Tag 10: Ein Tag in der Lodge

17. Juli – Herbie braucht eine Rundumerneuerung – 1 Tag in der Lodge

Schon als wir um 8 Uhr zum Frühstück gekommen sind, stand unser Auto aufgebockt ohne Reifen auf dem Parkplatz der Lodge, um die festgefressenen Bremsen zu reparieren,  dennoch sollte es so um 10 Uhr los gehen.

Doch je mehr an dem Auto geguckt und gerüttelt wurde, um so mehr hat es sich zerlegt: der Bullenfänger ist runter gefallen, der Kühler musste geschweisst werden, diverse Schrauben am Dachträger mussten ersetzt werden, Steve wollte gerne noch sein Fenster reparieren, welches nicht mehr hochzukurbeln ging und das Trittbrett auf der Fahrerseite wurde repariert.

Da dann aber auch noch Schweißarbeiten notwendig wurden, hieß es, es geht um 12 Uhr los. Um 11 Uhr hatte Andre die tolle Idee, dass wir verlangen sollten noch in der Lodge zu bleiben, sollten wir um 13 Uhr noch nicht losgefahren sein.

Wir haben uns alle erst mal kurz vor der Tür die Beine vertreten und den Ort gecheckt. Hier gibt es sogar mal wieder richtige Geschäfte und große Läden, die auch am Sonntag alle so gehen 10 Uhr öffnen. Zum Glück, in Deutschland hätten wir sehr schlechte Karten mit unserem Auto gehabt und hätten weder Ersatzteile kaufen können, noch hätten wir jemanden gefunden, der Lust gehabt hätte an der Karre rum zu schweißen.

Also sind wir gegen 11.30 Uhr an den Pool, um das erste Bier zu trinken und ich habe mich aufgemacht, herauszufinden, was denn eine zusätzliche Nacht hier in der Lodge kosten soll. das war sehr, sehr schwierig.

Der Mann von der Rezeption konnte mir schon mal nicht sagen, was ein Zimmer kostet, das kann nur der Direktor, der ist aber heute nicht da. Man kann ihn aber anrufen, denn irgendwo liegt eine Liste mit den Preisen, aber normalerweise bucht die Safari Company für einen und die bezahlt auch….Trotzdem wollte man für mich den Preis herausfinden. Um 12.30 Uhr wusste ich immer noch nicht was das kosten soll, aber unser Koch George tauchte auf und fragte, ob jemand Schmerztabletten hat, er hätte immer noch so Kopfweh. Klar hatten wir und auch ein Bier für ihn. Als wir ihm sagten, dass wir eigentlich noch 1 Nacht hier bleiben wollen, da es sich nicht mehr lohnt, sich auf auf den Weg zu machen, da man ca. 5-6 Stunden fahren muss bis zum Lake Natron und dann ankommt, die Zelte aufbaut und schlafen geht, war er ganz Ohr. Wahrscheinlich weil es ihm nicht gut ging und er auch gerne noch eine Nacht im richtigen Bett schlafen wollte.

Da kam der Stein ins Rollen, George hat mit dem “Manager” von der Lodge gesprochen und so um 13 Uhr verkündete Steven ganz stolz, dass er entschieden hat, dass wir noch eine Nacht in der Lodge bleiben, weil es sich nicht mehr lohnt, loszufahren. Really ?!? 🙂

Also konnten wir ganz entspannt weiter Bier trinken und die Sonne genießen und George konnte erst mal zum Arzt gehen, denn mittlerweile hatte er die Ahnung, dass er wohl nicht nur Kopfschmerzen, sondern Malaria hat. Leider hatte er Recht mit seiner Ahnung, hat aber anscheinend gute Medikamente verschrieben bekommen.

Wir haben uns für den späten Nachmittag mit dem “Manager” zu einer kleinen Stadtführung verabredet. Die war auch wirklich witzig ! Wir waren in einer örtlichen “Brauerei”, sprich einer winzig kleinen, dunklen Lehmhütte voller Menschen, in der das Braugut in einem weißen Plastikeimer gelagert wird und von der Braumeisterin mit einem Plastikbecher herausgeschöpft wird, der dann die Runde durch die Hütte macht…

So kamen auch wir in den zweifelhaften Genuss, aus diesem Becher trinken zu dürfen- und es hat nicht geschmeckt ! Aber Bier aus geröstetem Maismehl kann vielleicht auch nicht schmecken….

Aber es war auf jeden Fall witzig! Jeder wollte mit uns fotografiert werden und vor allem wollte uns jeder mal anfassen. Anfassen scheint hier überhaupt sehr wichtig zu sein, es wird sich immer die Hand gegeben, die Schulter geklopft, umarmt oder auf die Wange geküsst und man hat das Gefühl, dass der Bekanntheitsgrad da keine große Rolle spielt.

Nachdem wir diese Verkostung überstanden hatten ging es weiter über den lokalen Markt auf dem hauptsächlich Obst und Gemüse angeboten wurde. Hier waren wir für 3 kleine Mädchen die Attraktion ! Nachdem wir nach dem ersten “Jambo!” die Kleinen mit “High 5” abgeklatscht haben, war es ihr größter Spass vor uns um die nächste Ecke zu rennen, um ums dort wieder genauso enthusiastisch zu begrüßen wie beim ersten Mal !

 Süß die Mädels in ihren hübschen Kleidchen ! Überhaupt sind die Kinder hier zum Mitnehmen! Klassisches Kindchenschema: runde Gesichter mit riesigen Kulleraugen ! Überhaupt scheint es hier keine Kleinkinder zu geben, die nicht super süß aussehen. Ganz anders als bei uns in Deutschland, wo ich eher selten nach einem Blick in den Kinderwagen in Entzücken verfalle…..

Aber hier könnte ich sie alle mitnehmen 🙂 Wahrscheinlich würden aber auch nicht so viele Kinder geboren wären, wenn die nicht so niedlich wären- denn Kinder gibt es hier unwahrscheinlich viele ! 44% der Bevölkerung sind unter 15 und eine Frau hat im Schnitt 5,3 Kinder ! Kaum vorstellbar….

 Unser nächster Halt war eine Manufaktur für Sonnenblumenöl. Mit einer chinesischen Maschine wurden die ungeschälten Kerne gepresst, das Öl und die Schalen getrennt und mit einer weiteren Maschine das Öl gefiltert und abgefüllt. Sah alles sehr einfach aus, aber das Öl hat erstaunlich gut geschmeckt.

 Nach so viel ungewohnter Bewegung hat das Abendessen besonders gut geschmeckt. Nach anfänglicher Enttäuschung über die Reste vom Vorabend war die Begeisterung umso größer ! Es gab als 3. und 4. Gang noch mal den super leckeren Salat vom allerersten Abend und Pizza ! Yammie!

So vollgefressen waren wir lange nicht mehr und sind nach einem Absacker alle selig in die Betten gefallen.