14. – 16. Tag: Siem Riep und Angkor Wat

14. Tag – Sundown in Angkor

Was soll man sagen? Nach 10 Stunden in der Anlage sind wir begeistert und erstaunt über die Größe und die Leistung, eine Stadt derartiger Größe in den Dschungel zu bauen! Unglaublich und definitiv ein must-see!

Wir haben uns für 40$ ein 3-Tages-Ticket gekauft, da der 3. Tag umsonst ist und haben heute das Gelände mit einem Tuk Tuk (Motorroller mit kleiner Kutsche für 4 Leute hinten dran) samt Fahrer für 17$ erkundet.

Wir haben uns Angkor Wat, das Zentrum, für morgen 5 Uhr zum Sonnenaufgang aufgespart.

Heute sind wir gegen den Uhrzeigersinn gefahren und haben uns nach einem guten Frühstück folgende Tempel angesehen:

  1. Pr. Kravan – ein kleiner für den Anfang
  2. Srah Srang und Banteay Kdei – Auch nett
  3. Dann der “Tomb Raider”-Tempel – Ta Prohm – das erste Highlight. Hier wachsen das erste mal Riesenbäume auf und in den alten Mauern und Tempeltürmen – ein tolles Bild. Leider wurde vor jedem dieser grandiosen Bäume eine Plattform gebaut, damit sich die Horden von Touristen davor fotografieren lassen können. Schade, sieht nicht mehr aus wir im Reiseführer oder bei Lara Croft, aber  wir haben die Stunde im Tempel trotzdem genossen.
  4. Tempel Ta Keo – Sandstein Tempel und der erste Angkor Tempel mit einer geraden Galerie anstatt einer Serie von rechteckigen Strukturen.
  5. Tempel Thommanon – schöner Flachtempel ohne erste Etage mit kreuzförmiger Anlage und noch gut erhalten.Nachdem wir mit Ta Prohm durch sind, fahren wir noch zwei weitere Tempel an, bevor wir im Angkor Thom Komplex Mittag essen. Das Mittagessen war ganz lecker, dafür dass wir es an der Touristenattraktion eingenommen haben. Man muss drauf achten, dass man das Wechselgeld in Dollar wiederbekommt, die Landeswährung will hier niemand haben, da alles nur in US-Dollar gezahlt wird. Und so günstig ist es auch nicht, pro Gericht muss man hier in Kambodscha schon 6-7$ rechnen, was im Gegensatz zu Vietnam mit ca. 3€ schon doppelt so teuer ist.
  6. ter Tempel ist ein weiteres Highlight: Bayon. Der zweitgrößte Tempelkomplex nach Angkor Wat würde ich sagen und richtig viel ist noch gut erhalten. Jeder sichtbare Stein ist mit einem Relief verziert und es gleicht keines dem anderen. Auch hier sind wir bei unglaublichen 32 Grad und schwüler Luft eine gute Stunde drin und drauf und rundherum gelaufen.
  7. weitere Heiligtümer im Angkor Thom Komplex:  Phra Ngok, Baphuon, Royal Palace, Phimeanakas, “Elephant Terrace”.
  8. Bakheng Hill zum Sonnenuntergang

Gegen 15:30 machten wir uns auf dem Weg zum Touristen Klassiker, zum “Sunset Point” Da dort immer nur 300 Leute gleichzeitig rauf dürfen, ist rechtzeitiges Kommen angeraten.  Leider ist man der Sonne hier fast schutzlos ausgeliefert und die ansonsten nicht weiter beachtete Kleiderordnung, bedeckte Schultern und Knie, gilt es jetzt einzuhalten.

Der Sonnenuntergang war normal schön,  aber kein Grund, dafür über 1 Stunde in der Hitze auszuharren.

Zurück im Hotel endlich Duschen. Alles klebte und wir fühlten uns so dreckig wie schon lang nicht mehr.  Kaputt waren wir auch von dem Programm, denn man muss schon einigermaßen fit sein, um bei den Temperaturen Stufen hinaufzusteigen, die teilweise  gute 30-40cm hoch und maximal 20cm tief – manchmal auch weniger.

Nach dem Duschen sind wir dann noch in die “PubStreet” in Siem Reap, um was zu essen. Das Restaurant “Soup Dragon” war leider wieder nur ok, und wir haben einen Kellner erwischt der offenbar nicht das schärfste Messer in der Schublade war. 2 Bier bestellt – 1 kam. Nach einem Aschenbecher gefragt – kam nicht. Einmal falsches Essen gebracht. Kein Besteck. Alles in allem für viel Essen mit 21$ zwar günstig, aber doch nicht zu empfehlen.

15. Tag – Heiligabend und Sunrise in Angkor

Wir ziehen das “Programm” durch und haben uns heute Morgen um 5 Uhr von Maha und seinem Tuk Tuk abholen lassen, um uns in einer Schlange von Tuk Tuks und ca. 2000 anderen Touristen nach Angkor Wat bringen zu lassen, um hier den Sonnenaufgang zu erwarten.

Dieser war wie der Sonnenuntergang gestern schön, aber nicht sonderlich spektakulär. Aber wir können einen Haken machen. Am besten hat mir noch die kostenlose Thai Chi Einführung durch einen älteren Chinesen gefallen, mit der ich mir die Zeit des Wartens vertrieben habe.

So waren wir auf jeden Fall gleich früh morgens in der Hauptattraktion “Angkor Wat”.

Beeindruckend ist die Anlage wegen ihres guten Erhaltungsstatus und ihrer Grösse, besser gefallen hat uns persönlich gestern der Bayon Tempel.

Also hier die Tempel von heute:
  1. Angkor Wat – schön, für uns aber nicht der schönste Tempel
  2. Prah Kan – sehr schöne Allee am Ein- und Ausgang und schön am Seerosen Teich gelegen
  3. Neak Pean – kleiner romantischer Tempel, der nur über einen Steg durch einen flachen See zu erreichen ist und den jeder Kambodschaner mit Frau oder Freundin besucht, um dann das gemeinsame Foto bei Facebook zu posten. Sehr romantisch !
  4. Ta Som – schöne Anlage, mit einem tollen “Wucher-Baum” am Ende
  5. Pr. Prerup – 5 Türme auf dem Tempelberg mit teilweise falschen Türen
  6. East Mebon – ähnlich Pr. Prerup, aber mit schönen Elefanten Figuren an den 4 Ecken
  7. Ta Nei- hier waren wir die meiste Zeit allein, da dieser Tempel abseits der Hauptstraße an einer Gravelroad liegt und wir auch nur aufgrund eines sehr guten Buches, welches im Hotel ausliegt, auf diesen Tempel gestoßen sind. Ein Paradies für Fotografen wie meinen Mann…das Buch heisst übrigens “The Angkor Guide Book”. Bei diesem Tempel, der nun wirklich noch mitten im Wald liegt, war es total windstill und damit wieder unglaublich heiß, so dass wir froh waren, wieder im Tuk Tuk den Fahrtwind und ein kühles Wasser genießen zu können. Die Tour heute war wegen der frühen Aufbruchs zum Sunrise etwas teurer als gestern und hätte meines Erachtens 22$ kosten sollen, Maha hat aber um 27$ gebeten, was für uns auch völlig ok war.

Wir waren gegen 16 Uhr im Hotel und haben am und im Pool die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen und uns etwas entspannt. Irgendwann gab es Bescherung beim holländischen Inhaber des Hotels und seiner Familie im Bar/ Restaurant Bereich des Hotels- etwas befremdlich, aber anscheinend ist das auch ihr Wohnzimmer.

Wir hatten auch keine Lust mehr das Hotel zu verlassen und haben den Weihnachtsabend entspannt unaufgeregt verbracht.

Fegen: Auch in Kambodscha wird übrigens stets und ständig und überall gefegt! In Angkor ganz extrem, aber auch in der Stadt und im Hotel. Dabei stehen Blätter und Staub im Fokus, Müll wird nur aufgefegt wenn es sich so gar nicht vermeiden lässt…

16. Tag – Countryside und Banteay Srey Tempel, Butterfly Center und

Auf dem Land

Heute haben wir es ruhig angehen lassen und uns erst um 9 Uhr abholen lassen. Da hatten wir ausgiebig Zeit fürs Frühstück und es gab Pancakes und Omelette. Unser Tuk Tuk war wieder pünktlich und es ging hinaus aus der Stadt aufs  Land und dementsprechend wurden auch die Straßen schlechter. Auf den ca. 35 km zum Banteay Srey Tempel hatte ich teilweise Angst aus dem Tuk Tuk zu fallen oder samt selbigen umzukippen. Stephans Rücken hat sich auch bei jedem Schlagloch gemeldet. Für längere Fahrten nimmt man vielleicht doch ein Auto, soll auch nur ca. 25$ kosten und da unser Tuk Tuk jeden Tag um das Trinkgeld des Vortages teurer wurde, ist es eine Überlegung wert.

Für den 1. Tag haben wir 17$ bezahlen sollen und 20$ gegeben. Für den 2. Tag haben wir 27$ bezahlen sollen: 20$ vom Vortag plus den bekannten 7$ Aufschlag für Sonnenaufgang und wir haben 30$ gegeben. Heute kostete dann gleich 30$ wegen der langen Strecke. Man überlegt schon, ob man abgezogen wird, aber so hat Maha seine Miete von 70$ verdient und noch 10$ übrig, wenn ihm das Tuk Tuk wirklich gehört, und uns tut das Geld nicht weh.

Banteay Srey Tempel

Auch Lady Tempel genannt und ist aus rosa Sandstein, der über und über mit Gravuren versehen ist. Für uns und Busladungen anderer Touristen schon sehenswert, wenn auch weit draußen. Von den anderen Touristen muss man sich nicht abschrecken lassen, die Touren sind immer schnell wieder weg. Da der Tempel relativ klein ist, wurde die Attraktion um eine kleine Ausstellung, Souvenirshop, Naturpfad und Cafe ergänzt, alles ganz nett gemacht und sehr modern und stylisch und man ist 1,5 Stunden beschäftigt.

Butterfly Center

Ein kleiner eingenetzter, hübscher Garten, in dem einen ein netter junger Mann für 5$ etwas über Schmetterling und deren Aufzucht erzählt und einen durch die kleine Anlage führt.

Am spannendsten fand ich die kleinen Plastikboxen, in denen die Schmetterlingseier und Raupen aufbewahrt und gefüttert werden und die Kästen, in denen die Puppen an Stöcke geklebt werden und darauf warten, zu Schmetterlingen zu werden. Spannend auch, dass die Puppen Geräusche machen, wenn man sie etwas drückt. Da auch die Leute der Umgebung ihre Puppen dorthin verkaufen haben wir mit unserem Besuch noch ein gutes Werk getan.

Banthey Samrei Tempel

Sehr dunkler Stein, auch wieder sehr heiß- wenn es noch geht schwitze ich heute noch mehr als gestern! Soll Angkor Wat ähneln. Und auch hier, obwohl abgelegen, wieder viele Kinder, denen man Postkarten oder selbst Gemachtes für ” only 1 Dollooor, please” abkaufen soll. Die sind alle entzückend, aber man kann nicht jedem Kind und jeder Frau, die hier etwas anpreist etwas abkaufen.

Zurück über Land mussten wir feststellen, dass in Kambodscha noch mehr Müll, vor allem Plastik, rum liegt als in Vietnam. Und wie schon gesagt, es werden an jeder Ecke Blätter gefegt und der Müll bleibt liegen. Die Leute leben auch hier teilweise sehr einfach, aber wir haben den Eindruck, dass auch hier niemand so richtig arm ist. In Südafrika haben wir Leute mit kaputten, dreckigen Klamotten, selbst dreckig und teilweise nur mit einem Schuh gesehen. Das ist uns weder hier noch in Vietnam begegnet. Hier sehen, für die Verhältnisse unter denen gewaschen und sich gewaschen werden muss, die Menschen erstaunlich sauber und adrett aus, wenn man es so ausdrücken kann.

Wir entscheiden uns, uns auf dem Rückweg an den kaiserlichen Gärten rausschmeissen zu lassen, um noch mal etwas von Siem Reap zu sehen und durch das französische Viertel zurück zum Hotel zu gehen. Allerdings bleiben wir nach kurzer Zeit schon in einem “Barista Café” hängen in dem wir uns durch Angebot an Eiscafés trinken. Es ist halt unglaublich heiß, aber nicht mehr so schwül wie am ersten Abend oder wir haben uns schon etwas dran gewöhnt.

Auf dem Weg sind wir noch an einen buddhistischen oder hinduistischen Tempel vorbei gekommen, vor dem Kinder und Erwachsene in Rollstühlen gebettelt haben, was an sich nicht ungewöhnlich ist.

Geschockt hat mich ein kleines, vielleicht 6 Jahre altes Kind, welches auf einer Art Pritsche lag und wie ich als Laie sagen würde unter einem Wasserkopf leidet. Davon abgesehen, dass es ich so etwas noch nie gesehen habe und auch nur aus dem Augenwinkel geschaut habe, ist es unglaublich, dass es anscheinend nicht behandelt wurde, obwohl das Krankenhaus kostenlos und nur ca. 2 km entfernt ist.

Um 17 Uhr machen wir uns dann doch mal auf den Weg durch das französische Viertel, was wir aber nur an den Hotelnamen erkannt haben und uns architektonisch ansonsten nicht aufgefallen wäre. Am Markt sind wir dann bei “Khmer Kitchen”, einer Empfehlung unseres Reiseführers eingekehrt und es war auch wesentlich besser als vorgestern im “Soup Dragon”. Nach FaceTime mit den Lieben zu Hause, jetzt noch ein Cocktail in der Bar unseres Hotels.

Fazit Kambodscha:

Es ist heiß, schwül und es liegt noch mehr Müll rum als in Vietnam, und es ist teurer als in Vietnam. Wenn man aber die Möglichkeit hat, sollte man, wenn man in Asien ist, auf jeden Fall einen Stopp in Siem Reap / Angkor Wat einplanen. Trotz 3 Millionen Touristen im Jahr habe ich es natürlich als voll aber noch nicht als überlaufen empfunden, obwohl wir in der Hochsaison da waren, zu der natürlich auch die Preise angezogen werden.

Zum Essen und zu den Menschen muss ich sagen, dass ich die vietnamesische Küche raffinierter finde, gerade was die Soßen und Dressings angeht, waren diese in Kambodscha oft sehr ” in your face” und haben alles andere überlagert. Aber vielleicht ist unser Ausschnitt auch nicht repräsentativ, da wir uns nun in der reinen Touristengegend aufgehalten haben.

Dementsprechend war es hier natürlich auch extrem, dass einem jeder etwas verkaufen will und man wird selbstverständlich an jedem Tempel und jeder Sehenswürdigkeit, aber auch in der Stadt ständig angequatscht. Alles in allem hatte ich immer ein wenig das Gefühl, dass die Leute mehr auf ein Geschäft aus waren als in Vietnam, obwohl sich hier bei einem immer mit einer Verbeugung für alles bedankt wird. Ist aber irgendwie schon des Guten zu viel…..

Aber was mir sehr aufgefallen ist, sind die wunderhübschen Mädchen und Frauen, die man hier sieht! Da erklärt es sich, warum so mancher im Goldenen Dreieck hängen bleibt, wie zum Beispiel der Holländer, dem das Gästehaus gehört, in dem wir übernachten haben , der mit einer wunderschönen Kambodschanerin verheiratet ist.