Tag 12: Rückfahrt nach Arusha und Hilde

19. Juli – Dienstag Rückfahrt nach Arusha und Begegnung mit “Hilde”

Zum Glück bin ich rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufgewacht und konnte das erste goldene Licht des Tages schon von meinem Feldbett aus erahnen.

Das war die erste richtig warme Nacht in Afrika und wir konnten das erste Mal beim Schlafen die Plane vorm Zelteingang weg lassen.

So gut wie auf diesem Zeltplatz war unser Zelt bisher auch noch nicht gespannt: auch bei dem Sturm, der teilweise herrschte stand es wie eine 1 und nichts hat geflattert. Die Massai, die unsere Zelte aufgebaut haben, haben einen super Job gemacht!

Der Sonnenaufgang war auch vom Oy Lengai aus super zu sehen und keine Wolke war am Himmel, so dass sich für Krissie und Andre der nächtliche Aufstieg auf den 2800m hohen Vulkankegel gelohnt haben sollte. Wir waren froh, dass wir uns um 23 Uhr hinlegen konnten, als sich die beiden zunächst mit dem Auto auf den Weg gemacht haben, um um 12 den 6 stündigen Aufstieg zu starten.

Wir hatten uns gerade vor unser Zelt gesetzt und darauf gewartet, dass George mit dem Frühstück kommt, da waren Steven und Krissie zurück von Berg. Leider musste sie die Besteigung in der Nacht nach ca. 1,5 Stunden abbrechen, weil der Weg einfach zu steil war. Die Beiden haben dann den Rest der Nacht im Auto verbracht und Andre ist mit einem Pärchen aus der Schweiz und dem Führer weiter gegangen.

Da das Auto das Stephan und mich heute nach Arusha bringen sollte schon morgens um 6 Uhr angekommen ist, haben wir beschlossen, uns nach einem letzten gemeinsamen Frühstück um 10 Uhr auf die 6-stündige Fahrt zu machen.

Schweren Herzens haben wir nach einer Runde Fußball mit Krissie und den Massai die Gruppe “Reisefuchs” nun endgültig aufgelöst, nicht ohne uns noch mal auf Sansibar zu verabreden.

Wir hatten uns morgens schon sehr über unser Auto gefreut, da es einen besseren Eindruck machte, als unser Herbie – aber die Freude war nur von kurzer Dauer.

Es war auf jeden Fall besser gefedert und der erste Teil der Fahrt war schon deutlich angenehmer, aber dann haben wir die uns bekannte Piste verlassen und sind auf eine weniger steinigen, dafür aber etwas staubigeren Piste abgebogen.

Das war deutlich untertrieben! Dachten wir schon die Serengeti wäre staubig, sind wir gestern ja schon eines besseren belehrt worden, aber die Fahrt hat alles getoppt.

Der Staub kam allerdings nicht durch die Fenster sondern von unten durch die total defekten Türgummis und legte sich wie ein Schleier auf uns und unsere Sachen und am Ende der Fahrt sahen wir aus, als hätten wir ein Sandbad genommen.

Es sah die ganze Zeit aus, als würde es im Auto brennen !

Dank der guten Fahrweise unseres Fahrers und nur einer kurzen Pinkelpause waren wir schon nach nur 5 Stunden um 15 Uhr in Arusha am “Office” und hatten hier auch die erste Begegnung mit “Hilde” oder Miss P. oder Mama Paradies.

Und die war so schräg wie ich es mir nach unseren zwei kurzen Telefonaten vorgestellt hatte.

Auf meine Aussage, dass wir unser Gepäck abholen wollten meinte sie, ” das nimmst Dir raus, ne?” Häh? Und wo bitte? Dann die Frage “na, war staubig, oder? Das ist nicht schön..” Nein, ist es ganz und gar nicht! Dann kam ihr Wunsch, uns im Hotel besuchen zu wollen – da hatten wir so gar keine Lust drauf und auch nicht auf das gemeinsame Barbecue, da unsere Reisegruppe zu diesem Zeitpunkt ja leider schon total aufgelöst war.

Aber wir wollten noch Stevens Handynummer von Hilde haben, weil ich dummerweise vor dem Wasserfall Walk mein iPad unter die Matratze im Zelt gelegt habe und da vergessen hab und Steven und Krissie bitten wollte, danach Ausschau zu halten.

Das brachte Hilde dazu zu fragen, ob wir wieder im “Green Mountain Hotel” sind. Ja, sind wir, weil das Torch einfach gar nicht geht ! Ihr Kommentar dazu “ist schön da, ne,? Ja, macht das mal”. What? Wir haben eigentlich bei Dir schon die Übernachtung bezahlt!

Aber egal, wir waren endlich in Arusha und der Dusche nahe !

Im Hotel wurden wir auch gleich super süß aufgenommen: Unsere Taschen wurden abgeklopft, meine Schuhe gleich zum Waschen mitgenommen und uns wurde gesagt, wir sollen uns doch nach der Dusche an den Pool setzten und erst mal entspannen.

Haben wir auch gemacht, erst mal duschen –  danach waren wir zu 80% sauber – und dann an den Pool und dann ein Safari Lager. Uff !

Hilde hat uns dann doch noch gefunden und wir haben ihr deutlich gesagt, dass ihre Autos nicht verkehrstüchtig sind und sie es nur ihrem Koch und Fahrer zu verdanken hat, dass wir nicht schon nach dem verlorenen Hinterrad auf ein neues Fahrzeug bestanden haben.

Steve hat uns immer das Gefühl gegeben, dass das alles kein Problem ist und wir uns keine Sorgen machen müssen und George hat mit seinem leckeren Essen und den gut gefüllten Lunchboxen das übrige zur guten Stimmung getan.

Immerhin konnten wir für die beiden jeweils 50€ Prämie rausschlagen, was schon recht ordentlich ist, wenn man bedenkt, dass Steve uns erzählt hat, dass er als Fahrer 150 € für die ganzen 11 Tage bekommt. Wie wir von den beiden gehört haben, haben sie das Geld auch tatsächlich am nächsten Tag, als sie vom Lake Natron wieder da waren, bekommen.