch den abartig freundlichen Service der Inhaberfamilie wett gemacht wird! Ich für meinen Teil bereue nicht hier 2 Nächte verbracht zu haben. Sehr herzlich die Leute hier. Heute sollte es eigentlich weiter regnen was es aber nicht tat und so entschieden wir uns erneut für die kleinen Yamaha Roller und machten uns erneut auf in die Berge. Zuvor waren wir allerdings tanken nun da wir ja nun wussten wo denn die “Tankstelle” – also die Frau die den Sprit in PET-Flaschen verkauft – war. Vollgetankt machten wir uns auf den Weg heute den großen Kreis unserer Karte zu fahren – 65km. Die Straße war heute trocken und die kleinen Roller wiesen sofort die uns bekannte und von uns geliebte Yamaha-Wendigkeit auf. Wir sausten durch Serpentinen immer tiefer in den Dschungel. Bei den Fotostops zeigte sich das berauschende Akustikbild des Dschungels – kein Lärm nur zahlreiche Vögel zwitscherten ihr uns total unbekanntes Lied. Es war zwar ziemlich kalt aber immerhin trocken. Ein toller Ausflug. Auf dem Weg lag noch ein kleiner Tempel den wir natürlich ansteuerten und 2 Räucherstäbchen für den Wettergott anzündeten. Es sollte ja bitte trocken bleiben. Wir tranken eine Kanne Tee in einem kleinen Shop und waren erneut die Attraktion für die einheimischen Kinder. Mittags gab’s ein paar (mit 100k pro Nase überteuerte) Spieße. Geschmacklich aber ok. Die süßen Hunde freuten sich über die übrig gebliebenen Schwartenteile. Gegen 16:00 liefen wir dann wieder im Hotel ein um uns mit der Dusche aufzuwärmen. Dann noch ein Abstecher zum Geldautomaten – das Hotel nimmt leider keine Scheckkarten – und Abendessen im Bamboo-Restaurant. Wieder mal fantastisch – Schwein in brauner soße, vegetarische Frühlingsrollen und Bananensalat. Zum Nachtisch gabs Mousso Chocolat und Susi bestellte die “Penis-Banane” die genau so aussah wie ihr Name verhieß. Morgen früh um 5:00 gehts zurück nach Dong Hoi um den Zug nach Hue zu besteigen. Wir teilen uns netterweise mit den 3 Amerikanern vom Vortag ein Taxi. Mehr gibt es zum heutigen Tag eigentlich nicht zu berichten – Rollerfahrt durch die Natur – trocken. UP hat vermutlich das Gerubbel am Lenker als Schritte gewertet und ein positives Tagesziel von 11.000 Schritten getracked. Jetzt schnell schlafen – morgen gehts früh weiter.

Freitag 18.12. – Im Zug nach Hue und auf des Kaisers Spuren

4:40 – der Wecker geht. Um 5:00 kommt der Fahrer der uns und die 3 Amerikaner nach Dong Hoi bringt. Eine muss am Airport raus, wir am Hauptbahnhof und die anderen beiden am (Fern)Busbahnhof. Der Fahrer ist überpünktlich – nur unsere US-Freunde ein bisschen später. irgendwann sind alle da und wir fahren durch die stockfinstere Nacht loa. Kaffee wär gut. Nach 40 Minuten erreichen wir den Airport – oder besser gesagt ein Tor welches wohl zum Airport führt wenn er denn mal aufmacht. Das Gesicht unserer amerikanischen Freundin wird blass. Irgendwie möchte sie nicht ganz allein in totaler Dunkelheit mitten im Nirgendwo vor einem Rolltor warten und entschließt sich mit uns weiter nach Dong Hoi in die City zu kommen. Warum sie überhaupt mit uns gefahren ist erschließt sich uns nicht da ihr Flug nach Saigon erst um 12:30 geht. Der Fahrer scheint nicht amüsiert. Denkt er doch das er was falsch gemacht hat und ruft erst mal den Typen vom Booking Office an weil unsere Freundin hier nicht abgeworfen werden will. Wäre ja nett gewesen wenn denen das jemand gesagt hätte das der Airport noch zu ist wenn sie so früh da hinfährt. Und wie weit es nach dem Tor noch zum Gate ist kann man in stockfinsterer Nacht nicht erkennen. Naja irgendwann ist auch das geklärt und wir fahren den nächsten Stop an. Wir halten und erklären dem Fahrer das das hier nun leider der falsche Busbahnhof ist – den kennen wir beide ja von vorgestern noch zu gut. Unsere 2 wollen ja aber zu dem Busbahnhof wo die Busse nach Laos fahren. Großes Kino – zweiter stop und wieder steigt keiner aus. Inzwischen bemerkt auch unser Fahrer die Bullenhitze im Auto und da ihm nun auch wärmer wird öffnet er zwei Fenster. Dankbar nehmen wir die frische Luft entgegen. Next stop: Hauptbahnhof. Unser Fahrer fragt sich bestimmt ob er da mal jemanden aus dem Auto los wird. Ja, 5 Minuten später steigen wir aus und verabschieden uns von unseren Begleitern. Der Zug hat 20 Minuten Verspätung. Wir finden unsere Sitze, nehmen Platz und schunkeln los. Inzwischen ist es hell und wir genießen die Landschaft die gemütlich an uns vorbei zieht. Ich hoffe es tut nicht wieder einen Schlag wie im Nachtzug. Ich vermute das es sich genau so anfühlt und klingt wenn die Kuh Population Vietnams mittels Lok um eins dezimiert wird. 3,5 Stunden bis Hue, die alte Kaiserstadt. Das Hotel dort wird wieder ein paar mehr Sterne haben als das “Mountain View Hotel” – wir freuen uns drauf und hoffen außerdem auf ein paar mehr Grad. In Phong Nha wars schon echt kalt. Wir halten in Thuong Lam – die Sonne kommt raus. Wir fahren weiter durch Reisfelder mit Wasserbüffeln und Teichen voller Enten.  Wir sind in Hue angekommen und nehmen ein Taxi zum Hotel “Hong Thien Ruby” welches uns 50k kostet. Das Hotel ist ziemlich neu und wir trinken zur Begrüßung erst mal zwei Kaffee und genießen den Obstteller inkl. frischer Passionsfrucht. Es fällt auf das die Angestellten schon ziemlich pushy sind – der Level an “upsell-Aktivität” ist neu. Mit jedem Satz versuchen sie einem irgendeine Tour zu verkaufen. 3 Frauen und jede versuchts aufs neue. Die eine versucht tatsächlich uns unsere geplante Motorrad-Tour morgen auszureden. Wir sollten doch lieber einen privaten Fahrer nehmen der uns nach Hoi An bringt. Schon ein bisschen nervig. Jedoch ist das Zimmer sehr schön und warm. Eine willkommene Erfahrung nach gestern. Nachdem wir also das Zimmer bezogen haben machen wir uns zu Fuß auf, die alte Kaiserstadt zu erkunden. Nette Ruinen und sehr coole große Tore und Tempel. Fotomotive an allen Ecken. Wir zünden (mal wieder) zwei Räucherstäbchen an und huldigen den Wettergöttern – schließlich soll es bitte trocken bleiben. Laut den iPhones soll es den ganzen Tag regnen – tut es aber bislang nicht. Wir laufen 3 Stunden durch die verbotene Stadt und knipsen Tempel und goldene Drachen. Als wir die Runde beendet haben sind wir wieder am Eingang angekommen wo man uns aber absolut nicht wieder rauslassen will. Der Typ der da stand sagte immer nur “Canera, camera – no exit, no exit!” und zeigte diagonal hinter uns auf ein in der Ferne liegendes Tor. Aus dem wollten wir aber eigentlich nicht raus denn das war weit weg. Wir versuchten unser Glück ein paar meter weiter – das große Eingangstor hatte drei Durchlässe. Am Ende saß eine Gruppe von Frauen die uns sofort sehr aufgeregt bedeuteten das das kein Ausgang ist und das da oben eine Kamera sein. Auf unsere Frage wo denn nun eigentlich das Problem ist hatten sie keine Antwort nur das man ihnen das Gehalt streichen würde wenn Sie uns da wieder raus lassen würden. Man muß nicht alles verstehen – also machten wir uns auf den Weg zum geheiligten Ausgang und waren nun ziemlich weit weg von dem Ort an dem wir eigentlich dachten die Kaiserstadt wieder zu verlassen. Tja. Da wir eh mit dem Taxi zu einer weiteren Grabstätte fahren wollten war das bis auf den eigentlich völlig unnötigen Umweg auch nicht weiter schlimm. Wir bestiegen ein Taxi und fuhren zum “Tomb of Tu Duc”. Klingt zwar nach Entenhausen ist aber ein weiterer Tempel und Grabstätte. Da das Ding 9km außerhalb von Hue liegt kostete uns die Fahrt knapp 100k. Dazu noch mal 100k Eintritt pro Nase und wir konnten die Tempelanlage besichtigen. Relativ unspektakulär aber ganz hübsch. Leider sind die Renovierungsarbeiten hier nicht so gelungen. Mir persönlich gefällt der morbide Ruinencharme besser als super glatt verputzte Säulen. Hier fällt mir dann auf einmal auf das ich irgendwann in der Kaiserstadt in einem Tempel die ISO hochgedreht hatte und vergessen hab sie wieder runter zu setzen und nun zahlreiche Bilder mit unnötig hoher ISO geschossen hab. Arrrrggh. Naja schauen wir mal – hoffentlich rauscht es nicht zu stark. Fuck, verdammter. Die Anlage ist recht hübsch gelegen. Nachdem wir damit durch sind gehts mit dem Taxi durch die Rush Hour Hues (krass krass) zurück ins Hotel wo wir einen Tee zur Begrüßung bekommen und erneut das “Upsell-Programm”, diesmal von einer neuen Frau üner uns ergehen lassen. Wir werden kritisiert warum wir denn bloß mit dem Taxi gefahren sind wo sie doch auch Touren für die Zitadelle (die verbotene Stadt) und die Grabstätte von Onkel Tu Duc anbieten würden. Und ja, sie bieten auch Motorrad Touren an. Nöhl nöhl, nerv, nerv. Wir trinken den Tee und gehen aufs Zimmer. Die Restaurantempfehlung ignorieren wir mal und suchen via Trip Advisor das Restaurant der Stummen. Das wird in fast jedem Reiseführer erwähnt und soll sehr gut sein. Abmarsch. Nach ca. 4km und zahlreichen abgewehrten Koberern erreichen wir das gesuchte Lokal und essen richtig gut. Man darf sich von dem Ambiente des Ladens nur nicht abschrecken lassen. Die Klo-Situation erschreckt uns eh nicht mehr und so wundert mich auch nicht die mehr als daumengroße Kakerlake die neben der Kloschüssel ihr Ende gefunden hat. Kugelrundgefuttert machen wir uns auf dem Heimspaziergang und essen noch ein mit uns total unbekannten Zutaten zubereiteten Nachtisch auf dem Heimweg am Straßenstand am Fluß. Aber nachdem wir gesehen baben das alle Kinder so was essen wollten war unsere Neugier doch zu groß und wir mussten das auch probieren. Die Zubereitung sah lustig aus. Aus einer Tüte wurde ein Strang eines sehr klebrigen unbekanntem “Etwas” gezogen und anschließend in uns ebenfalls unbekanntem braunen Pulver gezogen und gewälzt bis das ganze wie mit braunem Pulver bestäubte Glasnudeln aussah. Das wurde dann zusammen mit frischen Kokusraspeln und schwarzen Sesamkörnern zwischen 2 Deckel Esspapier(?) drappiert und mit (natürlich unbekannter) dunkler Soße beträufelt. Schmeckte nach viel – wonach ist nicht klar zu sagen – ja Kokusnuss und Esspapier und schwarzem Sesam und….hmm. Süß, lecker, egal. Auf dem weiteren Heimweg dann noch 3 Biere für zusammen 21k getrunken. Der Kellner hat uns prächtig mit zwei Rätselaufgaben unterhalten während wir, altmodisch wie wir sind, unsere Postkarten schrieben. Das war mal sehr originell. Danach noch schnell was zusammenschreiben und ab ins Bett. UP berichtet knapp 15.000 Schritte – Uff. Morgen um 8:30 kommen die Guides mit den Motorrädern und dann wollen wir über den Wolkenpass nach Hoi An wo wir dann 3 Nächte bleiben. Ich bin mal sehr gespannt was da für Motorräder ankommen – ob Automatik-Roller oder “richtige” Bikes mit Schaltgetriebe. Das war per Mail nicht in Erfahrung zu bringen. Schauen wir mal. Nacht!

Samstag 19.12. – Wolkenpass und die Seafood-Erleuchtung

Ein Tag auf zwei Rädern – uns was für einer! Pünktlich um 8:30 ist ein Guide da der uns aus dem Hotel abholt. Das Hotel ist leider nicht zu empfehlen – Es war ziemlich laut weil die (Haus)Kinder bis 0:00 “wilde sau” gespielt haben und über die Flure getrampelt sind. Außerdem hört man in dem Haus jeden Furz. Ohropax und das Problem war gelöst. Nur das die Matratze Kacke war! Man hört und spürt jede der Sprungfedern und wenn sich einer umdreht knarzt und quietscht es. So ein schönes Hotel und dann verkacken sie es mit dem Bett. Schade. Naja, eine Nacht ging’s. Der Guide verlädt unser Gepäck und fährt uns erstmal mit dem Auto und seiner Mutter – die unser ganzes Geraffel nach Hoi An fährt – ein bisschen aus dem Hue Gewühl hinaus. Sehr angenehm. Etwas außerhalb komplettieren wir unsere Gruppe mit je einem holländischen, italienischen und französischen Pärchen. Wir bekommen Knie- und Ellenbogen-Protektoren und abgeschnittene Handschuhe, rüsten uns aus und besteigen nach kurzer Einweisung die Zweiräder. Wir sind die einzigen die selbst fahren – die anderen reisen als Sozius bei den Guides mit. Auf einer ziemlich ruhigen Strasse beginnen wir den Trip. Wir haben glücklicherweise schon wieder so kleine Yamaha Automatik-Roller bekommen auf denen wir ja nun schon 2 Tage unterwegs waren und sofort stellt sich das vertraute, knackige Handling der Kleinen ein. Es ist zum Glück noch trocken obwohl die iPhones wieder mal den ganzen Tag Regen vorhersagen. Unser erster Stop ist in einem kleinen Fischerdorf und wir bekommen 5 Minuten etwas über das Leben dort erzählt – nicht zu lang, nicht zu kurz. Weiter geht die Fahrt. Vor uns ist die Strasse komplett überspült, Der Guide checkt die Tiefe und wir fahren durch die Monsterpfütze. Zwanzig Meter weiter erstreckt sich ein kleiner See über die Strasse. Mit an die Ohren gezogenen Füßen und der Angst das mein kleiner Roller in der Mitte ausgehen wird fahren wir durch. Der Bereich auf dem normalerweise meine Füße stehen wird 5cm überspült. Mein Roller fährt ohne Murren durch den Strassensee. Uff – geschafft. Alle haben Spaß an der Flußquerung. Die ersten Regentropfen fallen und unsere Gruppe wird sofort komplett in Gummiklamotten eingepackt – Jacke, Hose und wer will bekommt noch Gummistiefel. Ich mach das erst mal mit – vielleicht wissen die ja mehr. Aktuell tropft es halt nur – kein richtiger Regen. Die Gummistiefel spare ich mir. Jedoch sehen wir in den blauen Gummiklamotten aus wie wandelnde Müllsäcke und ich komm mir ein bisschen doof vor bei Nieselregen auszusehen als würde der Taifun des Jahres wüten. Es wird glücklicherweise nicht mehr mit dem Regen und bei nächster Gelegenheit verschwindet das Gummizeug unter meinem Sitz wo es den Rest des Tages mitfährt. Nachdem ich in Phong Nha ja kräftig naß geworden bin auf dem Roller erschreckt mich das bisschen Geniesel nun nicht mehr – Da hätte ich gern so einen Gummi-ABC-Anzug nebst Gummistiefeln gehabt. Wir fahren weiter und machen Kaffeestopp. Leckerer Kaffee und grüner Tee. Fahren. Immer noch durch die Randgebiete von Hue. Spannend. Überall gibt es was zu schauen und mein Roller macht echt Spaß. Nächster Stop: Elephant Waterfall. Ein süßer Wasserfall im Dschungel an dem jemand aus einem Stein einen Elefanten herausgemeißelt hat. Es gibt ein Bier! Guter Wasserfall. Ich versuche die beste Perspektive auf den Wasserfall für ein Foto zu finden und kann ein wenig mit Langzeitbelichtungen rumspielen. Plus eins in der Bierstatistik gehts nach ca. 20 Minuten weiter. Nächster Stop: Mittagessen in einer Lagune am Rande der Berge. Das Restaurant sieht aus wie eine Seebrücke. Es gibt Seafood – oh mein Gott! Ich bin ja nun wirklich nicht als Seafood-Lover bekannt aber DAS war mit großem Abstand das beste an Meeresgetier was ich jemals gegessen habe. Es gab Tintenfisch, Miesmuscheln, Austern, einen mir unbekannten Fisch, Morning Glory Spinat, Gemüse, Schwein, Reis und und und. Zeitweise passte kein Teller mehr auf den Tisch. Bierstatistik: plus zwei. Als wir fertig waren war unsere Gruppe sich einig: das war unanständig GEIL ! Gemässtet plumpsen wir auf die Sitzbänke und machen uns auf den Weg den Wolkenpass zu überqueren. Er macht seinem Namen alle Ehre und liegt komplett in den Wolken. Unterwegs halten wir zweimal kurz um Fotos von der Aussicht zu schießen. In Serpentinen geht es in die Wolken. Auf der Paßhöhe angekommen stoppen wir erneut und es gibt Kaffee. Man kann noch Bunker der Amerikaner besichtigen die dort oben stehen. Das lohnt aber nicht da man kaum 5m weit sehen kann – wir schenken uns das und bestaunen lieber das Brautpaar das sich dort mit einem Fotografen eingefunden hat um DAS Hochzeitsfoto mit super Aussicht zu machen. Das wird nun aber aktuell gar nichts da der Fotograf mit seinem 70-200er Teleobjektiv so weit von dem Paar entfernt sein muss das er es nicht mehr sieht bei dem Nebel. Die arme Braut friert bestimmt und aus dem Foto wird wohl nix. Da wir uns an der schmalsten Stelle von Vietnam befinden soll man links und rechts (bei schönem Wetter) das komplette Land überblicken können – heute halt nicht da wir ja mitten in den Wolken stecken. Dadurch ist es auch recht feucht und es regnet leicht. Alle werden wieder zu Gummi-Teletubbies. Ich wiegere mich und hoffe auf besseres Wetter auf der anderen Seite. Und siehe da, nach knapp 1 km den Berg hinab ist es wieder trocken und deutlich wärmer als auf der anderen Seite. Die Straße ist auch nicht mehr klitschnass und ich geb meinem Roller die Sporen in den Serpentinen. Da die Guides ja alle einen Sozius dabei haben fahren sie extrem vorsichtig und langsam – gut so. Ich lass mich immer mal wieder ein wenig zurückfallen und hab Extrem-Spaß. Auf dem Weg nach Da Nang ist doch ein Strassenhund plötzlich der Meinung meine Rollerfahrt und sein Leben beenden zu wollen und zielt mit seinem Lauf genau auf mein Vorderrad. Ich greife voll in beide Bremsen und teste die Verzögerungsqualitäten meines Rollers. Wauwi merkt glücklicherweise auch das eine Fortsetzung seines Runs keine gute Idee ist und stemmt alle vier Beine gegen seine Laufrichtung. Wir beide leben weiter. Ich hupe ihn noch kurz böse an und fahre weiter. Kurze Zeit später werde ich von einer umhertollenden großen Styroporbox attackiert die der Wind plötzlich von rechts in meinen Fahrweg weht. Ein forscher Schlenker – hui – gut gegangen. Wir kommen nach Da Nang und nähern uns der City über eine super asphaltierte, ewig lange, breite Straße mit relativ wenig Verkehr und gar keinen Kurven. Highway to Da Nang. Mir wird etwas langweilig und ich beschließe mit dem Handling meiner kleinen Yamaha etwas Schwung in die Sache zu bringen. Der Mittelstreifen bietet sich immer wieder förmlich für einen kleinen Slalomkurs an was mein Ansehen in den Augen der Guides stark steigert. Vermutlich hatten sie aber die ganze Zeit Angst gleich einen ihrer Gäste nebst Roller ans Krankenhaus in Da Nang zu verlieren. Irgendwann kommen wir durch die ziemlich belebte City. Hier war nun mal  wieder was los und endlich konnten wir mal mitten in dem ganzen Rollerchaos mitmischen. Schon echt geil wenn man einfach fahren kann wie man will – Spaß pur. Augen auf – hupen – und rein ins Getümmel. Autos, Roller, Fahrräder – von links, von rechts – einem auf der eigenen Spur entgegenkommend. Vor einem abbiegend. Aber irgendwie funktionierts. Irgendwann sind wir da durch und stoppen erneut: es gibt ein eis – yeah! Wir sind in den “Marble Mountains” wo der Marmor für die ganzen Buddhas abgebaut wird und fahren mit einem Aufzug (!) auf einem Berg wo es wieder mal Pagodentempel und andere chinesische / kantonesische Tempel zu bestaunen gibt. Wir haben eine Stunde Zeit uns dort umzuschauen und kommen grad so mit der Zeit hin. Highlight ist dort eine Höhle mit einem Tempel. Die erreicht man nur durch einen schmalen, stockdunklen Höhlengang mit Treppen. Das iPhone beweist sich wieder mal als super Taschenlampe damit wir uns nicht den Hals brechen. Die eigentliche Höhle ist gute 30-40m hoch und von oben scheint durch 3 Löcher Licht hinein. Geil! Sieht irgendwie aus wie bei Lara Croft. Ich versuche Fotos zu machen was ohne Stativ aber zum Glücksspiel wird. Bin sehr gespannt ob die was geworden sind. Nach knapp einer Stunde findet sich die Gruppe wieder zusammen und wir machen uns an die letzte Etappe nach Hoi An. 25 Minuten Fahrt. Nach 20 Minuten verreckt der Roller unseres weiblichen Guides und ich bekomme Susi als Sozius. 5 Minuten später laufen wir in der Endstation – dem Cousin des Inhabers von LeFamilyriders ein. Der ist Schneider (“Rubin Clotheshop”) und zeigt uns gleich mal was er so alles machen kann und was das so kosten würde. Dazu – ein Bier. Bierstatistik: plus 3. Wir zahlen unsere 45 USD pro Nase für den Tripp – was echt geschenkt ist und werden auf 2 Motorrädern samt Gepäck in unser Hotel “Luna Homestay” gebracht. Hier werden wir mal wieder superherzlich in Empfang genommen und bekommen erst einmal was super leckeres zu Essen gekocht. Frühlingsrollen und Nudeln mit Rindchips und Geflügel – yummy. Wir essen auf unserer kleinen Terasse – eine Bananenstaude wächst fast in unser Zimmer hinein. Hinter der Bananenpflanze ein kleiner Fluß. Das Zimmer / der Bungalow sieht klasse aus. Sauber und modern. Das gefällt schon mal sehr gut. Ach ja, Bierstatistik: plus 4. Duschen – Schreiben – Heia. Nacht!

Sonntag 20.12. – Hoi An im Regen

Zum heutigen Tag gibts eigentlich nicht viel zu sagen. Größtenteils war er durch Feuchtigkeit von oben bestimmt. Wir haben uns heut morgen zwei Räder geschnappt und sind die 4km in die Stadt geradelt. Erster Stop galt dem Schneider. Hoi An ist ja das Shopping Paradies für Maßanfertigungen. Einen neuen Anzug, 3 Hemden und eine neue Trekkinghose konfektionert und Maße nehmen lassen. Morgen dann Termin zum “Fitting” – Ich bin sehr gespannt. Nach einer Stunde waren wir damit durch und haben unseren Weg in die Stadt fortgesetzt. Hoi An ist leider für mich nicht so charming wie offenbar für andere. Wir haben ja schon viel über diesen Ort gehört und andere Reisende getroffen die uns von Hoi An vorgeschwärmt haben. Den eigentlichen Charme entwickelt die Stadt erst Abends – Tagsüber kann man sich das schenken. Giftshop an Giftshop und Horden von Touristen. Ja, die Häuser sind ganz hübsch aber nun ja. Wirkt halt nicht so wenn überall T-Shirts verkauft werden wollen. An den Eingängen zur “Ancient-City” werden Tickets verkauft mit denen man sich die Sehenswürdigkeiten anschauen kann. Fünf der 22 pro Ticket. Erste Sehenswürdigkeit- die Japanische Brücke. Eine überdachte Brücke mit – na? Wer rät es? Richtig – einem kleinem Raum mit nem Buddha und Altar drin. Unspektakulär und der erste Schnipsel unseres 5er-Tickets wird abgeschnitten. Zweite Sehenswürdigkeit: ein alter historisches Haus mit japanischen, chinesischen und vietnamesischen Anteilen. Zweiter Schnipsel weg. Nach kurzer Erklärung einer jungen Dame drinnen “Das ist japanisch, das chinesisch und der Rest vietnamesisch” entpuppte sich das Ding als Giftshop und wir sollten mal wieder was kaufen. Ein Giftshop mit Eintritt – schon originell. Den dritten Schnipsel kostete uns eine “Assembly Hall” die mal ganz interessant war – Chinesische kleine Männer auf Altaren und Drachenstatuen. Endlich mal ein paar Fotomotive. Richtig nett wird Hoi An jedoch erst wenn Abends überall die farbigen Lampingnons angehen in der “City of Lanterns”. Höhepunkt heute war (mal wieder) das Mittagessen. Das haben wir in einer riesigen Markthalle mit unzähligen kleinen Food-Stands gehabt. Günstig und sehr lecker. Am Ende der Markthalle wurde jede Menge frisches Fleisch von diversen Tieren verkauft. Eine Ratte – so groß das unsere Katzen Angst vor ihr gehabt hätten saß eine ganze Zeit seelenruhig in einem der Gänge bevor sie unter einem Stand verschwand. Als wir beim Essen waren setzte der Regen ein und hörte erst wieder gegen 17:00 auf. Nach dem Essen opferten wir unseren vierten Schnipsel für ein weiteres altes Haus mit einem überaus mürrischem alten Mann den wir offenbar aus seinem Mittagsschlaf gerissen hatten. Das Haus war das unspektakulärste überhaupt. Es bestand hauptsächlich aus einem Raum. Als ich weiter nach hinten durchging fand ich micb wieder in der Küche von Leuten die sort wohnen und grad kochten. Meine Frage nach dem Preis für einen Kühlschrankmagneten wurde kurz und bündig von dem mürrischen alten mit “40” beantwortet was mir zu teuer war. Ich hab den gleichen Magneten dann 2 Häuser weiter für 20k gekauft. Ich hab noch ein par Mitbringsel für die daheim gebliebenen gekauft und der Regen wurde wieder stärker – nun goß es aus Eimern. Die Zeit überbrückten wir mit ein Paar Bia Saigon in einem Straßenrestaurant und schauten uns die Touristen in ihren bunten Müllsäcken (Folien-Regen-Capes) an die vorbeizogen. Irgendwann war es dann dunkel, hörte suf zu regnen und Hoi An wurde netter. Wir haben noch kurz den “Night-Market” angeschnuppert, ein paar Fotos gemacht und Susi konnte ihre “MiBris” kaufen. Kurzer Stop am Markt und schnell noch eine Drachenfrucht und eine Mango und zwei Stück unbekanntes gekauft. Das unbekannte blieb erstmal weiter unbekannt – war rot und hatte Stacheln und entpuppte sich dann erst später als eine große Lychee. Dann durch die Stadt zurückgeradelt und auf dem Weg bei unserem Schneider die “MiBris” abgeworfen – die kommen mit unseren Klamotten in ein Paket. Im HomeStay haben wir uns von unserer Host-Mom noch was kochen lassen – Nudeln mit Gemüse und Huhn – und mit Host-Dad noch ein Bier gezischt. Zum Nachtisch gabs unser Obst. UP meldet ca. 4000 Schritte – nicht viel geschafft heute. Na, gab ja doch was zu erzählen. Jetzt noch ein Bier auf der Terasse – grmpf.. es regnet schon wieder – schreiben und ins Bett. Nacht!

Montag 21.12 – Mit dem Roller nach My Son

Beim Frühstück überlegen wir was wir mit dem Tag anfangen – es ist wieder Regen angesagt. Stadt oder Strand oder Ausflug? Wir entscheiden uns für den Ausflug und haben uns nach dem Frühstück wieder 2 Roller bestellt die dann kurze Zeit später auch prompt vor dem Guesthouse abgestellt wurden. Und es kamen wieder unsere hoch geschätzten kleinen Yamahas. Dazu gab es überraschenderweise sogar Helme die mal passten. Nach 5 Minuten “on the road” wußten wir – das wird ein guter Tag – wieder das vertraute Surren unter dem Hintern. Erster Stop bei unserem Schneider zur ersten Anprobe – alles schick was wir uns da ausgedacht hatten – nur hier bisschen enger, da ein bisschen weiter. Nach 30 Minuten war das schon erledigt und Dank der Offline Navigation von Google Maps starteten wir unseren Ausflug in das 42km entfernte My Son. Wir fuhren unterwegs wieder durch eine Monsterpfütze – also die Strasse war einfach nicht mehr da – nur noch Wasser – aber darin hatten wir ja inzwischen Übung und auch das Vetrauen erlangt das die Roller nicht in der Mitte plötzlich einfach ausgehen. Nach ca. der Hälfte der Stecke und einigen “Sind-wir-noch-richtig?”-Checks via iPhone kehrten wir in ein kleines Cafe ein und tranken erstmal einen Kaffee. Weiter ging die Fahrt und nach 3/4 der Strecke überfiel uns der Hunger. Wir stoppten bei Opa und Oma an einem Straßenstand und aßen hinter einer Plane – vor dem Staub der Strasse geschützt – ein Bun Cha. Das ist sowas wie ein dünner Eierpfannkuchen mit Shrimps der dann zusammen mit Salat, Minze und einem mir unbekannten Gemüse in ein Reispapier eingewickelt wird – in Chillisauce getunkt und verputzt wird. Lecker und fast umsonst. Wir sollten für uns beide grad mal 15k bezahlen. Ich hab dann generös 25k gegeben – was ja in etwa einem Euro entspricht. Bei 0,60€ für die große Portion die unser beider Hunger killte hätte ich mich einfach schlecht gefühlt. Wir tranken noch einen Tee mit Opa – unterhielten uns mit Händen und Füßen und setzten dann unseren Weg fort. In My Son angekommen parkten wir die Roller und machten uns auf die Anlage zu erkunden. Wir haben den Weg erstaunlich gut her gefunden und sind nur einmal etwas weit geradeaus gefahren weil wir die Auffahrt auf die Schnellstrasse verpassten. Auffahrt war aber auch mehr als übertrieben – im Grunde ging es off-road steil eine Böschung hinauf. Das hat daher ein wenig gedauert bis wir das überhaupt als “Strasse” erkannten. Aber nun hatten wir es tatsächlich nach My Son geschafft. Das ganze war schon mal ein Vorgeschmack auf Angkor Wat. Ruinen im Dschungel und herrlich verwittert und begrünt. Fotomotive en masse. Gegen 16:00 machten wir uns wieder auf den Heimweg um möglichst vor Dunkelheit wieder in Hoi An zu sein. Opa saß immer noch am Straßenrand und winkte fröhlich als er uns wieder sicher und unversehrt auf dem Heimweg sah. Wir hupten und winkten und fuhren weiter. Zurück war der Weg deutlich einfacher zu finden da wir nun bereits oft wußten ob wir richtig sind oder nicht – deutlich weniger Unsicherheit. Da war sie wieder die Monsterpfütze – schon kaum noch aufregend. Da die Dunkelheit langsam einsetzte sahen wir nun zahlreiche Fledermäuse die zwischen den Reisfelder das zahllose Getier – das uns nun auch in die visierlosen Gesichter prasselte – jagten. Kurz nach Einbruch der totalen Dunkelheit waren wir wieder in Hoi An bei unserem Schneider. Zweite Anproberunde – schon besser – aber hier und da ist noch was zu tun. Morgen früh dann das dritte “Fitting”. Als wir uns dann an die letzten vier Kilometer zurück zum Guesthouse machten bekamen wir doch tatsächlich noch die Monsterdusche über die behelmten Ohren vor der wir den ganzen Tag Angst hatten und kamen folglich klitschnass dort an. Gemeine Sache – den ganzen Tag über war es (relativ) trocken und dann duscht es uns auf den letzten Metern noch mal so richtig. Grrmpf. Natürlich lies der Regen sofort nach als wir im Zimmer angekommen waren. Unsere Hostmom wartete schon mit den Chopsticks in der Hand auf uns mit denen sie dann sofort wieder loslegte zu kochen. Pok-Choi, Morning-Glory-Spinat, Tofu und Hühnchen in Ingwer-Chilli-Marinade. Wiedermal soooo lecker. Danach auf die Terasse zum Bier und Reisebericht schreiben. Zuvor noch der Checkin bei Silkair für den Flug morgen. Morgen verlassen wir Vietnam kurzzeitig und fliegen für ein paar Nächte nach Kambodscha – Angkor Wat – Ich freu mich schon riesig drauf. Lara Croft – ich komme!

Dienstag 22.12. – Strand, Flug und Einreise in Kambodscha

Es hat die ganze Nacht gegossen wie aus Eimern. Zum Frühstück dann blue sky und 28 grad. Jetzt wo wir abfahren. Nach dem Frühstück war wieder mal radeln angesagt. Der Schneider wartete auf das finale “Fitting”. Alles passt gut und wir bekommen Besuch von der Postfrau die uns beim packen des Pakets und dem Ausfüllen der Versandpapiere hilft. Unser Paket geht für umgerechnet 50$ inkl. Versicherung per Seeweg auf die Reise und wird uns (vielleicht) in drei Monaten zu Hause erreichen. Wir verabschieden uns von dem Schneider – bekommen noch zwei Wasserflaschen – und radeln zum Strand. Dort angekommen “chillen” wir bei 2 Bia Saigon in einer Strandbar und schauen aufs Wasser. Bei aktuellem Wetter – Sonne brennt – ist verständlich warum Hoi An ein Touristenmagnet ist. Obwohl der Strand schon ziemlich dreckig ist – überall liegt Styropormüll. Nichts desto trotz finden sich einige ziemlich geniale Fotomotive von Booten und Palmen und Fischern. Ich und meine Olympus sind glücklich, Susi ist (wieder) nervös und rechnet dauernd die Zeit die wir zurück zum Guesthouse brauchen werden und ob wir nicht besser schon mal bezahlen wollen. Um 13:30 werden wir abgeholt und fahren zum Flughafen nach Da Nang. Unser Flug geht gegen 16:00. Pünktlich um eins sind wir wieder im Guesthouse und warten auf unseren Fahrer. Der kommt pünktlich und muss aber erst noch was essen. Vierzig Minuten später sind wir am Flughafen un Da Nang. Ein kleiner süßer und überschaubarer Airport. Fünf Minuten nach Ankunft sind wir unsere Backpacks los und gehen was essen. Es gab Nudelsuppe mit Hühnchen und Frühlingsrollen beim BigBowl. Das ist sowas wie ein asiatischer BurgerKing für Suppen. Ausgesprochen lecker und für umgerechnet 4€ auch echt ein Preisknaller für einen Flughafen. Passport- und Securitycheck waren auch in Hochgeschwindigkeit hinter uns gebracht – keine 5 Minuten und wir waren durch. Schnell noch an einer Umfrage zum Bau eines Duty-Free-Shops teilgenommen, Zigaretten gekauft und schon gings ans Boarding. Der Flug – 1 Stunde – verging: wie im Flug. Um 17:30 – touchdown in Siem Reap. Aus dem Flieger und voll die Kelle bekommen – 30 grad und Dschungel-Luftfeuchtigkeit. Sofort angefangen zu schwitzen. Ein kleiner, süßer “international” Flughafen. Auf in die Ankunftshalle – Klimaanlage – yeah. Nun galt es zunächst mal die richtige Schlange für “Visa on arrival” zu finden. Selbstverständlich standen wir zunächst falsch an der Immigration-Check-Schlange an. Die erwartet uns aber erst später. Gesehen das Leute irgendeinen Zettel hatten und so einen Zettel gesucht- aha, Visa Antragsformular. Also Antragsformular ausfüllen, Passbild bereithalten und die richtige Schlange finden. Dann irgendwann dran sein und die 30$ Visagebühr abdrücken und in der nächsten Schlange anstellen um die Pässe wieder zu bekommen. In einer Reihe saßen dort 5 Stempel-Hoschis die Visas und Pässe stempelten und dann zur Ausgabe weiterreichten. Nachdem wir nun also unsere Pässe nebst eingeklebtem Visa wieder hatten ging es weiter in die nächste Schlange – Immigration-Control. Als ich endlich dran war fragte mich der relativ freundliche Mann nach meinem “Arrival-Form”. Häh? Wat? Form? Hab ich nicht. Er sagt das hätte ich im Flieger kriegen sollen – Hab ich aber nicht. Neben ihm stand nun glücklicherweise der Kapitän der Maschine, griff in sein Jacket und zog ein paar Formulare heraus. Als wieder zurück an den Stehtisch und nochmal die gleichen Informationen wie in das Visa-Formular nun in das “Arrival- and Departure-Form” eintragen. Passnummer, Hotel, Dauer des Aufenthalts usw. usf. Irgendwann war auch das Ding ausgefüllt und wir begaben uns wieder zu dem freundlichen Herrn in die Schlange. Der war nun zufrieden und kurze Zeit später waren wir drin: Kambodscha! Unsere Backpacks waren die letzten auf dem Band und somit schnell gefunden. Auf durch den Zoll. Ein Typ sammelt – ratet mal – Formulare ein. Wir hatten den blauen Zettel schon bei Leuten erblickt an der Immigration-Check-Schlange aber keine Ahnung wo es denn den nun wieder gab. Ach dort wieder Stehtische mit aufgeklebtem Zettel der erklärte wie denn nun das Formular wieder auszufüllen sei. Aber nirgends so ein Formular zu finden. Also mutig in die Schlage angestellt und als wir an der Reihe waren dem Typ klargemacht das wir keinen Zettel haben. Er fragte nur ob wir was zu verzollen hätten – was wir natürlich verneinten – und winkte uns durch. Um den Zettel waren wir prima rumgekommen und nun nach einer Stunde schon raus aus dem Flughafen. Zeit für eine – und eine zweite Zigarette. Dann ein Taxi finden. Auch das läuft hier anders. Man kauft ein Taxiticket vom Airport in die Stadt an einem Schalter den wir verwirrten natürlich nicht sofort fanden. Dank der großen Hilfsbereitschaft der Kambotschianer gelangten wir aber doch zum richtigen Schalter und lösten für 7$ ein Taxiticket zum Hotel. Der Fahrer nahm uns auch sofort an die Hand und lud unseren Kram ein. Los ging die Fahrt. Über eine vierspurige Strasse in Richtung Innenstadt. Links und rechts Luxushotels die dem Weihnachtswahn komplett verfallen waren. Überall Lichterketten, bunte leuchtende Geschenke, Rentiere und an jeder Ecke steht der Weihnachtsmann. Es glitzerte und funkelte überall. Sowas haben wir auch noch nicht gesehen. Wir staunten und fuhren. Irgendwann wurden wir vom Taxifahrer abgeworfen und gingen noch 200m eine staubige Sandstrasse bis zu unserem Hotel – das Rose Apple Boutique Hotel. Ein wirklich geiles Hotel – Pool, Poolbar, eine großartige Holztreppe und ein super herzlicher Empfang. Überall sitzen Geckos an den Wänden. Das Zimmer stinkt im Vergleich zum Rest des Hotels jedoch etwas ab aber da wollen wir ja eigentlich auch nicht sein. Wir checken ein und gehen in die Poolbar etwas essen und ein paar Bierchen zischen. Nachdem wir nun zwei Tage über das doofe Wetter in Hoi An gemeckert haben sehen wir im Spiegel das wir uns nun heute bei unserem kleinen Strandbesuch doch gleich einen schönen Sonnenbrand eingefangen haben und leuchten wie die Engländer. Glücklicherweise hatten wir nicht 3 Tage Sonne. Wir essen Curryhuhn und Fisch. Nebenbei schaut Susi noch den Angkor Wat-Führer durch und ich schreibe den Reisebericht des Tages. Morgen früh um acht gehts dann mit dem TukTuk auf nach Angkor – freu freu. Lara Croft wir sind schon vor der Tür

Mittwoch 23.12. Gegrillt in Angkor

Nach dem sehr guten Frühstück welches in der offenen Küche zubereitet wurde begrüßen wir Maha und besteigen wir unser TukTuk für den Tag. Unser erstes Mal TukTuk fahren. Man kann sich das so vorstellen wie Pferdekutsche ohne Pferd dafür mit Moped. Der Nationalpark von Angkor steht als Tagesprogramm auf dem Zettel. Nachdem wir 40$ für den Parkpass für 3 Tage bezahlt hatten, ein Foto für den Pass von uns gemacht wurde waren wir für den Einlaß legitimiert. An der Kasse gleich wieder was gelernt. Wenn man hierher kommt sollte man darauf achten nur US-Dollar mitzunehmen die in einwandfreiem Zustand sind. Alles wird in USD bezahlt. Wenn an einem Schein auch nur der klitzekleinste Riss zu sehen ist wird er einfach mal nicht akzeptiert. Nur schön glatte und heile Dollars werden genommen. Selbst ein Eselsohr wird argwöhnisch betrachtet. Das Pärchen vor uns wurde einen 20$ Schein nicht los weil ein kleiner Riss drin war. Unsere waren brandneu und wir bekamen kein Problem. Ich hab allerdings auch 1$ Noten die alles andere als neu aussehen – mal sehen ob ich die los werde. Sitten.. tztz.. Naja, wir hatten unseren Pass und machten uns auf zum ersten Tempel. Habe ich schon erwähnt das es heiß ist hier? Also heiß im Sinne von Backofen? Gut geölt den ersten Tempel umrundet – Prasar Kravan – und wieder ins TukTuk. Fahrtwind – super. Zweiter Tempel – Srah Stang und Banteay Kdai – Auch nett. Sehr beeindruckende Dinger. Dann der “Tomb Raider”-Tempel – Ta Prohm – das erste Highlight. Riesen Bäume wachsen auf Mauern und Tempeltürmen – Hammer. Und – Horden von Touristen. Vor jedem Baum der das Gebäude umschließt eine Plattform für den asiatischen Fotowahnsinn. Wir haben ca. eine Stunde für Ta Prohm gebraucht. Man muss seine Kamera schon sehr gut im Griff haben um ein brauchbares Foto zu bekommen. De Slot wo mal kein winkender, posender oder grinsender Tourist im Bild steht oder in eben dieses reinläuft bewegt sich gefühlt im Mikrosekundenbereich. Erste Busladung Chinesen abwarten, dann die zweite. Schuss und die dritte und vierte Selfierunde mit grinsenden Touristen versaut das gewünschte Bild. Man braucht schon sehr viel Geduld und es bleibt keine Zeit erst noch Blende und Verschlusszeit zu überlegen. Sowieso gehört das Fotografieren in den Tempeln zu dem schwierigsten was mir bisher untergekommen ist. Blauer Himmel mit schneeweißen Wolken und dunkler Stein im Dschungel. Ständig sich ämdernde Lichtverhältnisse. Ständig ist dad Bild zu dunkel und der Himmel ok, oder der Tempel ok und der Himmel einfach komplett weiß. Nachdem wir mit Ta Prohm durch sind fahren wir noch zwei weitere Tempel an (Ta Keo und Thommanon) bevor wir im Angkor Thom Komplex Mittag essen. War ok, aber auch nicht so günstig. Hier gilt es zu beachten das man beim Zahlen abgezählte Dollarscheine gibt da man sonst – wie uns passiert – offenbar das Wechselgeld zu Teilen in Landeswährung wiederbekommt. Die will aber keiner hier haben da alles nur in Dollar gezahlt wird. Da wir auch keine Ahnung vom Umrechnungskurs hatten bestanden wir darauf die komplette Summe Wechselgeld in US Dollar wiederzubekommen was dem Kellner nicht gefiel – er machte aber keine großen Mucken und wir bekamen dann alles in USD zurück. Frisch gestärkt und 21$ leichter machten wir uns auf zum nächsten Highlight – Bayon – der Tempel der Gesichter. Was für ein Monster von Tempel und richtig vieles ist noch gut erhalten. Jeder sichtbare Stein ist mit einem Relief verziert. Der Oberknaller. An allen Türmen riesige Gesichter. Wir trollten ungefähr eine Stunde da drin und drauf und rund herum. Es gab auf dem Weg zurück zum TukTuk noch weitere Tempel und die “Elephant Terrace”. Ach ja – war immer noch heiß – scheiss heiß. Um die Mittagszeit wurde es ständig heißer – kein Lüftchen wehte. Dann ging es gegen 15:30 zum “Sunset Point” – auf einen Tempel der auf einem Berg liegt. Da dort immer nur 300 Leute rauf dürfen ist rechtzeitiges Kommen von Nöten. Wir waren dabei und grillten bis zum Sonnenuntergang um 17:15 dort oben in der Sonne. Der Sonnenuntergang war ok-ish aber kein großer Knaller. Dankbar das der große runde Glühstrahler am Himmel nun untergegangen war gingen wir den Berg hinab zum TukTuk. Zurück ins Hotel – Duschen. Alles klebte und wir fühlten uns so dreckig wie schon lang nicht mehr. Hab ich schon das zweite Übel Kambotschas erwähnt – Staub? Das schöne am TukTuk fahren ist das man ständig dem Staub und Dreck ausgesetzt ist den es in Angkor zu Hauf gibt. Auch in den Tempeln und rund herum staubt es kräftig. Auch ein Riesenspaß für das Fotoequipment – an Objektivwechsel ist hier gar nicht zu denken wenn man nicht jeden Abend den Sensor nass reinigen will. Man kommt aber auch gut mit dem Weitwinkel klar denn die Motive sind gigantisch groß. Ach und man sollte einigermaßen fit sein denn einige Tempel wollen bestiegen werden. Da muss man dann Treppenstufen hinauf. Aber keine Stufen so wie sich der unbedarfte Westeuropäer Treppenstufen vorstellt. Die einzelnen Stufen sind gute 30-40cm hoch und maximal 20cm tief – manchmal auch weniger. Hoch geht das noch – ist mehr klettern – aber runter ist ein echter Spaß. Ich war den ganzen Tag echt froh nicht meinen 10kg Fotorucksack dabeizuhaben bei der Anstrengung und den Temperaturen. Ich hab natürlich Leute gesehen die mit großer DSLR Ausrüstung unterwegs waren aber keiner von denen sah glücklich aus. Da lob ich mir meine kleine Olympus. Nach dem Duschen sind wir dann noch in die “PubStreet” in Siem Reap um was zu essen. Das Restaurant “Soup Dragon” war leider wieder nur ok-ish und wir haben einen Kellner erwischt der offenbar nicht das schärfste Messer in der Schublade war. 2 Bier bestellt – 1 kam. Aschenbecher gefragt – kam nicht. Einmal falsches Essen gebracht. Kein Besteck. Alles in allem für viel essen mit 21$ zwar günstig aber doch nicht zu empfehlen. UP check – knapp 14.000 Schritte. Auf dem Weg in die PusStreet boten sich zahlreiche Gelegenheiten für interessante Geschäftsabschlüsse – 5 mal Marihuana und 3 mal Kokain. Da morgen früh jedoch um 5 unser Mann mit dem TukTuk wieder da ist – wir wollen Sonnenaufgang bei Angkor Wat mit voraussichtlich 1000 anderen Leuten gucken – haben wir sämliche Angebote dankend abgelehnt und uns aufs Essen und ein Bier beschränkt. So isses nun mal im goldenen Dreieck. Verständlich wie hier Leute stranden. Wenn man das Klima und den Staub und Dreck abkann.

Donnerstag 24.12. – Tempel, Tempel und noch mehr Tempel

Merry Christmas! Früh aufstehen war heute angesagt. Wir wollen mit einer Fantastillion anderen Leuten den Sonnaufgang über Angkor Wat bestaunen. Schnell mit ein paar Litern Sonnenmilch übergießen damit wir nicht zu knusprigem Bacon backen. Um 5:00 war Maha mit dem TukTuk da und wir fuhren los. Unterwegs reihte sich ein TukTuk nach dem anderen in die Kette der Sonnenaufgangsjäger ein. Wie an einer Perlenschnur fuhren die TukTuks in den noch stockfinsteren Nationalpark zum Angkor Wat Tempel. Uns wurde klar – wir werden nicht alleine dort sein. Ich hatte mit ca. 1.000 Leuten gerechnet – was sich aber als total unterschätzt zeigte. Mindestens die doppelte Menge fand sich am kleinen Tümpel vor Angkor Wat ein um das entscheidende Foto zu bekommen mit dem jeder Fotowettbewerb gewonnen werden wird. Der ganze Event sah aus wie ein Rockkonzert – es trat auf: the sun. Der Sonnenaufgang wurde begleitet von zahlreichem Verschlussklicken. Autofocus-Piepsern und Blitzlichtern von  Idioten die meinten ihr Mickey-Maus-Aufsteckblitz würde den 100m entfernten Tempel aufhellen. So in etwa muss es aussehen wenn der Papst oder der Prophet kommt. Der Sonnenaufgang war ähnlich unspektakulär wie der Sonnenuntergang gestern und wir gingen Angkor Wat anschauen. Das hatten wir uns ja gestern noch aufgespart da es heisst das Angkor Wat der beste aller Tempel ist und alle anderen danach nur noch so mäßig interessant seien. Das kann ich leider nicht bestätigen. Ich halte Angkor Wat für überbewertet. Da hatten wir gestern schon wesentlich beeindruckendere gesehen. Aber es ist halt der Name. Schön war wie sich das goldene Morgenlicht auf den Tempeltürmen abzeichnete. Ich denke ich habe ein paar brauchbare Fotos bekommen – ob die nun allerdings einen Wettbewerb gewinnen – naja. Weiter ging es in der Tempeltour – heute die große Runde durch den Nationalpark. Weniger Touristen da man dafür schon den ganzen Tag braucht. Es gibt 2 Runden die gefahren werden – die kleine (die hatten wir gestern) und die große. Zweiter Tempel nach Angkor Wat: Preah Khan – wieder ein Tempel der von Bäumen eingewachsen ist und herrliche Fotomotive bietet. Feuer frei. Auf zum dritten Tempel – Prasat Neak Pean. Der liegt mitten in einem kleinen See und ist über einen Holzsteg über den See zu erreichen. Wieder sehr gut und relativ schnell erledigt. Der vierte Tempel: Ta Som – wieder Bäume die um bzw. auf den Ruinen wachsen. Millisekunden ohne Tourist im Bild – Schuss – gut. Auf gehts zu Nummer fünf des Tages – East Mebon. Ein Bergtempel den es über die bekannten Monsterstufen zu erklimmen gilt. Schön sind hier die Elefantenstatuen die an allen vier Ecken des Tempels stehen. Der ganze Tempelt sieht aus wie eine Miniatur von Angkor Wat mit den bekannten 5 Türmen in Form von Lotusblüten. Wir und die Augen sind müde und wir entscheiden im Khmer Village erst mal was zu essen bevor die Tempelrunde weiter geht. Essen war gut und für die gewohnten 20$ zu haben. Kurze Fahrt zurück mit dem TukTuk und wir erreichen Pre Rup – nummer sechs heute. Sieht fast genauso aus wie East Mebon. Wieder klettern. Wir schauen uns dort um und machen uns auf zum letzten Tempel des Tages – Ta nei – mein persönliches Highlight. Es hat ein paar Anläufe gebraucht den Fahrer zu überzeugen dort hinzufahren weil die Strasse relativ schlecht mit dem TukTuk zu befahren ist. Irgendwann hat er die Herausforderung aber angenommen und wir waren auf einer extrem staubigen und schlagloch durchsetzten Straße durch den Dschungel unterwegs. Dort angekommen waren wir nach 5 Minuten – das andere Pärchen ging dann – ALLEINE ! Der Tempel ist wesentlich ruinöser als die anderen auf der Hauptroute und auch ein wenig kleiner. Hier haben noch keinerlei Restaurationsarbeiten stattgefunden und das ganze Arenal ist ein Fotografentraum. Chaotisch herumliegende Steine mit Gravuren in allen Größen und Formen. Nur einige Wände sind mit Holz vor dem Umfallen gestützt aber wenn man ein wenig schaut findet man Perspektiven auf denen die nicht zu sehen sind. Zahllose Nester der Tunnelspinnen überall. Da man hier seine Ruhe vor den Touristenhorden hat ergibt sich   auch ausreichend Zeit für coole Fotos. Mein Favorit. Gegen halb vier machen wir uns dann auf den Weg zurück ins Hotel. UP sagt was von knapp 11.000 Schritten – das ist genug. Das frühe Aufstehen zollt seinen Tribut und die Dusche wartet. Dort entspannen wir den Rest des Tages am Pool und sind relativ zeitig kaputt im Bett. Morgen um 09:00 geht die TukTuk-Reise weiter.

Freitag 25.12. – mehr TukTuk, mehr Tempel und Siem Reap

Der erste Weihnachtsfeiertag – 34 Grad sind angesagt. Nach dem Frühstück starten wir um 9:00 mit dem TukTuk zum Banteay Srey – dem Tempel der Frauen. Dieser liegt ca. 30km außerhalb von Siem Reap und auf der einstündigen Fahrt werden wir im TukTuk kräftig durchgebummst. Für Leute mit Rückenproblemen ist das eigentlich gar nichts. Froh am Tempel zu sein machen wir uns an die Besichtigung. Natürlich nehmen wir zunächst einen falschen Weg an dem wir nach 500m an einem Ticket-Kontrolleur scheitern der uns den weiteren Weg versperrt obwohl wir ein gültiges Ticket vorzeigen können. Mit Händen und Füßen erklärt er uns das unser Ticket für den heutigen Tag noch nicht entwertet wurde und es deshalb nicht weitergeht. Entwertet wird das Ticket indem am aktuellen Tag mit einem Locher ein Loch geknipst wird und der Typ hatte offenbar keinen Locher. Auf meinen Vorschlag in mein Ticket doch einfach ein Loch reinzubeißen ließ er sich auch nicht ein. Also die 500m zurück- dann links und nach 300m kamen wir beim “Ticket-Supervisor” – also dem Typ mit dem Locher – an. Loch gemacht und wir konnten unsere Besichtigung fortsetzen. Der Tempel ist für seine wirklich tollen Steingravuren bekannt. Zeit für ein Teleobjektiv. Ein paar schöne Detailaufnahmen boten sich an. Zunächst mussten wir die zwei Reisebusse Chinesen – die oberaufgeregt durch den Tempel schossen – abwarten, dann war es ganz erträglich. Zuvor herrschte der  ganz normale asiatische Fotowahnsinn. Grinsen, posen, zeigen und winken vor jedem gravierten Stein, sitzen und posen in jedem graviertem Durchlaß. Und selbstverständlich jeder aus der Gruppe. Es dauerte 5 Minuten bis ich 4 Fotoshootings chinesischer Frauen an einem Durchlaß abgewartet hatte und der Weg frei war. Dann pilgert die ganze Truppe zum nächsten gravierten Stein und das Spiel beginnt von vorne. Alles was eine Linse hat wird benutzt – nacheinander – iPhone, iPad, Nikon, Canon, Samsung. Puh, anstrengend. Irgendwann waren die dann aber durch getobt und wir hatten relativ Ruhe. Nur die Tempelmusiker waren die mit Abstand schrecklichsten die meine westlichen Ohren hier erfahren durften. Vor jedem Tempel sitzt eine Gruppe von Leuten die durch Landminen zu Schaden gekommen sind und musiziert. Oft recht harmonisch. Hier nicht. Die Gruppe hier hatte einen dabei der offenbar sein Gehör durch eine dieser Minen verlor. Er spielte zwar irgendwas auf einem mir unbekannten Instrument aber das war für meine Ohren derart unharmonisch das wir froh waren uns von dem Tempel entfernen zu können. Die anderen spielten recht gut aber der eine hat alles zunichte gemacht. Wir fragen uns wie sehr die anderen Musiker den Tag über wohl leiden und entfernen uns rasch auf dem “Nature Trail” vom Tempel. Besser. Auf einer Aussichtsplattform machen wir ein paar Fotos und entdecken zwei tote Eidechsen die jemand in einem Baum gehängt hatte. Dort wurden Sie von einer Horde Ameisen ihrem biologischen Zerfall zugeführt. Warum wohl jemand tote Eidechsen in einem Baum hängt wundert uns etwas. Um Ameisen zu füttern? Wir wandern zurück zum Parkplatz wo seit 1,5 Stunden unser TukTuk wartet. Als nächstes fahren wir das “Banteay Srey Butterfly Centre” an. Eintritt hier 5$ pro Nase. Das lohnt sich eigentlich nur wenn man 5$ über hat. Ein relativ kleiner Garten über den ein Netz gespannt ist. Es gibt aktuell 10 Spezies von Schmetterlingen anzuschauen. Wir lernen was über die Aufzucht und schauen uns – teilweise riesige – Raupen und Kokons an. Wir waren da alleine und der Guide hatte alle Zeit der Welt uns alles genau zu zeigen und zu erklären. Neu war uns das die Schmetterlinge sogar Geräusche machen wenn man den Kokon leicht drückt. Spannend wars immerhin. Wir gehen noch einige Zeit durch den Garten und suchen Schmetterlinge bevor wir unseren nächsten – und damit für Kambotscha letzten – Tempel anfahren – Banteay Samray. So langsam bekommen wir jedoch schon einen Tempelkoller nach mindestens 17 Tempeln der letzten drei Tage. Wir schauen den Tempel zwar noch an aber unsere Augen und Hirne können irgendwie keine Tempel mehr verarbeiten und außerdem brennt die Sonne uns fast wieder den Pelz weg. Wir beschließen den Tempel ruhig Tempel sein zu lassen und TukTuk’en zurück nach Siem Reap. Erneut geht es durch die ländlichen Gebiete Kambotschas. Dem täglichen Leben der Landbevölkerung zuzuschauen vertreibt uns die Zeit bis in die Stadt. Dort lassen wir uns am Rand des französischen Viertels absetzen und gehen durch die Stadt zurück zum Hotel. Zunächst kehren wir jedoch kurze Zeit später im “Barista Cafe” ein und trinken erst mal einen Iced Coffee und einen Iced Blende und hoffen das uns weder die Milch, die Sahne oder/und die Eiswürfel killen werden. Ich schreibe nebenbei den Bericht bis hierher und fröhne ein bisschen der “Street Photography” – Kambotschas Kinder sind so ungeheuer fotogen – jedes! Spaß mit den Zwergen. Nebenbei warte ich auf einen orange gekleideten Mönch auf einem Roller – eines der heutigen Zielfotos  – den ersten und die zwei im TukTuk hab ich leider verpasst. inzwischen hab ich nun auch mein heutiges Mönch-auf-Roller-Zielfoto – ich hoffe es ist was geworden. Vom Cafe aus sind wir durch das (unspannende) französische Vietel in Richtung PubStreet gegangen. Auf dem Weg dahin hab ich mich in “Mitziehern” geübt und auch meinen Mönch erwischt. Die Olympus verfügt über einen für Street-Photography sehr nützlichen lautlos Modus in dem der elektronische Verschluß benutzt wird. Den hab ich heute mal getestet. Super – da gibt es dann überhaupt keinen “Klack” mehr und das Auslösen geschieht wirklich absolut lautlos. Der nervige “Anfänger-AutoFokus-ist-scharf-Pieps” ist sowieso immer das erste was ich an einer Kamera ausschalte. Wer braucht den Kram? Man sieht doch ob es scharf gestellt wurde und außerdem zeigt (fast) jede Kamera im Sucher auch an wenn der AutoFokus gegriffen hat. Großer Aufruf: Bitte stellt das Generve auch an Euren Kameras ab! Das AutoFokus-Hilfslicht stell ich auch immer sofort ab – daran erkennen die meisten Leute das sie fotografiert werden – wenn die Kamera die auf sie zeigt auf einmal rot oder orange leuchtet. Braucht man auch höchstens im dunkeln. Das Olympus 12-40mm f2.8 Pro Objektiv isr auch so rattenschnell das man locker aus der Hüfte fotografieren kann und somit dann überhaupt nicht mehr als Fotograf wahrgenommen wird. Essen hatten wir in der PubStreet im “Khmer Kitchen” was zu empfehlen ist. Wiedermal für 21$ drei Biere und drei Gerichte gehabt. Dann zurück ins Hotel und eine Weihnachts-FaceTime-Session mit der Familie in Deutschland gemacht. Erstaunlich gut wie weit wir heute sind – flüssige Videotelefonie über den halben Erdball hinweg. In den 1980ern war das die Zukunft von der wir geträumt haben. Morgen früh fliegen wir dann zurück nach Vietnam und dann gehts von Saigon aus ins Mekong-Delta. Mal wieder Schiff fahren. Wir gehen jetzt noch einen Cocktail in der Hotelbar schlürfen. Prost!

Samstag 26.12. – Flug nach Saigon

Der zweite Weihnachtstag – zurück nach Vietnam. Um 7:30 ist der Fahrer da der uns zum Flughafen bringt. Vom Flughafen in die Stadt kostete es 7$ – zurück 10$. Offenbar ist der Airport weiter weg gerückt. Wir sind zwei Stunden vor Abflug da – warum so früh? Das wird sivh gleich beim Checkin zeigen – fast jeder der vor uns steht kommt nicht durch den Checkin wegen Visaproblemen. Große Diskussionen und Verwirrung. Wir erleben in der Zeit vor dem Schalter alleine vier Gruppen die weg geschickt wurden. Irgendwann sind wir an der Reihe und werden nach unserem “Vietnam-Leaving-Ticket” gefragt. Häh? Wir machen den Leuten klar das wir sowas nicht brauchen da wir ja das tolle “Mehrfach-Einreise-Visum” haben. Wir werden gefragt wie lange wir denn in Saigon waren und weisen freundlich darauf hin das wir ja nun grade erst mit dem Flieger da hin wollen. Die Frau dreht sich um – guckt auf das große Display hinter ihr und erkennt das sie ja den Checkin für Saigon macht. Irgendwann finden die auch die Stelle wo auf unseren Visa “multiple” steht und alle sind glücklich. Wir bekomen unsere Bordkarten und haben wieder was zu lachen gehabt. Nun noch eine rauchen und dann Passkontrolle und Security Check. Da waren wir richtig zügig durch weil da kaum was los war – wie auch wenn viele gar nicht erst am Checkin vorbeikommen. Ich sitze in der offenen Smoking-Lounge vor den Gates und warte aufs Boarding. Ich mag diesen süßen kleinen Airport. Irgendwer hat uns bei Einreise noch verunsichert das man bei Ausreise nochmals 20$ für irgendwas bezahlen müsse was aber offenbar nicht der Fall ist. Somit kommt das Kambotscha-Visum auf derzeit 30$ pro Nase. Nach drei Tagen Kambotscha muss ich leider sagen das die hier alle grundsätzlich wesentlich verplanter sind als die vietnamesen. So viele Lacher in drei Tagen – ob am Airport, im Taxi, im Restaurant, im Nationalpark oder im Hotel. Junge junge. Wir kommen fast pünktlich los und der Flug ist mit einer Stunde znd 10 Minuten schnell überstanden. Eine kleine zweimotorige Propellermaschine vibriert uns den Hintern durch. Da die Dinger nicht so hoch fliegen wie jets und das Wetter klar ist gibt es eine Menge Landschaft zu sehen. Die Landung ist etwas unruhig. Die Einreise ist problemlos. Das Gewühl am Airport schon was anderes – viele viele Leute. Wir beladen ein Taxi und fahren durch Saigon in den District 1 zu unserem Hotel für diese Nacht. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet uns 150k Dong. Juhuu, unser Hotel liegt direkt in der lautesten und dreckigsten Straße Saigons – sowas wie der Reeperbahn. Auf dem Nachttisch liegen Ohrstöpsel bereit. Ein sehr schönes Hotel in nahezu perfekter Lage für heute 38€/Nacht mit Frühstücksbuffet. Wir gehen Saigon erkunden. Weit kommen wir nicht da lockt uns der Kaffedurst ins Cong das irgendwie fast nebenan liegt. Dort sitzen wir eine Zeit rum, trinken Kaffee, essen Eis und ein Baguette. Vom schlechten Gewissen und der noch lahmen UP-Statistik geplagt machen wir uns auf den Weg durch Saigon. Zwei Kilometer später sitzen wir schon wieder – gegenüber von Notre Dame in einem Baguette-Shop. TripAdvisor sagt hier gibts die besten – ging so. Meins im Cong war besser. Gegenüber liegt das Hauptpostamt was wir anschauen wollen. Was? Postamt? Warum denn das? Weil das Ding prächtig ist und außerdem von Gustave Eiffel gebaut wurde – ja genau der Typ der den Pariser Turm zur damaligen Weltausstellung gebaut hat. Tolles Gebäude – außen sind Büsten von Wissenschaftlern unter dem Dachfirst angebracht – innen siehts durch das gewölbte Dach aus wie ein Bahnhof. Sehr schöne Mosaikfliesen auf dem Fußboden und Kronleuchter. Wir fotografieren ein bisschen rum und wollen dann die Kirche von innen sehen. Leider macht die um vier Uhr zu und wir sind zu spät, können aber noch durch eine offene Tür hineinlinsen und sind nicht traurig. Sieht relativ unspektakulär aus. Als nächstes steht ein Besuch im Caravelle Hotel an. Das war mal das höchste Gebäude der Stadt und warb bei seiner Öffnung mit den schussssicheren Fenstern. Während des Vietnam Krieges waren hier alle Journalisten und einige Botschaften untergebracht. Nebenan ist das Openhaus – auch sehr nett anzuschauen. Machen wir von außen – Wir haben ja noch einen Termin und wollen in der Rooftop Bar des Caravelle Cocktails trinken und Sonnenuntergang schauen. Es ist Happy-Hour. Wir finden einen Platz der viel Sicht bietet und trinken erstmal zwei Cocktails. Nachdem es nun dunkel ist gehen wir zum Song Sai Gon hinunter – der Fluß der der Stadt den Namen gab. An dem wandern wir eine Zeit in die grobe Richtung des Hotels entlang bis uns Bierdurst packt und wir in die Stadt abbiegen. Hier sind nun gar keine Touristen mehr zu sehen – nur das ganz normale Leben der Einheimischen. Insgeheim frage ich mich ob das so richtig schlau ist so als auf 1km klar erkennbarer Volltourist hier in den schummrigen Strassen rumzulaufen sage aber nichts – will ja keine Unruhe bei der Frau machen. Sorglos gehen wir weiter und suchen einen Shop oder ein Restaurant wo wir ein kaltes Bier bekommen. Es hat immer noch um die 30 grad. Unterwegs versuchen wir noch irgendwas gegen Moskitoa in einer Apotheke zu kaufen. Hände, Füße, Stift und Zettel und Google im Einsatz bekommen wir zwei Produkte gezeigt von denen wir aber nicht sicher sind ob sie nun vor oder nach dem Mückenstich anzuwenden sind – bedanken uns freundlich und gehen. Wie sich später zeigen wird waren wir aber schon auf der richtigen Spur denn eines der Mittel kaufen wir später im Supermarkt. Ein paar Schritte weiter sehen wir das “Ken” – ein Restaurant und Einheimisxhe die dort Bier trinken. Wir setzen uns an den letzten freien Tisch auf dem Gehweg und bestellen zwei Bier und ein Wasser. Zisch. Noch ein Bier. Da die Kühlung offenbar nicht hinterherkommt gibts das Bier mit einem Eiswürfel der fast das ganze Glas beansprucht – jedoch nicht lange- immer noch echt warm. Wir bekommen die Karte, oder besser – das große Buch des Seafoods. Alles was im Wasser schwimmt oder krabbelt wird in allen nur denkbaren Zubereitungsformen angeboten. Frittiert, pfannengerührt, gekocht oder gebraten. Nach unserer überzeugenden Erfahrung mit dem Meeresgetier während der Rollertour nach Hoi An beschließen wir hier auch zu essen. Wir brauchen ca. 10 Minuten um uns durch das Buch zu arbeiten und bestellen dann vorsichtshalber mal ganz feige Miesmuscheln in Tamarindsoße und Tintenfisch – da kann so viel nicht schiefgehen. Es kommen kleine Schälchen mit Salz-Pfeffer-Limetten-Soße, einer grünen und einer hellen Soße mit Chilli. Mutig mal in jede einen Chopstick gesteckt und probiert. Uih, wenn das so weiter geht dann wirds richtig lecker. Die pfannengerührten Miesmuscheln in der Tamarindsoße kommen und wir können beide kaum fassen wie unglaublich lecker die schon wieder ist. Wir schmatzen und tunken in Soßen und schmatzen und tunken. Die kleinen Muschelstücke mit den Stäbchen zu schnappen macht echt Spass und entschleunigt uns noch weiter. Nicht das wir heute großartig beschleunigt unterwegs waren und entschleunigt werden müssten. der Tintenfisch in Knoblauch kommt – Nom nom nom. Mehr geschmatze. Wir haben zwar den ersten Hunger bekämpft wollen aber noch mehr probieren und werden mutiger: Wir bestellen eine uns unbekannte Muschel “Bowl” die kurze Zeit später fertig ist. Mit Erdnüssen und Knoblauch – wieder lecker. Wir werden noch mutiger und bestellen “Sea Snail” – Seeschnecken. Wieder mit Knoblauch. Auch ziemlich gut. Nun sind wir jedoch leider echt satt und beschließen übermorgen auf jeden Fall wieder hierher zu kommen und vielleicht einen Hot Pot zu essen. Wir zahlen 300k inkl. Trinkgeld für Essen und fünf Biere und gehen zurück zum Hotel. Auf dem Weg dorthin erklären sich sofort die Ohrstöpsel auf unseren Nachttischen – hier tobt das krasse Leben. Bar an Bar – hunderte Menschen, Scooter, Motorrädr, Taxis. Zwischendrin diverse Bars in denen nur bildhübsche vietnamesische Frauen sitzen und auf Gäste warten. Ich versuche Susi zu überzeugen das es dort bestimmt das mit Abstand beste Bier gibt aber sie bleibt hart und lässt mich nicht das lokale Angebot probieren. Ich hoffe ja nicht das ich nochmal eine neue Frau brauchen werde aber falls doch weiß ich wo ich schauen gehe. Die Vietnamesinnen / Kambotschanerinnen können schon echt ziemlich hübsch sein. Auch die anderen zahlreichen Angebote diverser weicher und harter Drogen mußte ich wieder ausschlagen. Leider ist unsere Zeit knapp und wir können bzw. wollen uns einen Tag Hangover-Kater nicht leisten. Zur Party nach Malle? Was ein Quatsch – Party in Saigon ist glaube ich um Längen besser. Morgen geht’s wieder früh raus und für eine Nacht ins Mekong Delta. Das wird bestimmt auch toll. Um 7:30 müssen wir am Bus sein. UP meldet 9.700 Schritte – Tagesziel knapp vergehlt. Gute Nacht!

Sonntag 27.12. – Bus ins Mekong Delta

Frühstücksbuffet im Hotel und wir machen uns auf den Weg zum SinthTourist-Office um unseren Gutschein gegen ein offizielles Ticket einzutauschen und den Bus zu besteigen. Unsere Backpacks dürfen freundlicherweise bis morgen im Hotel gelagert bleiben damit wir die nicht mitschleppen müssen. Das notwendigste haben wir in unseren kleinen Daypacks. Was für ein Trubel vor dem Bus-Office. Hoch effizient durchorganisiert bekommen wir ein Ticket, checken ein und sind wieder raus. Unser Bus ist noch nicht da. Eigentlich soll es um 8:00 losgehen- es wird 8:30 bis wir im Bus sind. Da wir offenbar die ersten waren die die Tour gebucht haben bekommen wir die Plätze 1 und 2 im Bus – schräg hinter dem Fahrer. Wir zuckeln durch das Saigon-Gewühle aus der Stadt. Nach ca. 2 Stunden der erste Stop: Ben Tre. Wir besteigen ein kleines Motobiot und fahren ein Stück den Mekong entlang bevor wir in einen Seitenkanal abbiegen. Links und rechts stehen zwischen den Mangroven Wasser-Kokusnuss-Palmen. Schön grün hier. Nach zirka 45 Minuten im Boot halten wir an einer Imkerei, probieren Tee mit Honig und ein paar Früchte. Leider müssen wir dort eine Performance mit “traditional vietnamese music” ertragen. So gar nix für meine Ohren – klingt einfach nur schrecklich – aber die Unesco ist wohl der Meinung das erhalten zu müssen. Tja. Wir besteigen wieder das Boot und fahren zu einer Kokusnuss-“Fabrik”. Naja, ein paar Mädels die Kokusnuss-Bonbons in Papier einwickeln und jede Menge Kokusnuss-Krams für Touristen zu kaufen. Wir probieren nur den Reis- und Bananenschnaps und fahren mit dem Boot weiter. Wiederum kurze Zeit später gilt es ein Einheimischendorf zu besichtigen wo wir auch gleich Mittag essen. Nur die Getränke müssen bezahlt werden – Essen ist incl. dabei. Es gab Fisch und Reispapierrollen und Schwein. Alles lecker. Mit meinem neuseeländischem Tischnachbarn zusammen leeren wir alle Teller und Töpfe und sind pappsatt. Wir besteigen dreirädrige Motoräder mit Pritsche und Sitzbänken. Die fahren uns zu einem Bootssteg. Die Fahrt erinnert ein bisschen an ein Geschicklichkeitsspiel da man ständig aufpassen muss das einen nicht Bananen- und Palmenblätter unsanft von dem Gefährt befördern. Ducken, links, rechts, wieder ducken. Lusitge Fahrt. Am Bootsteg besteigen wir mit je 4 Personen ein Ruderboot und werden zurück zum eigentlichen Motorboot gerudert. Durch kleine Seitenkanäle des Mekong erreichen wir unser Motorboot das uns wieder zum Bus bringt. Gegen 3:30 verlassen wir Ben Tre um weiter nach Süden- nach Can Tho – zu kommen. Eine längere Busfahrt erwartet uns – wie lange weiß irgendwie keiner und auch der Tourguide hat nich verlauten lassen. Es sollen 4 Stunden werden. Unterwegs passiert nicht viel bis auf einen Auffahrunfall mit Fahrerflucht. Das Opfer versuchte noch den Täter zu Fuss zu verfolgen und aus dem Auto zu holen indem er – nachdem er gemerkt hat das der hinter ihm ausgeschert und ihn überholt hatte – die Autotür des Täters aufriss. Dieser gab aber einfach vollgas und die Verfolgungsjagd bekann. 5 Minuten später sahen wir den Täter wieder und auch das der Geschädigte inzwischen aufgeholt hatte. Dann bogen beide jedoch ab und die Geschichte endete für uns. Nach einer gefüllten Ewigkeit – der Bus fuhr mal 40, mal 30 – erreichten wir das Hotel in Can Tho. Checkten ein und sofort gab es Dinner. Da wir erstmal die Checkin-Schlange ein wenig kürzer werden lassen wollten warteten wir draußen und verpassten den Welcome-Drink – O-Saft. Ich fragte einen der Kellner ob er noch einen hätte. Leider hatte er keinen mehr. Grmpf. Die Getränkeveraorgung im Bus lies stark zu wünschen übrig- es gab morgens mal eine kleine Flasche Wasser. Somit hatten wir shon etwas Durst. Das Zimmer war wohl das beste was wir auf unserem Trip bisher hatten. Groß, sauber, echt gut für die 4 Sterne die draußen am Hotel leuchten. Schnell das Willkommenswasser ge-ext und dann schon wieder zum Essen. Zunächst mal geguckt wo man denn hier kurzfristig ein kaltes Bier erstehen kann. Unsere Reisegruppe steht noch vor dem Hotel. Am Fluß – auf dem Hotelgelände – etwa 100m entfernt dann eine kleine Bude mit 3 Mädchen und zahlreichen Bierkisten gefunden. Erstmal ein Bia Saigon aus dem Kühlschrank gekauft – 11k – hier ist schon mal gut. Das eine hat nicht sehr lange vorgehalten – hui das perlt aber auch – und schnell das zweite Bier besorgt. Dann zurück zum Hoteleingang. Ups – keiner mehr da. Aufgeregt kommen uns zwei Mädchen aus unserer Gruppe entgegen und fragen wo denn nun auf einmal alle abgeblieben sind. Wir haben keine Ahnung und fragen uns gemeinsam wie denn wohl die Horde von knapp 80 Personen auf einmal verschwinden konnte. Die Busse sind alle noch da. Wir fragen an der Rezeption nach. Die sagt uns das die meist am Fluss essen – also in etwa da wo wir grad herkamen. Offenbar sind wir links und alle anderen rechts herumgegangen. Perfekt getimed. Da wir ja nun etwas spät waren sind nur noch zwei einzelne Plätze an zwei kilometerweit auseinander liegenden Tischen frei. Unser Guide fragt uns ob wir denn auch getrennt sitzen würden was ich – aufgrund der ziemlich miesen Kommunikation wann es wo was zu essen gäbe – leicht angefressen verneine. Später sehe ich ein das das bestimmt unsere Schuld war und unser Guide beim Welcome-Drink bestimmt die notwendigen Informationen preisgegeben hat. Zu meiner Entschuldigung möchte ich anbringen das unser Stresslevel aufgrund des Busgejuckels leicht erhöht war. Vor allem weil niemand es für notwendig hielt mal zu erwähnen wie lange die Busfahrt denn sei. Wir bekommen die Plätze der beiden Mädchen die mit uns grade eben zusammen ganz aufgeregt unsere Reisegruppe suchten. Der einen gehts plötzlich nicht mehr gut und sie verzichten auf das Essen. Häh? Grad sah die noch ganz ok aus – komisch. Froh über die erstandenen Plätze schauen Susi und ich uns an und fragen warum die wohl so plötzlich das Weite gesucht haben? Irgendwas mit dem Essen? Irgendwas mit den Tischnachbarn? Sehr komisch. Als erstes gabs eine Fuschsuppe mit einem reichlich Fett-glibberigem “Cat-Fish”. Vielleicht hat sie das schon überfordert. Essen mochte ich den Glibberfisch jedoch auch nicht aber die Suppe in der er schwamm war echt sehr gut. Anschließend wurde aufgefahren: Salat, Tofu, Suppe mit Pilz, Rind, Schwein, mehr Fisch, Thunfisch, Nudeln und Reis. Wow. 98% der Gruppe entschieden sich für den Busshuttle nach Can Tho um noch die Stadt anzuschauen. Wir nicht. Unsere Tischnachbarn – Vietnamesen aus Los Angeles – waren keine großen Esser und somit war von allem noch reichlich da. Wir saßen und aßen und probierten alles bis zur allerletzten Minute – bis alle anderen Tische bereits abgeräumt waren und wir das Gefühl hatten nun auch endlich gehen zu müssen. Susi war das schon etwas unangenehm – mir nicht. War lecker. Essen und zwei Bier und der Stresslevel war wieder knapp über Normalniveau. Wir nahmen uns vor den durchbdie gezielte Zuführung von Bia Saigon noch weiter zu drücken. Da ich durch die zwei Bierkäufe ja schon wusste wo es das gute Gebräu gab und inzwischen drei neue (Bier-)Freundinnen hatte verbrachten wir den rest des lauen Abends auf der Kaimauer. Tranken Bier um den Elektrolyt-Haushalt wieder einzupegeln und schauten den Fledermäusen bei der Jagd zu. Unzählige – die Freundschaft zu den drei Bierdamen vertiefende – Biere war es halb elf, der Bus aus der Stadt wieder da und wir gingen leicht angeschickert auf unser Zimmer. Der Stresslevel war nun im negativen Bereich angekommen. UP meldet enttäuschende 3.700 Schritte – viel rumgesitze. Morgen um 6:30 gibt es Frühstück und dann bringt uns der Bus an den Bootsanleger. Es gibt den schwimmenden Markt von Cai Rang zu sehen – das eigentliche Ziel und der Grund unseres Ausflugs in den tiefen Süden Vietnams. Vielleicht gibts danach auf dem Markt ein wenig mehr Bewegung.

Montag 28.12. – Schwimmender Markt im Mekong

Das Hotel war wirklich sehr gut. 6:30: Antritt zum Frühstücksbuffet – auch echt 4 Sterne – erinnert mehr an Brunch. Frisch und gestärkt gehts in den Bus. 15 Minuten Fahrt an den Fluß und ab aufs Boot. Nach 20 Minuten Bootsfahrt auf dem Mekong erreichen wir den schwimmenden Markt – das ist mal lustig! Überall große und kleine Boote an denen weiter große und kleine Boote andocken und alles kaufen und verkaufen was man sich so vorstellen kann. Kokosnuss, Ananas, Süßkartoffeln, Salat, Zwiebeln usw. usf. Damit zu erkennen ist was welches Boot verkauft sind die einzelnen Waren an einer langen Stange befestigt. So ist von weithin erkennbar was es auf dem Boot gibt. Smarte Idee. Wir tuckern einige Zeit zwischen den Booten umher bevor es weiter den Fluss hinab geht. Nächster Stop ist ein kleines Dorf in dem wir ein paar Früchte essen und Fahrräder mieten. Damit radeln wir ca. 45 Minuten durch das Dorf entlang eines Kanals. Mehr Palmen und Bananen. Wunderhübsch. Nur die Gruppe mit der wir radeln ist etwas zu groß so daß wir ständig anhalten und warten müssen. Natürlich dauert es nicht lang – 10 Minuten – da fällt die erste mit dem Rad auf die Nase und schlägt sich die Oberlippe auf was unsere kleine Radtour weiter verzögert. Zurück am Bootsanleger besteigen wir wieder unser kleines Boot welches uns in 40 Minuten zurück zum Hotel fährt. Da ist nun für alle das Mittagessen auf eigene Kosten angesetzt. Wir sparen uns das und entscheiden das drei Bier auch ein prima Mittagessen abgeben und setzen uns wieder an den Fluss. Meine Bier-Freundinnen sind hoch erfreut mich wieder zu sehen und somit haben wir blitzschnell jeder ein kaltes Bier in der Hand. Der Australier mit dem ich schon ein bisschen Spaß auf der Tour hatte ist stark beeindruckt von unserer “German Effiiciancy”. Nach dem Mittagessen steigen wir wieder in den Bus – es geht zurück nach Saigon. Nach knapp einer Stunde halten wir und vertreten uns die Füsse auf einem riesigen Markt. Wir bekommen 30 Minuten Zeit. Wir gehen rechts, links, geradeaus, links, links usw. Da wir ja das Mittagessen mit Bier substituiert hatten wollten wir gerne noch was essen. Wir kauften panierte und frittierte Banane mit Kokosnuss-Sosse was eigentlich ganz lecker gewesen wäre wenn nicht gefühlte zwanzig Prozent der Kopfbehaarung der Köchin in der die Banane umgebene Panade eingearbeitet gewesen wäre. Das erste und einzige nicht so leckere Essen in Vietnam. Wir kaufen noch ein weiches Sesambrötchen und Ananas. Kurzfristig waren wir auf dem Rückweg stark desorientiert – Häh? Wo war jetzt der Bus? Sieht auf einmal alles gleich aus hier. Ups. Augen werden größer. “Hast du dir den Weg gemerkt?” “Nö!” “Ich auch nicht.” Mehr Ups-Gefühl und noch größere Augen. Noch 10 Minuten bis wir wieder am Bus sein müssen. Leichte Pulsbeschleunigung. Glücklicherweise haben wir dann aber doch den Bus irgendwie zu der erwarteten Zeit wiedergefunden. Puh! Andere waren da nicht so gut. Der Guide flitzte los und fing die verloren gegangenen Mitglieder wieder ein was mir noch ein bisschen Zeit zum rauchen und fotografieren gab. Irgendwann waren wir dann wieder vollständig und setzten die Tour fort. Es ging durch eine herrliche ländliche Landschaft – Reisfeld an Reisfeld. Nach eineinhalb Stunden gab es dann noch einen Pinkelstopp was die Teilnehmerinnen unserer Tour freute. Den Rest der Tour vertreibe ich mir die Zeit indem ich ein paar Folgen “Weeds” schaue und somit den TV-Fundus auf meinem IPad dezimiere. Eine Stunde und vierzig Minuten später sind wir dann wieder in Saigon, verabschieden und von unseren australischen und neuseeländischen Tour-Buddys und gehen zurück ins Duc Voung Hotel. Heute ist unser Zimmer mit 30€ knapp 8€ billiger als vorgestern. Wir gehen aufs Zimmer und erkennen am Schimmelgeruch, dem fehlenden Fenster und der jaulende  Klimaanlage sofort wo die 8€ Ersparnis herkommen. Nach dem Superzimmer im Van Phat 1 Hotel der letzten Nacht geht das gar nicht klar und ich mache mich auf den Weg zur Rezeption um nach einem Zimmerupgrade zu fragen. Der, wiedermals ungeheuer freundliche, Mann an der Rezeption sagte mir das er leider für diese Nacht nur noch ein VIP-Zimmer frei hätte was aber sehr teuer sei. Das ist mir egal und ich frage ob ich das mal anschauen könnte. Klar. Wir schauen das Zimmer an und beschließen sofort es uns in unserer letzten Nacht in Saigon noch mal gutgehen zu lassen, dem “Funghi-Zimmer” Lebewohl zu sagen und ziehen um. Da wir nun schon die zweite Nacht im Duc Vuong sind bekommen wir noch 10$ Rabatt auf das Zimmerupgrade und zahlen anstatt 30€ nunmehr 60€. Das ist das Zimmer zwar eigentlich nicht wert aber es ist ziemlich groß, hat ein riesen Doppel- und ein kleineres Bett, riecht besser und hat außerdem zwei Fenster. Und laut ist es bei der Lage in der Party-Strasse eh in jedem Zimmer. Aber dafür liegen auch hier wieder für jeden zwei Ohropax bereit. Zufrieden bestücken wir die mitgebrachte Dreifach-Steckdose mit unseren zahlreichen Ladegeräten und Akkus und gehen durch die Stadt ins “Oc Ken” wo wir uns weiter durch das große Buch des Seafoods aka deren Speisekarte mampfen wollen. Es geht los mit Garnelen in einer Soße aus Butter, Salz und Entenei-Eigelb. Dazu gibt es Reis. Eine sehr sehr gute Wahl wenn auch die Garnelen-Pulerei immer etwas anstrengend ist. Weiter machen wir mit pfannengerührtem Tintenfisch in Butter und Knoblauch. Wahnsinn. Als nächstes wollen wir mal die Reisrollen mit Schnecken probieren und bestellen 3 Stück davon. Auch alles andere als enttäuschend – super yummy. Jetzt ein paar Muscheln? Jupp – ausgesucht und bestellt: gekochte “Clams” mit Ingwer, Zitronengras und Galangal. Nix zu meckern – Muscheln auch lecker. Mehr Muscheln? Klar! Wir bestellen pfannengerührte “Blood Cockle” in Tamarind-Soße. Entgegen der vorherigen Portion bei der alle Muscheln schon geöffnet waren und somit prima mit der “Leere-Muschel-greift-neue-Muschel-Greiftechnik” relativ sauber gegessen werden konnte war hier nun wieder voller Fingereinsatz an der Muschel gefragt. Wir taten uns etwas schwer die einzelnen Muscheln zu öffnen und fragten unseren Kellner wie denn das am besten zu bewerkstelligen sei. Er zeigte es uns aber offensichtlich stellten wir uns doch für die Augen des Personals zu unbeholfen an und eine Kellnerin öffnete uns super hilfsbereit alle noch verbliebenen Muscheln. Auch das letzte Gericht in unserer Tafelei war überzeugend lecker. Müssen wir echt nach Hause? Gibts hier Flugpersonal-Streik? Ach ne – unwahrscheinlich- wir fliegen ja Cathay Pacific und nicht Lufthansa. Irgendwelche Vulkane die vielleicht ausbrechen könnten und für zwei Wochen den Flugverkehr lahmlegen. Hm, eher nicht- ist ja Asien nicht Island. Durch das ganze Gesitze der vergangenen Tage sind unsere Hintern nicht mehr so richtig glücklich mit den harten Holzstühlen und schmerzen etwas – obwohl die uns eigene, rückseitige Polsterung nicht so wirklich abgenommen hat in den letzten 18 Tagen. Wir zahlen 350k Dong, lassen ein großzügiges Trinkgeld springen und gehen ins Hotel zurück. Den Weg dorthin gehen wir nicht durch unsere Party-Straße  sondern eine Straße höher, durch einen Park. Dort sehen wir das zahlreiche Leute einer uns beiden bis dato völlig unbekannten Freizeit Beschäftigung nachgehen. Zunächst denken wir die spielen Badminton da immer irgendwas in hohem Bogen durch die Luft fliegt. Als wir näher kommen sehen wir das das ausschließlich mit den Füßen gespielt wird. Der “Ball” – ein Plastikding mit einer Feder zur Flugbahnstabilisierung – wird immer hinter dem  Rücken angenommen und die Fußsohle dabei als Schläger benutzt. Das ganze geht dann mit einer ungeheuren Präzision immer hin und her – absolut beeindruckend. Wenn der Spielball mal etwas höher ankommt wird sich auch gern nach vorne gebeugt und mit dem sich nun über dem eigenen Kopf befindlichen Fuß pariert. Wir sind beide fasziniert und setzen uns auf eine kleine Mauer um der Akrobatik etwas zuzuschauen. Das ganze kann auch noch etwas komplizierter zu viert gespielt werden. Dabei erzeugt dann einer der zwei für den anfliegenden Ball mit den Armen eine Art Tor durch das dieser dann fliegt und zurück gespielt wird. Je kleiner das “Tor”, je besser offenbar. Sehr galantes Spiel und sehr faszinierend wie unangestrengt das von Statten geht. Einige Touristen versuchen das natürlich auch – scheitern aber selbstverständlich und wirken dabei sehr tölpelhaft. Genau das ist einer der Gründe warum ich das Reisen so liebe. Es gibt immer wieder etwas das man trotz täglichem Facebook, twitter, youTube, google+ usw. noch nie gesehen hat. Wir staunen eine Zeitlang und gehen dann weiter zurück ins Hotel. Duschen – aaaaah, herrlich. Die fantastische Reiseagentur “Susi” checkt uns für den Flug morgen nach Hong Kong ein während ich ausgiebig dusche. Gut hat sie das alles mal wieder geplant und gebucht. Bin schon ein bisschen stolz auf meine Frau – nein, sehr stolz. Wir versuchen noch schnell rauszufinden wie wir denn in Hong Kong am besten vom Flughafen zum Hotel kommen, spionieren noch ein wenig via Google-Street-View in der Umgebung des Hotels herum, stöpseln unsere Ohropax ein und sagen “Gute Nacht” für heute.

Dienstag 29.12. – Abschied von Vietnam und Hong Kong Märkte

So, das war also Vietnam. Ein bisschen traurig bin ich schon das unser Trip durch dieses grandiose Land heute zu Ende geht. Um 11:30 geht unser Flieger von Ho Chi Minh nach Hong Kong. Ich würde gerne noch bleiben – 35-36 grad, jede Menge Trubel, fantastische Menschen und das unglaublich leckere Essen – was will man eigentlich mehr? Flug umbuchen? Jedesmal das gleiche – och nö, nicht schon nach Hause. Nö nö nö.. Hört man meine wehmütigkeit? Naja, nützt ja nix – zu Hause ist es ja auch schön und ein neues Projekt ist auch noch nicht am Start. Bleibt noch ein bisschen Zeit die Fotos nachzubearbeiten und ein paar Tage auszuspannen. Aus unserem Plan im Urlaub ein paar Kilo abzuwerfen ist übrigens aufgrund der vietnamesischen Küche ja nun mal so gar nix geworden – naja, isses halt ein Ziel für 2016. Wir frühstücken nochmal richt gut am Buffet – nu ist es ja auch egal – 2016 ist ja noch nicht und setzen uns in die Roof-Top Bar mit unserem Kaffee und beobachten wie die Stadt langsam zu Leben kommt – es wird schon mehr gehupt und stätig steigt der Geräuschpegel. Saigon erwacht. Für 10:30 bestellen wir ein Taxi. Die Zeit vergeht beim Kaffee wie im Flug und wir checken aus. Pünktlich um 10:30 materialisiert sich ein Taxi vor dem Hoteleingang, verlädt unsere Backpacks und auf gehts durch das Scooter-Gewimmel zum Flughafen. Ca. 35-40 Minuten später sind wir da. In null-komma-nix sind die Backpacks aufgegeben und wir gehen noch mal raus vor die Tür. Um elf machen wir uns auf den Weg durch die Pass- und Security-Kontrolle. Auf dem Weg dahin sehe ich ein bockiges kleines Mädchen und überlege ob das vielleicht eine gute Taktik ist. Vielleicht könnte ich mich ja auch auf den Boden werfen und brüllen und Susi lässt mich hier? Ich sehe jedoch das das kleine Mädchen damit wenig Erfolg hat, verwerfe meinen Plan und ergebe mich der Ausreise. Wir sind ratz-fatz durch die Checks. Dahinter stellen wir beide fest das das aber wirklich mal schnell ging obwohl der Airport von Saigon nun wirklich kein kleiner ist. Da wir noch US-Dollar haben investieren wir diese noch in zwei Kaffee und ich schlage die Zeit bis zum Boarding in dem Raucherraum bei einem Gespräch mit Toby tot. Toby ist auch Deutscher, wohnt aber in Sydney und ist auf dem Weg nach Thailand. Nettes, kurzweiliges Gespräch. Dann ist es auch schon Zeit sich zu verabschieden – wir müssen beide zum Boarding. Pünktlich um 11:45 heben wir ab. Ich schreibe den Reisebericht und es gibt wieder was zu essen. Huhn mit Reis – so wird das in 2015 nix mehr mit dem Abnehmen. Aber wir haben ja zuvor eh schon beschlossen damit erst 2016 anzufangen. Dann gibts auch bis zum Sommer wieder ausschließlich Rotwein – und kein dick machendes Bier mehr. Da wir wieder gen Osten fliegen stellen wir die Uhren um 1 Stunde vor und landen pünktlich um 15:10 in Hong Kong. Raus aus den Flieger und das gewohnte Prozedere: Temperaturcheck, Passkontrolle, Gepäckband und Zoll. Alles unaufregend. Dann zum MTR – die Bahn hier – und in den Airport Express nach Kowloon. Karte kaufen wir wieder erst nachdem wir an der Kowloon Station sind. 30 Minuten Fahrt und wir lösen ein Ticket für den Airport-Express, diesmal kostet es nur 70 HKD. Damit kommen wir aus der Station, lösen ein neues Ticket für die neue Strecke und steigen um in den Zug nach Olympic. Nun fahren wir eine Station zurück da der Airport Express nicht in Olympic hält. Dort kommen wir zunächst nicht durch die Ausgangssperre weil wir nicht sofort verstanden haben das man dieses Ticket nun in einen Schlitz stecken muss anstatt, wie beim Airport-Express, das Ding kontaktlos an das Lesegerät zu halten. Uns wird aber sofort geholfen und wir sehen nun auch den Schlitz – Karte rein und wir kommen raus. Unser Hotel steht freundlicherweise schon auf einem Schild und weist uns den Weg zu Ausgang B. Wir finden problemlos nach 400m das “Dorsett Mongkok” – unser kleines Hotel für die nächsten 2 Tage. Naja, klein im Sinne von Hong Kong – es hat nur 27 Stockwerke. Wir bekommen Zimmer 817 – also im 8 Stock. Auch vorbei ist offenbar die Zeit wo gleich einer angesprungen kam und einem das Gepäck entriss um es aufs Zimmer zu schaffen. Hier gibt’s nur die Schlüsselkarte. Ja gut das “Dorsett” hat nur zwei Sterne – mehr Sternchen wollten wir nicht bezahlen. Das Zimmer kostet so schon über 120€ die Nacht. Das Zimmer ist erwartungsgemäß klein aber sauber und gut eingerichtet. Die Nasszelle ist eine Glasbox die in einer Zimmerecke steht und Klo und Dusche beherbergt. Mein persönliches Highlight ist jedoch das hier ein 4G-Android-Telefon inkl. Dataplan liegt das man auch mit rausnehmen kann. Dort schnell den persönlichen Hotspot angeknipst und wir haben überall Internet und free international Calls. Wie geil ist denn das bitte? Wir verschnaufen einen Moment, nehmen unseren mobilen Hotspot mit, ziehen die Karte aus dem Slot neben der Eingangstür (die wird später noch lustig) und machen und auf Mongkok zu erkunden. Unser erstes Ziel ist der Goldfish Market, eine Strasse in der es alles für das Aquarium zu kaufen gibt. Fische in jeder Form, Farbe und Art. Jede Menge Kampffische und Schildkröten in jeder Größe. Viele Fische sind nur in kleinen Plastikbeuteln verpackt. Auch findet sich dort ein Fischmarkt auf dem alles angeboten wird was sich in Meer und Fluss bewegt. Krabben, Muscheln, gigantisch montröse Muscheln, Garnelen, lebender und toter Fisch und so weiter. Tierschützer und Tierliebhaber die sich an der doch komplett anderen chinesischen Kultur stören sollten das Ziel unbedingt vermeiden. Neben Fischen gibt es alles was irgendwie als Haustier durchgeht. Unzählige kleine Hundewelpen in Glasboxen, noch mehr kleine Kätzchen (auch in Glasboxen), Hamster, Kaninchen usw. Ich hätte ohne Probleme mit mindestens 8 Hunden und 15 Kätzchen dort weggehen können. Fotografieren ist dort meist überall verboten – und die wissen warum. Irgendwann konnten auch wir die ganzen süßen Dinge nicht mehr ertragen und gingen weiter zum Ladies Market – tja, wie soll man den beschreiben. Eine schmale Gasse mit jeder Menge billigem China-Ramsch. Ich habe nur den obligatorischen Kühlschrankmagneten gekauft. Es gibt T-Shirts, Koffer, Taschen, Handyhüllen, Bilder, Perücken, Strapse, diverse Dinge die mit usb versorgt auf dem Schreibtisch stehen, Uhren, Gürtel, Rücksäcke, mehr Handyhüllen und noch mehr Magnete. Das ganze fühlt sich irgendwie an wie eine Liveausstellung eines Werbegeschenk-Versenders. Ist aber mal spannend anzuschauen. Ständig wird man angesprochen ob man nicht “Copy watch, copy bag, copy irgendwas” kaufen will. Produktpiraterie ist kein Thema hier – beim Zoll bei uns schon. Auch davon haben wir irgendwann genug und bewegen uns in Richtung Hotel zurück. Zunächst gehen wir im Dim sum dim sum essen – TripAdvisor sagt das das sehr gut sei. Es gibt dort: Dim Sum – ach wirklich? Wir bestellen viel zu viel und irgendwie ist das für mich alles nicht richtig lecker. Man kann das schon alles essen aber naja. Geschmackssache halt. Auf dem Weg zurück ins Hotel staunen und lachen wir über die zahlreichen Angebote der Restaurants. Hier ist doch äußerste Vorsicht geboten bei der zu arglosen Bestellung. Schon speziell was hier alles angeboten wird. Hühnerfüße und geschredderter Schweinehals sind da wohl noch das harmloseste. Google Maps führt uns zum Hotel zurück und wir wollen duschen. Welche Zimmernummer? Keine Ahnung. Keiner hat das Pappmäppchen – von die drauf stand – mitgenommen. Wir lachen. “Hast Du die Zimmerkarte?” – “Klar”. Ich glaube mich zu erinnern das es der 5te Stock war. Wir gehen aus dem Fahrstuhl auf die Tür zu – probieren die Schlüsselkarte – Tür geht nicht auf. Irgendwie sieht die Karte auch komisch aus – kein Chip zu sehen und es steht ein anderer Hotelname drauf. War es doch der 8te Stock? Wir fahren in den 8ten. Schräg raus aus dem Fahrstuhl – Karte rein – wieder nix. Karte umgedreht – nix. Na dann geben wir uns den peinlichen Auftritt an der Rezeption und fragen nach unserer Zimmernummer. Zu unserer Entschuldigung – es gab noch kein Bier heut! Wir fahren also wieder runter und zeigen dem Mann an der Rezeption meine komische Karte. Er lacht. “Das ist die Karte die das Licht anmacht – aber nicht die Tür auf!”. Unser Zimmer ist tatsächlich im 8ten Stock, wir bekommen eine neue Tür-Schlüsselkarte und der Zugang zum Zimmer gelingt. Wo gibt’s denn sowas? Eine billige Plastikkarte die das Licht und die Klimaanlage anmacht? Man lernt nie aus. Wir gehen duschen und schauen unseren Hochhaus-Nachbarn gegenüber noch ein wenig beim Wohnen zu. Dann Licht aus. UP meldet 8.700 Schritte – nicht viel aber das reicht auch.

Mittwoch 30.12. – Großstadt und Natur

Ich bin als erster wach und beschließe meinen Koffeinbedarf beim McCafe gegenüber zu befriedigen. Hier läuft das alles voll getrennt, Bestellung, Nummer bekommen und auf dem Display schauen wann die Nummer an der Ausgabe bereit steht. Während ich warte sehe ich das das für das McCafe nixht gilt, sondern nur für den McDonalds und warte aomit zu lange auf meinen Kaffee. Ich fahre hoch in den 27sten Stock um die Aussicht zu prüfen und dann zurück in den 8tem aufs Zimmer – keiner da. Susi ist auch Kaffeedurstig. Wir treffen uns vor der Tür. Sie hat das Spiel bei McDonalds besser durchschaut und schneller ihren Kaffee bekommen. Wir checken die Wettervorhersage und verschieben unsere Wanderung auf morgen. Da soll den ganzen Tag die Sonne scheinen – Heut ist es dunstig und bedeckt. Wir überlegen was wir denn heute mit dem Tag anfangen und entscheiden uns zunächst mit der MTR zur Station “Diamond Hill” zu fahren. Dort gibt es einen hübsch angelegten Garten mit Pagodentempel und Wasserfall der inmitten der Wolkenkratzer steht. Dort gibt es einige schöne Fotomotive. Zusätzlich war auch gerade eine Ausstellung von Glasvasen und Glasobjekten aus Venedig – Muranoglas in allen Farben. Nicht allzu viele – vielleicht 30 Stück. Auch lustig zu fotografieren. Nebenann liegt noch die “Monastery Shan Men” – das Tor im Berg. Dort gibt es wieder Budhas und andere goldene Gottheiten in einem sehr hübschen Tempel zu sehen. Dort drin darf man aber keine Fotos machen. Wir fahren mit der MTR zurück nach Hong Kong Central. Da das Wetter inzwischen etwas aufgeklart hat wollen wir auf “the Peak” – den Victoria Peak – mit der Zahnradbahn fahren. An der unteren Tramstation sehen wir eine enorme Schlange von Leuten vor dem Ticketschalter. Wartezeit aktuell min. 1 Stunde. Wir steigen in ein Taxi welches uns für knapp 50 HKD auf den Gipfel fährt. Dort gibt es ein Shopping Center und die 360grad Terasse. Von unten sah das Wetter gar nicht so diesig aus. Von hier oben ist allerdings kein gutes Foto zu erwarten – Hong Kong im Dunst. Wir sparen das Eintrittsgeld für die Aussichtsplattform und wollen eigentlich mit der Zahnradbahn wieder runterfahren. Aber auch an diesem Ticketschalter eine Schlange. Wir sehen ein Schild und lesen das der Hong Kong Trail hier beginnr. Für morgen haben wir ja geplant die letzten 8 Km, Dragonback zur Big Wave Bay”, zu gehen. Na dann machen wir doch jetzt den Anfang des Trails, den Berg hinab und schauen wo wir in der Stadt wieder rauskommen. Ein wirklich schöner Wanderweg. Alle 500m gibt es ein Schild mit einem Wegpunkt – die 001 haben wir grad.passiert – morgen sehrn wir dann vielleicht die 100 am Ende des Trails. Auf dem ersten Stück ist der Weg asphaltiert und führt mit toller Aussicht auf die Stadt am Berg entlang. Danach wird es Waldboden aber immer noch sehr einfach zu gehen. Als wir an einem Wasserreservoir ankommen biegen wir rechts vom Hong Kong Trail ab und folgen dem Weg zur Hauptstrasse hinab. Wir sind nicht sicher wie der Hong Kong Trail von hier aus weitergeht und befürchten das er uns wieder weiter in den Wald hineinführt. Vorbei geht es am Jockey Club zur Hauptstrasse. Dort angekommen sehen wir schräg rechts gegenüber den Busstop und sofort kommt ein Bus der uns nach Hong Kong Central zurück bringt. Wir fahren kurz ins Hotel um das Stativ zu holen. Als nächstes steht das “Symphony of Lights” im Victoria Hafen von Hong Kong auf unserer Programmliste. Also wieder mit der MTR zurück nach “Tsim Sha Tsui” – Das ist noch in Kowloon und wir sollten einen guten Blick auf die Skyline von Hong Kong Island haben. Zunächst steuern wie die “Eye Bar” im iSquare an. Die Bar ist im 30ten Stock des iSquare. Oben angekommen müssen wir allerdings feststellen das der Blick nicht so gut ist wie erwartet. Zwei riesige Wolkenkratzer versperren die Aussicht auf große Teile der Skyline. Also entschließen wir uns das ganze vom Ufer hinter dem Hong Kong Museum of Arts aus zu versuchen. Wir sind nicht alleine mit der Idee. Horden von Menschen versuchen über die Strasse ans Ufer zu gelangen und es braucht vier Ampelphasen bis wir in dem Strom über die Strasse kommen. Am Ufer ist es glücklicherweise nicht ganz so voll – gut besucht, aber nicht “Angkor-Wat-Sonnenaufgangs-mäßig”. Jedoch ist nicht dran zu denken das Stativ aufzubauen – dafür ist es dann doch wieder zu voll. Um Punkt acht soll das Spektakel anfangen. Wir sind bereits 15 Minuten vorher da und warten gespannt. 19:57…58..59… 20:00.. 20:01… 20:02.. Sollte das nicht schon laufen? Ganz leise irgendwo Musik. Gehört die dazu? Dann ein weißer Laserstrahl.. Ooohs und Aaaahs der Menge. Häh? What? Ok, offenbar läuft es. Da – zwei grüne Laserstrahlen vom Dach eines anderen Gebäudes. Wir drehen uns um um sicher zu gehen das wir nicht auf der falschen Seite des Hafens stehen. Hinter uns ist aber auch nichts anders als um 19:45. Gut, das Spektakel findet vor uns statt – aber wo? Nach 15 Minuten und weiteren 3 bis 4 Laserstrahlen ist das “Symphonie of Lights” vorbei und die superleise Musik hört auf. Was für ein Quatsch! Etwas derart unspektakuläres hab ich lange nicht gesehen. Ich hoffe das das mal besser war. Irgendwie wirkte das für mich als wenn es das gar nicht mehr gibt und nur die zwei Rechner, die die 3 grünen und weißen Laser steuern vergessen wurden auszuschalten weil keiner der Admins mehr weiss was die Kisten eigentlich tun. Wir entscheiden uns erst mal was Essen zu gehen und später nochmal zu kommen wenn die ganzen Leute weg sind um unsere Skyline-Fotos zu schiessen. Da das Preisniveau in Tsim Sha Tsui schon relativ hoch ist gehen wir zurück ins iSquare und essen vietnamesisch im “Pho Hoi An”. Wir bestellen das 3-Gänge-Menu inkl. Reispapierrollen, Suppe, Salat und Pak Choi. Wir sind bereits satt da kommt noch ein Curry welches wir bereits vergessen hatten. Nun wirklich pappsatt gehen wir noch mal zum Ufer und verbringen weitere 45 Minuten mit unseren Skyline-Foto-Versuchen. Danach geht’s zurück ins Hotel. Wir besorgen noch ein Bier und trinken das auf dem Zimmer bevor wir das Licht ausmachen. Nacht!

Donnerstag 31.12. – Der letzte Tag und Rückkehr nach Deutschland

Da ist er also – der befürchtete letzte Tag unseres Trips. Silvester. Das Feuerwerk im Hafen werden wir leider nicht mehr sehen können da unser Flug um 0:30 geht. Den Jahreswechsel werden wir somit auf dem Weg zum Gate feiern. Erstmal jedoch gilt es den Tag in Hong Kong zu geniessen. Wir wollen das Ende des Hong Kong Trails über den Dragon’s Back in die Big Wave Bay wandern. Der gestern angekündigte blaue Himmel und Sonnenschein ist eingetroffen – perfektes Wetter! Kaffee, Checkout im Hotel und auf gehts Richtung MTR Station Olympic. Wir fahren nach Central, decken uns in einer Bäckerei mit Leckereien für den Weg ein, besteigen dann die MTR-Island-Linie und fahren bis zur Station “Shau Kei Wan”. Dort nehmen wir den Ausgang A3 und suchen den Busbahnhof. Der Bus Nummer 9 soll uns zur Haltestelle “To Tei Wan” bringen. Nach ein wenig Sucherei finden wir Bus Nummer 9, werfen das bereit gehaltene Kleingeld in die Metallbox (keiner der Busse nimmt Scheine oder hat Wechselgeld) und starten duch in die Serpentinen. Das Tempo mit dem sich der Bus fortbewegt bedarf starker Nerven. Entweder wird man hier Busfahrer oder Extremsportler. Susi wird immer leiser und immer blasser – mir jedoch macht das Spaß. Immer nur auf den Busfahrer vertrauen. Irgendwann kommen wir unbeschadet an der Haltestelle an und sehen sofort das Schild zum Eingang auf den Wanderweg. Einfache Sache – ich dachte das würde sich komplizierter gestalten. Es geht über zahlreiche Stufen den Berg hinauf bis auf den Bergrücken. Auf diesem wandern wir entlang bis zum Gipfel. Danach geht es wieder über Treppen hinab und zu ebener Erde auf sehr gut ausgebautem Weg weiter. Der anstrengendste Teil ist geschafft. Wir spazieren locker und fröhlich weiter und freuen uns über jedes Distance-Post welches uns der Nummer 100 – dem Ende des Weges näher bringt. Ein wirklich schöner Weg – besonders bei dem tollen Wetter. Irgendwann kommen wir in der Big Wave Bay an und essen am Strand eine Kleinigkeit. Dazu gibt es ein “Dragon’s Back”-Bier. Schmeckt eher nicht so gut – hat aber den richtigen Namen für ein gutes Foto 😀 Gestärkt wandern wir die kleine Strasse durch den Ort weiter hinauf zum Parkplatz wo ein Kleinbus wartet. Für 10 HKD sind wir keine 3 Minuten später wieder auf dem Rückweg zur MTR-Station “Shau Kei Wan”. Susi gefällt der Minibus besser als der große Bus und  ihre Gesichtsfarbe bleibt auch im normalen Bereich. An der MTR-Station angekommen wollen wir diesmal nicht die Bahn sondern die “Ding-Ding” zurück nach Central nehmen. Die “Ding-Ding” ist eine Doppeldecker-Tram und wohl das mit Abstand langsamste Verkehrsmittel das ich je bestiegen hab. Wir sind damit langsamer als die Fußgänger unterwegs und halten an jeder zweiten Laterne. Die Fahrt dauert eine gefühlte Ewigkeit. Jedoch gibt es jede Menge zu sehen. Durchgerüttelt kommen wir irgendwann an der MTR-Central an. Inzwischen ist es richtig dunkel geworden. Wir beschließen noch mal ans Ufer zu gehen um erneut die “Symphony of Lights” – diesmal von Hong Kong Island aus – zu bestaunen. Eigentlich wollten wir nur erneut sicher gehen das wir gestern nicht auf der falschen Seite standen. Es wird acht Uhr und wir wissen, Nö – war gestern die richtige Seite. Auch von hier aus passiert offenbar nix spektakuläres. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Olympic und gehen noch was essen. Wir landen in sowas wie einem chinesischen Imbiss weil alle anderen Lokale an denen wir vorbeikommen gestopft voll sind und bereits vor jedem Leute stehen die auf Plätze warten. Das Essen war gut und sehr sehr günstig. Wir holen unsere Backpacks aus dem Hotel und machen uns auf zum Airport. Dort kommen wir zeitig genug an und es ist richtig wenig los – klar, wer mag schon über den Jahreswechsel fliegen und nicht feiern. Somit sind wir das Gepäck schnell los und auch schnell durch die Passkontrolle (nachdem wir unser Departure-Formular wieder gefunden hatten). Der Securitycheck war ähnlich flott durchgestanden und wir warteten aufs Boarding. Auf dem Weg zum Gate erfolgte der Jahreswechsel. Prost Neujahr! Das Feuerwerk im Hafen von Hong Kong genieße ich live übertragen im Raucherraum. Sehr sehr beeindruckend was die da veranstalten. Das Boarding ging dann zeitig los und der Pilot freute uns mit der Durchsage das wir ca. 1,5 Stunden früher als geplant in Frankfurt landen werden wenn wir denn gleich einen Überflugs-Slot über China bekommen. Juhuu – weniger Zeit im Flieger! Bekamen wir aber leider nicht – statt um 0:30 flogen wir um 1:30 in Hong Kong ab und unsere frühere Ankuftszeit war so ziemlich dahin. Glücklicherweise war die Maschine ähnlich leer wie der Airport und wir beide konnten ca. 7 Stunden des Fluges mit Schlafen verbringen. Zurück in Frankfurt fahren wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und schnappen relativ zeitnah einen ICE in Richtung Hamburg. In Lüneburg steigen wir um 11:30 aus und freuen uns über unsere Abholung. Um 12:00 endet unser Urlaub offiziell mit dem Aufschließen der Haustür – 30 Stunden haben wir nach Hause gebraucht. Irgendwie ist es auch schön hier..