7. + 8. Tag: Phong Nha Nationalpark

Phong Nha Nationalpark

7. Tag Mittwoch

Pünktlich 6.30h sind wir in Dong Hoi aus dem Nachtzug gestiegen. Bei dem Geschaukel konnte ich sehr gut schlafen, bin nur erschrocken, wenn der Zug einen Hüpf getan hat, weil wir vielleicht über irgendwas rüber gefahren sind.
Wir wollten noch zur Bank, haben deshalb nicht gleich ein Taxi zum Busbahnhof genommen.
1. Fehler, der uns 45 Minuten gekostet hat, die wir mit Rumfragen und Rumlaufen verbracht haben, weil wir nicht gleich über eine Autobrücke gegangen sind. Wäre bei uns auch verboten! – wir sind halt noch nicht lange genug in Asien.
2. Fehler war zu glauben, dass der Bus nach Phong Nha in 30 Minuten kommt, nur weil man uns das gesagt hat. Nach 1,5 Stunden haben wir ein Taxi genommen..

Nach 20 Minuten und mehreren Telefonaten hat das Taxi das Hotel gefunden, und es gab erst mal ein Frühstück für uns. Sehr nett, und nicht selbstverständlich!

Das Zimmer ist sehr einfach und die Dusche geht eigentlich nicht, aber die Familie ist sehr nett und das Zimmer kostet nur 15$ die Nacht inkl. Frühstück.

 

Es brauchte einige Überredungskunst, bis wir der Dame des Hauses klar machen konnten, dass wir zur ca. 30 km entfernten “Paradise Cave” fahren wollen, obwohl es schon 11 Uhr ist und wir uns die auf dem Weg liegende Höhle “Dark Cave” nicht ansehen wollen. Also bekamen wir 2 Roller zu je ~4,20€ pro Tag und los ging’s. Wir sollten uns links halten und erst tanken. Kein Problem, links, auf der Hauptstraße wieder links und gefahren, nicht bis eine Tankstelle kam, sondern Stephans Tank leer war.

Ich also alleine zurück, Tankstelle suchen. Es hat mittlerweile gut geregnet, d.h. die Sicht war nicht besonders, dazu noch bei einem Brillenträger und “Helm” ohne Visier. Tankstelle nicht gesehen, Hotel nicht gesehen, schon fast raus aus dem Ort. Zwei Mädels nach “Petrol Station” gefragt, fragende Blicke? “Petrol? Yes! Hmmmmm”…. Zweiter Versuch: “Gasstation ? For the bike” – mit deuten auf meinen Roller! Immer noch fragende Blicke bei laufender Wiederholung meinerseits. Irgendwann ist “petrol” durchgesickert und man schickte mich zurück und links würde  ich schon das Zeichen sehen.
Also zurück, Tankstelle nicht gesehen, Hotel nicht gesehen, schon fast raus aus dem Ort, Mann gefragt. Petrol- mit Deuten auf Roller? Fragende Blicke, Achselzucken.  Mein Gott, jeder hier fährt so ein Ding!
Schließlich andere Rollervermietung gefragt. Kein Problem, die Tankstelle ist gleich links! Und ich kriege gleich einen Anfall!
Aber dann mutig in eine kleine Strasse links gefahren und siehe da, eine Bretterbude mir 2 Fässern davor, auf denen “petrol” steht und kurze Zeit später ist mein Roller aus Pet(rol)- Flaschen betankt und ich habe zwei 1,5l Pet(rol) Flaschen unterm Sitz und bin nach glaube ich 40 Minuten endlich wieder bei meinem inzwischen nun auch klitschnassen Mann.
Nun geht es endlich am türkisfarbenen Fluss entlang durch der mit tausend Arten von Pflanzen bewachsenen Berge zur Paradise Cave. Schade, dass Wetter und Sicht nicht so toll waren.
Und wir sehen hier unglaublich viele Kirchen und sogar Krippen vor den Häusern und plötzlich erschallt “o Tannenbaum” auf Vietnamesisch aus einem Haus.

Paradise Cave

Für 250 Tsd Dong, ~10,50€ muss man noch ein ganzes Stück zur Cave laufen, alternativ stehen gegen ein paar Dong wieder Golfcarts zur Verfügung.
Oben angekommen, führt ein unscheinbarer Eingang über Holztreppen runter in die Höhle. Und sie öffnet sich gleich beeindruckend gross und zur rechten Hand steht vom Boden bis zur Decke ein riesiger Stalagmit, geschätzt 25m hoch, aber ansonsten führt nur ein Geröllhang hinab und wir sind erst mal etwas enttäuscht.
Unten angekommen geht es noch ca. 1 km in den Berg und die Höhle wird mit jedem Schritt beeindruckender. Stalagmiten und Stalaktiten in allen Formen und Größen, als Solitär oder in Gruppen und teilweise unglaublichen Ausmaßen. Wir waren schon in grossen Höhlen in Neuseeland und Südafrika, aber diese ist mindestens genauso beeindruckend.
Wenn es die Zeit erlaubt, sollte man hier auf jeden Fall einen Stop einlegen und sich die Höhle ansehen.
Auf dem Rückweg haben wir nur noch einen kurzen Stop an einem Kiosk eingelegt wo uns ein super leckerer, selbstgemachter Erdnuss- Honig Riegel geschenkt wurde. Yammie!
Es war dann auch schon ca. 17 h und wir wurden von der Mutter im Hotel mit den Worten begrüßt, jetzt geht erstmal aufs Zimmer und dann esst ihr um 19 Uhr mit der Familie. Das ließ keinen Widerspruch zu und so haben wir bei sehr leckerem Essen einen netten Abend mit der Mutter, Tochter und drei Amerikanern am Tisch verbracht.
Und wie wir nach dem Essen erfahren haben, waren wir alle von der Familie eingeladen! Das würde bei uns wohl in keinem Hotel passieren.

Warum müssen wir arbeiten?

In Ninh Binh hatten wir schon einen Engländer im Hotel, der in Vietnam seinen Motorrad Trip gestartet ist und 3 Monate das Land erkunden will und danach noch ca. 1 Jahr die anderen asiatischen Länder bereisen will. Hier im Hotel haben wir mit einem jungen deutschen Pärchen gesprochen, wo sie seit 1,5 Jahren unterwegs ist und ihr Freund vor 8 Monaten dazu gestossen ist, und das amerikanische Pärchen war 1 Jahr in China, hat aber da gearbeitet und reist jetzt noch bis Ende Februar durch Asien- wieso müssen wir eigentlich arbeiten?
Für die Arbeitsmoral ist Asien ganz schlecht, wir treffen nur Leute, die alle mindestens 6 Monate unterwegs sind…

8. Tag Donnerstag

Wegen des gestrigen Wetters und des vielen Regens die Tage davor und weil uns die Knochen vom Laufen und Treppensteigen  noch weh tun, haben wir gestern den für heute geplanten Dschungel Walk über 12 km, durch mehrere Flüsse mit Klettern durch eine dunkle Höhle und Barbecue im Busch abgesagt.
Schade irgendwie, aber wir haben beide die ganze  Nacht gefroren und jetzt 2 Hosen und 2 T-Shirts und 2 Jacken übereinander  an.
Heute soll es den ganzen Tag regnen, da es das aber nach dem Frühstück nicht tut, beschließen wir, uns noch mal auf die Roller zu schwingen und nochmal die ganze 65 km Runde durch den Nationalpark zu fahren.
Eine gute Entscheidung, der Weg führt auf der anderen Seite gewunden durch die grünen, überwucherten Berge und ist teilweise von Bananenstauden gesäumt. Fehlen eigentlich nur noch die Affen.
Nach Besuch eines kleinen Tempels, der zur Erinnerung an die Gefallenen des Vietnam Krieges  oder des amerikanischen Krieges, wie er hier genannt wird, entschließen wir uns zu einem Mittagsstop an einem großen Restaurant, das wohl eher auf Busse ausgerichtet ist, aber das einzige ist, das offen hat. Wie erwartet war das essen ok, aber nicht überragend und mit über 4€ für jeweils 2 Schweinespiesse ohne Reis nur mit Gurken und Tomaten Dekoration auch echt teuer.
15 Uhr sind wir dann an der Phong Nha Cave in die mit einem Boot eingefahren wird. Für die Fahrt muss man sich Mitreisende selbst suchen, wenn man die 14€ für das Boot zusätzlich zum Eintrittspreis nicht alleine zahlen will.  Da wir von “unserer” Höhle in Ninh Binh, durch die wir ganz alleine gebootet sind, so begeistert sind und die andere Höhle, durch die man noch gehen kann, nicht an die Paradise Cave heran kommt, beschließen wir, auch dieses Event ausfallen zu lassen und uns im Hotel aufzuwärmen.
Aufwärmen ist schlecht ohne Heizung und nach 2 Stunden geben wir auf und gehen erst Geld holen- das Hotel nimmt nur Cash- und dann gehen wir in das einzige auf tripadvisor angemeldete Restaurant.
Da sind auch schon fast alle anderen Touris, was aber wohl auch dem Wetter geschuldet ist. Beim Bamboo Restaurant ist drinnen wirklich drinnen und es hat eine niedrige Decke, und man sitzt nicht in einer 5 Meter hohen Garage, bei der Tor und Tür zur Straße offen sind.  Es gibt gemütliche Stühle, Deko an den Wänden, gute Musik und das beste, draußen ein Kaminfeuer unter einer schönen Pergola von der Seidenlampions hängen und die sehr schön grün überwuchert ist.
Das Essen war gut, auch wenn das Rind etwas zäh war.  Am besten war der Nachtisch “Penis Banana”: Banane mir entsprechender Bearbeitung und daneben eine Kugel Mousse und eine Kugel Eis.