9. Tag: Hue – Kaiserstadt und Kaisergräber

Hue – Kaiserstadt und Kaisergräber

9. Tag Freitag

5 Uhr Abfahrt mit dem Taxi zusammen mit den Amis nach Dong Hoi zum Zug. Nach etwas Verwirrung, weil der Flughafen noch nicht geöffnet war und das Mädel, was da aussteigen wollte, dann natürlich nicht aussteigen wollte und wir den falschen Busbahnhof angefahren haben, haben wir es alles rechtzeitig geschafft. Nun wieder 3 Stunden im SE19 im Liegesitz nach Hue.
Hätte ich gewusst, dass in den Zügen, die wir gebucht haben noch so viel frei ist, hätte ich wohl doch mit der Buchung gewartet und den besseren Touri Zug genommen. Für die Züge werden  allerdings immer erst die Tickets der kompletten Strecke Hanoi – Saigon oder umgekehrt verkauft, und dann werden die Tickets der Teilstrecken verkauft – und ich war zu nervös, weil mein Reiseplan nur jeweils die beiden Züge an genau den Tagen vorsah. Aber so war es auch ok.

Die Sitze waren relativ sauber, der Kaffee schmeckte so lala, aber die Pho Suppe im Speisewagen war gut. In Deutschland hätte ich mich da zwar nicht mal hingesetzt, aber der Maßstab verschiebt sich hier irgendwie.

Mit etwas Verspätung, die draussen am Bahnhof manuell mit Kreide auf eine Tafel geschrieben wird, geht es nun durch Reisfelder auf denen sich die Wasserbüffel die Insekten von den Vögeln aus dem spärlichen Fell entfernen lassen.
Sehr schön und man sieht viel mehr als aus dem Auto, da die Straßen gefühlt nur durch Ortschaften führen.

So gegen 10 Uhr sind wir in der Kaiserstadt Hue, und dieses Mal nehmen wir uns sofort ein Taxi.

Im Hotel Hong Thien Ruby werden wir, wie wir jetzt schon ein bisschen erwarten, wieder sehr herzlich mit einem Melonensaft, einem Obstteller und Kaffee empfangen, so dass die Zeit zum Checkin eigentlich angenehm vergeht. Was nur gleich etwas unangenehm auffällt ist die Tatsache, dass  wie üblich gefragt wird wo wir schon waren, wo wie hinwollen, dann aber gleich Empfehlungen ausgesprochen werden, was wir alles im Hotel buchen sollen. Das geschieht leider nicht nur einmal, sondern mehrfach und hinterlässt einen komischen Beigeschmack. Ansonsten lässt sich über das Hotel nicht viel schlechtes sagen. Bis dahin war es mit Abstand das neueste, sauberste und geschmackvollste.

Das Zimmer war aber sehr schön, die Matratze leider nicht und die Kinder der Familie sind bis ca. 12 Uhr nachts durchs Haus getobt- wir können den Bewertungen auf den einschlägigen Seiten da leider nicht ganz zustimmen.

Kaiserstadt/Zitadelle

So nun aber zur Kaiserstadt auch Zitadelle genannt, die seit 1993 zum Weltkulturerbe gehört und nicht so alt ist wie es sich anhört, sondern erst 1802-20 erbaut wurde.
Im Internet kann man genug dazu lesen, auch unterschiedliche Bewertungen. Uns hat es sehr gefallen, dass weitläufigen Gelände mit teilweise noch sehr gut erhaltenen Gebäude zu erkunden, und wir können den Eindruck nicht teilen, dass alles noch eine große Baustelle ist und es nichts zu sehen gibt. Ich habe mir aber auch tatsächlich den Reiseführer unter den Arm geklemmt, um das gesehene identifizieren zu können, was die Sache glaube ich schon spannender macht. Immerhin widmet dieser der Kaiserstadt 4 Seiten!
Und es hat auch tatsächlich mal die Sonne aus den Wolken gelugt, was die Besichtigung natürlich gleich um Längen schöner hat werden lassen. Tatsächlich waren unsere Gesichter Abends sogar etwas gerötet.

Bibliothek

Kaisergrab Tu Doc

Da es noch relativ früh war, bzw. noch nicht dunkel, haben wir uns entschlossen doch noch eines der 6 Kaisergräber zu besichtigen, die am oder in der Nähe des Parfumflusses liegen, wie auch der Rest der Stadt Hue.

Wir haben uns für das Grabmal von “Tu Doc” entschieden, da dieses oft als das eleganteste Mausoleum angesehen wird und Tu Doc der Kaiser war, der am längsten regiert hat.

Auch hier zeigt sich die wahre Schönheit nicht sofort und von dem Tempel zu Beginn der Anlage  sind wir etwas enttäuscht, folgt man dem umgeleiteten Fluss aber weiter durch den Pinienwald kommt man zur eigentlichen Grabstätte, die schon ihren Charme hat. Leider meinten die Restaurateure es teilweise etwas zu gut und die neuen, leuchtenden Fliesen und der glatt verputze Beton an einigen Stellen des Grabmales wirken etwas deplatziert.  Dafür sieht die Ruhestätte an anderer Stelle deutlich älter aus als 200 Jahre, was dem feucht- warmen Klima in  Vietnam geschuldet ist.

Essen in Hue und Fazit

Nach so viel Kultur auf nüchternen Magen ging’s nach einer weiteren rasanten Taxifahrt erst mal ins Hotel, duschen und nicht in das vom Hotel empfohlenen Restaurant sondern ins “Lac Thien”, einem von 3 Lokalen, die von einer Familie von Taubstummen geführt werden und bekannt sind für ihre interessante Technik, Bierflaschen zu öffnen. Als Andenken gibt es gleich einen der Öffner als Souvenir. Wir haben sogar jeder einen bekommen.

Ein Restaurant weiter vorne ist übrigens das “Lac Thian” und beide kämpfen mit Plakaten um das Vorrecht, das einzig wahre Original der Restaurants von Taubstummen zu sein. Ich glaube wir waren im Original, auf jeden Fall  haben wir für zusammen 15€ wieder lecker gegessen: Banh Xeoa, Pfannkuchen mit Schweinefleisch und Garnele,  Schweinefleisch am Spiess, das man mit Minze und anderen Kräutern in Reispapier wickelt und dann in Erdnusssosse tunkt, Reis mit gegrilltem Schwein, lecker mariniert, Huhn auf knusprigen Nudeln und Frühlingsrollen mit “Fäden drumherum”. Leider kann ich mir die Namen der Gerichte nicht merken, vielleicht schreibe ich sie mal auf.

Bei einem Spaziergang am Fluss entlang sind wir noch auf einen interessanten und trotzdem leckeren Nachtisch gestoßen, Keo Chi: Esspapier, darauf Kokosraspeln, darauf eine unbekannte süße Paste, die beim Wenden und Ziehen in unbekanntem Puder zu einer Art Nudeln wird, schwarzer Sesam und darauf eine schwarze unbekannte Sosse und als Deckel darauf wieder  Esspapier. Klingt komisch, ist aber sehr lecker.

Fazit: Uns hat Hue mit seinen Sehenswürdigkeiten gefallen, die ständige Fragerei,  ob man ein Taxi, eine Rikscha, einen Roller oder eine Tour haben möchte, weniger….