Der Floh im Ohr – Wie alles begann

Unser Floh wird geboren

Wir waren mal wieder aus einem wunderbaren Urlaub zurück gekommen und es war wieder an der Zeit am kommenden Morgen unserer Erwerbstätigkeit nachzukommen. Der nächste Trip will ja irgendwie finanziert werden. Wer kennt es nicht – der letzte Abend des inzwischen fast vergangenen Urlaubs. Morgen früh erwarten uns Kollegen, volle E-Mail Postfächer, Meetings usw. usf…

„Ich hab so gar keine Lust morgen früh wieder los zu gehen…“

„Tja, nützt ja nu mal nix…“ 

Diese Unterhaltung dürfte wohl jeder von Euch kennen.

„Warum müssen wir eigentlich arbeiten?“

„Häh? Na, schau Dich mal um !“

Wir haben es uns in unserer Wohlstandsgesellschaft schon sehr gemütlich gemacht und können (zum Glück) sagen das es uns sehr gut geht.

„Du sitzt hier in einem Einfamilienhaus am knisternden Kamin in einem Stressless-Ledersessel, schaust auf eine 2.5m breite Leinwand auf der wir gleich unser Abendprogramm genießen werden. Draußen stehen Autos und Motorräder und wir fliegen jedes Jahr 3x in Urlaub – Und genau deshalb müssen wir arbeiten.“

„Ja, aber brauchen wir das alles wirklich?“

„? ? ?“

„Was, wenn wir einfach alles verkaufen und aussteigen? – Wie viel Kohle bekommen wir wohl zusammen und wie lange könnten wir davon leben?“

„Hahaha… ja nee, is schon klar…”

Damit war das Thema erst mal durch und wir widmeten uns unserem abendlichen Filmprogramm. Aber da war es geschehen, es gab kein Zurück – er war da, mitten in unserem Leben – der Floh ! Und er saß in unseren Ohren. Allerdings war er noch sehr klein und so bemerkten wir ihn erstmal nicht.  

Unser Floh stellt sich vor

In den kommenden Tagen kam das Thema immer wieder auf und schnell wurde uns klar das wir nicht genug Geld zusammenbekommen würden um wie bisher „per Flieger durch die Welt zu jetten und jede Nacht in einem B&B oder Hotel abzusteigen“. Alleine die Flug und Übernachtungskosten würden unser Geld schnell strudelmäßig aus der Geldbörse verschwinden lassen. Und gegessen hätten wir auch noch nichts.

„Mist! Wie geht’s denn anders.“

„Na, wenn man vielleicht so ein Wohnmobil hätte und einfach überall hinfahren könnte. Zeit genug hat man dann ja. Dann müsste man nicht fliegen und hätte auch seine Übernachtungsmöglichkeit gleich dabei. Die Dinger haben auch ne Küche und wir können sogar selbst kochen.“

“Die Idee ist gut, was kostet denn wohl sowas? Wir können ja mal ein bisschen rum-googeln..”

Tach, ich bin euer Floh!

Könnt ihr mich vielleicht ein bisschen wachsen lassen? Na Klar!

Unsere “Spinnerei” wurde weiter angefeuert.

Mach Dich schlau

Also gingen wir im Netz auf die Suche nach Wohnmobilen. Die Dinger sind groß, weiß und auch gar nicht so teuer. Klar, nach oben gibt es nie Grenzen aber ein vernünftiges Mobil wäre gar nicht mal so unerschwinglich.

„Wo wollen wir denn so hinfahren?“

„Na, am besten schon überall hin! Die besten Fotos gibt’s Abseits der Hauptstrassen und das Abenteuer liegt nicht auf geraden Wegen.“

„Aber da können wir mit so einem großen, weißen Ding nicht fahren. Afrika, Mongolei usw. ist da wohl nicht drin wenn wir nicht nur auf Asphalt fahren wollen.“

„Wir haben doch in Südafrika mal so ein oranges Expeditionsmobil gesehen, wäre das denn nichts ?“

„Ja, das wär geil. Allrad 4×4 mit großen Rädern, eigener Stromversorgung, Wasser, Heizung und großen Tanks !! So komplett autark !“

„Was kostet wohl sowas?”

Unser kleiner Floh fühlte sich sichtbar wohl bei uns und wuchs schon so langsam zu den Abmessungen einer jungen Feldmaus heran.

Also auf ins Netz und mal ein paar Websites aufgerufen. Die erste Erkenntnis: Sowas basiert immer auf einem LKW. Also die Google-ei verfeinert- mehr websites..

„Schau mal das hier – durchaus bezahlbar..”

„Ja, aber der sieht innen ja aus wie eine Jaffa-Holzkiste.. Nee, bisschen schick soll das schon sein.”

„Ja, dann hier..”

„Bitte? Das sieht aus wie ein rollender Puff. Komplett rote Beleuchtung.. Nee, auch nicht..”

„Der da – der is doch schick..”

„Ja, aber der kostet gebraucht knapp eine sechs-stellige Euro-Summe – WTF? O_o”

„Na dann eben etwas kleiner. Fiat Ducato, Mercedes Sprinter, Landrover und so weiter. Die gibt es auch mit Allrad.”

„Nee, alles viel zu klein – wir wollen darin leben! Sowas geht vielleicht für 3 -6 Wochen Urlaub mal.”

„Ok, dann also doch was -fettes-. “

Schnell wurde uns klar das wir “Ahnung mässig” noch die Oberpfeifen waren was Expeditionsmobile anging. Wir haben mal knapp 40% von dem verstanden was wir da gelesen haben. Erkenntnis Nr. 2: Das kauft sich nicht „mal so eben“. Es gilt sich erst mal schlau zu machen.

Relativ unbemerkt nahm unser kleiner Floh jetzt schon die Größe eines Maulwurfs an.