Niederlande 2018

Kurztrip an die niederländische und ostfriesische Nordseeküste – mit dem “Floh” unterwegs

Route

 

Nach dem AMR Globetrotter Treffen in Amelinghausen (hier der Link zu unserem Video: AMR Treffen) hatten wir noch ein paar Tage Urlaub und es stellte sich die Frage, wo wir noch mit unserem Floh hinfahren. Zum Willys Treffen nach Enkirch? Wäre schon cool, sind aber von uns auch 600km one-way. Das allein ist nicht das Problem, aber unser Urlaub ging nur bis zum Sonntag des Treffen, was bedeutet, dass wir die 600 km in einem Rutsch zurück fahren müssen. 2019 ist das 40. Treffen, da müssen wir unseren Urlaub besser planen.

Also was machen wir stattdessen? Wir fahren zu Obelink ! 65.000 m² voller Campingzubehör, da hüpft das Camperherz ! Wir wollen unseren Stauraum nicht gleich zumüllen, aber vernünftige Stühle und ein vernünftiger Tisch wären schon eine sinnvolle Investition. Bis dahin sind es nur 370 km und die können wir uns frei einteilen. Also beschließen wir, eine kleine Tour entlang der Nordseeküste zu machen, bevor wir Richtung Süden zu Obelink fahren.

Das 1. Etappenziel ist Bremerhaven. Die Gegend am und um den Hafen hat uns sehr gut gefallen. Ansonsten sehen einige Bereiche der Stadt irgendwie etwas vernachlässigt aus. Wir stehen direkt auf dem Reisemobil Stellplatz Fischereihafen. Am Platz gibt es alles was man braucht: Brötchenservice, Frischwasser, Strom, WC, Dusche (kostet extra) und Hunde sind erlaubt. In die Stadt, bzw. zum Hafen ist es schon ein Stück, deshalb sind wir froh, die Räder dabei zu haben.

Wir radeln ca. 7 km bis zum Kreuzfahrterminal, an dem zum erstem Mal Tui’s „Mein Schiff 1“ angelegt hat. Schon ein ganz schöner Pott! Was machen wir sonst noch ? Fisch essen ! Backfisch, Kliesche und was die Küche noch so her gibt. Klische kannte ich übrigens nicht, ist wohl die „kleine Schwester“ der Scholle, aber abseits der Küste bei uns weniger bekannt.

Wer mehr von Bremerhaven sehen will, hier geht’s zu unserem YouTube Video.

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück der vorbestellten Brötchen weiter, und dem „Floh“ steht sein erster Grenzübergang bevor. Der klappt reibungslos 🙂 Unser Tagesziel ist der kleine Ort Zoutkamp, dicht am, Lauwersmeer gelegen. Früher war es ein reiner Fischerort, aber durch die Abgrenzung vom Meer wurde der Fischerhafen verlegt. Hier haben wir mit dem „Camping de Rousant“ eine kleine Perle gefunden. Ok, nicht ganz zufällig, in einem Video von der „Einraumwohnung“ wurde kurz über den Platz und vor allem über seine außergewöhnlichen Klos gesprochen.

Was kann man hier machen? Einmal rund ums Lauwersmeer radeln, so ca. 45 km, hier im Nationalpark Vögel beobachten oder wandern, Angeln, Weintrauben aus den Gewächshäusern des Campingplatzes essen, Würstchen beim Metzger in Anjum kaufen, kurz, sich einfach erholen. Die beiden kleinen Restaurants am Hafen machen leckere Fischgericht und in dem kleinen Laden hinterm Superparkt haben wir unsere Overlander Schaffelle gekauft. Uns hat es so gut gefallen, dass wir gleich zwei Nächte geblieben sind.

Überhaupt waren wir ganz hin und weg davon, wie grün hier alles ist, trotz des heissen sSommers und wie gepflegt und sauber alles ist. Teilweise hatten wir beim Betrachten der gepflegten Gärten das Gefühl schon in England zu sein. Ganz begeistert waren wir jedoch – naja, Stephan vielleicht – von den Fenstern der Häuser. Also nicht von den Fenstern an sich, sondern von der Art wie sie dekoriert sind. Es gibt schon mal keine Gardinen, dafür stehen teilweise hölzerne Fensterleder zur Deko in den Fenstern, begleitet von Skulpturen oder Blumen, die in den gleichen Übertöpfen stehen und von derselben Sorte sind. Als ich meiner Mutter begeistert von der Form der Doko erzählt habe, meinte Sie, die Holländer hätten keine Gardinen, weil es früher eine Gardinensteuer gab. Habe ich noch nie von gehört, aber klingt plausibel. Sonst wäre doch sicher unter den Holländern der ein oder andere Gardinenfan dabei….

Natürlich gibt es auch hier ein Video, wie wir uns die Gegend ansehen und ein separates Video vom Campingplatz:

Rund um Zoutkamp

Camping de Rousant

Nun stand ja eigentlich Obelink auf dem Plan. Aber Pläne sind dazu da, geändert zu werden. Uns war das Wetter dann doch zu schön, um einen ganzen Tag drinnen zu verbringen und so ging es anstatt Richtung Süden weiter Richtung Osten ans IJsselmeer. Auch hier haben wir einen sehr schönen Campingplatz gefunden, wenn auch so ganz anders als der in Zoutkamp: Tennisplatz, Hüpfburg, Ziegengehege, Supermarkt, Restaurants, Surfschule sind nur ein Teil des Angebotes vom Camping Hindeloopen.

Die Stadt selbst ist bezaubernd ! Über den Deich kommt man vom Campingplatz innerhalb einer Viertelstunde zum schönen Hafen hinter dem noch ein größer Jachthafen liegt. Wir haben uns da einfach mal reingemogelt und waren überrascht, wie viel Boot man für relativ kleines Geld bekommt. Aber man darf wahrscheinlich die laufenden Kosten nicht unterschätzen, die bestimmt höher sind als bei einem LKW.

Zwischen den ganzen Häusern laufen kleine Kanäle über die man mit seinem Boot von hinten in Nachbars Garten anlegen kann. Wirklich ganz niedlich. Das Wetter war ein Traum, ebenso wie die Pfannkuchen im Pannenkoekenhuis. Aber seht selbst:

Rund um Hindeloopen

Hindeloopen Camping

Wir hätten es hier auch noch länger ausgehalten, aber so langsam müssen wir wieder Richtung Heimat und beschließen, noch Strand- und Familiencampingplatz Bensersiel in Ostfriesland anzufahren. Geködert hat er uns mit Camping direkt auf dem Strand, aber zunächst hiess es mal eine halbe Stunde vor der Schranke des Campingplatzes warten, weil wir anscheinend gerade in die Mittagspause reingefahren sind. Nicht wirklich cool, wenn die Rezeption mitten am Tag nicht besetzt ist und man auch keine Möglichkeit hat, sich auf einen Parkplatz zu stellen und vielleicht schon mal in die Sonne zu setzten.. Nein, man wartet in einer Autoschlange vor der Rezeption.

In der erste Reihe am Strand war natürlich nichts mehr frei und in der 4. Oder 5. Reihe sollten wir für eine Nacht noch 27 € bezahlen, zu 16 € auf der Wiese hinter der Rezeption. Ratet mal wo wir gestanden haben? Richtig, da wo jeder den Floh bewundern konnte 😉

Der Campingplatz hat auch wieder alles was das Herz begeht: Meerwasserschwimmbad, Sauna, Private Bäder, Restaurant, Bäcker etc. und liegt wie gesagt direkt an der Nordsee. Der kleine Ort ist fußläufig und wir haben sehr lecker im Garten vom SB Restaurant „Fisch & Meer“ gegessen.

Vom Hafen aus fahren die Fähren mehrmals täglich rüber auf die autofreie Insel Langeoog. Hätten wir auch gerne gemacht, aber dafür war uns die Zeit zu knapp. Man muss ja auch einen Grund haben, um wiederzukommen.

Am nächsten Morgen haben wir noch eine kleine Radtour am Deich lang Richtung Neuharlingersiel gemacht, bevor wir mit dem Floh wieder Richtung Heimat aufgebrochen sind.

Auch hier ein paar Impressionen von Bensersiel und dem Campingplatz.

Fazit: Wir waren ganz begeistert von unserem kleinen Ausflug nach Fryslân und Ostfriesland und werden das sicher noch mal wiederholen.