Südafrika 2012

4 Wochen mit dem Mietwagen von Johannesburg bis Kapstadt, rund 5000 km

Johannesburg oder Joburg

4,43 Millionen Einwohner und wir waren die einzigen Weißen auf der Straße – schon irgendwann ein komisches Gefühl…

Ganz selbstverständlich haben wir uns nach einem Nachmittag an Pool unseres B&B Abends zu Fuß auf den Weg in die Stadt gemacht, um Geld zu holen und etwas zu Essen. Beides war nicht einfach. Der Geldautomat hat meine Karte gefressen, aber wie durch ein Wunder kamen kurze Zeit später zwei schwarze, uniformierte und bewaffnete Sicherheitskräfte und haben mir meine Karte wieder aus dem Automaten geholt. Nach ziellosem rumgeirre haben wir dann auch irgendwo einen Pizza-Laden gefunden.

Mittlerweile war es dunkel und zwei farbige junge Typen waren der Meinung, dass wir besser nicht alleine gehen sollten und haben uns die ca. 4 km zurück in unseren “Hood” gebracht.

unser Pool

Masodini Lodge

Die Masodini Lodge war unsere erste Station. Warum und wonach ich die ausgewählt habe ? Kann ich gar nicht sagen, mir hat die Homepage und der Schreibstil gefallen… 🙂

Aber es waren tolle 4 Nächte vom 17.-21.12.2012.

Hier ein aktueller Auszug:

Masodini Game Lodge liegt direkt am KRÜGER NATIONAL PARK im 40.000 Hektar großen, privaten Balule Nature Reserve.

Hier genießen Sie das wahre Afrika Feeling!

Erleben Sie die afrikanische Tierwelt hautnah. Die “Big Five” (Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard) erwarten Sie. Balule Nature Reserve ist ohne Zäune offen zum Krüger National Park und die Tiere können ungehindert auf über 2,2 Millionen Hektar zwischen Mozambique und Südafrika wandern.

Unsere Lodge liegt wie eine Oase, umgeben von Fever Trees und immergrünen Palmen, mitten im Busch. Blicken Sie von der Terrasse oder dem Bardeck auf das Wasserloch (nachts beleuchtet) und genießen Sie unbesorgt die afrikanische Wildnis. Denn die Lodge ist sicher umzäunt, um ungebetene tierische Gäste fern zu halten.


Krüger Nationalpark

So wie ich bei der Planung etwas die Entfernungen in Südafrika unterschätzt habe, habe ich auch etwas die Größe des Krüger Nationalparks unterschätzt und die Entfernung zur Lodge, die immerhin 1 Stunde Fahrzeit betrug.

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt immerhin etwa 350 km, in Ost-West-Richtung ist der Park durchschnittlich 54 km breit und umfasst eine Fläche von rund 20.000 Quadratkilometern. Damit gehört er zu den größten Nationalparks in Afrika – und man fährt ihn nicht mal eben wie den Serengetipark in Hodenhagen an einem Tag ab.

So sind wir auch an zwei Tagen kreuz und quer durch den Park gefahren, was bei ca. 35 Grad im Schatten ohne Klimaanlage (für die Fotos sind eh alle Fenster auf) und einer Maximalgeschwindigkeit von 50 kmh schon anstrengend ist, aber ist klar, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn man wird ausgiebig dafür entschädigt. Mein Mann hat mit seiner Spiegelreflex Kamera natürlich die deutlich besseren Fotos gemacht, aber für einen ersten Eindruck soll es reichen.


Moholoholo Wildlife Rehabilitation Center

Das Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre wurde 1991 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, verletzte Wildtiere zu pflegen und so weit möglich wieder auszuwildern. Hier kommt man den Tieren noch mal viel näher als im Kruger.


Wasserfälle

Wer hätte gedacht, dass es in Afrika fast so viele Wasserfälle gibt wie in Kanada? Zumindest im Norden von Südafrika gibt es so einige, und die sind gar nicht so leicht zu finden, da sie sich meist nicht von einem hohen Berg hinunter stürzen, sondern in Erdspalten und Canyons verschwinden. Auf der Panorama Route von Hoedspruit bis Sabie kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus.


Sabie Town House Guesthouse

In 4 Wochen haben wir in so einigen Gästehäusern gewohnt und oftmals haben wir sehr nette Leute kennengelernt und nette Stunden mit den Inhabern verbracht.

Im Sabie Guesthouse war die Terrasse mit der selbstgebauten Bar und die riesige Küche ein Hingucker. Und hier habe ich gelernt, dass es nicht “unemployed” heißt, sondern “between two jobs” ! 🙂

Hier im Ort haben wir Abends super lecker im “Wild Fig Tree” gegessen:  Springbock Carpaccio, Krokodil Kebab und Kudu Gulasch – der Hammer ! Uns hat es “mussa lekker” geschmeckt!


On the road – und den 1. Platten !

Wir sollten in diesem Urlaub wirklich den ersten Platten Reifen unseres Lebens haben ! Und leider auch gleich den zweiten dazu, aber dazu unten mehr….

Zum Glück gilt TIA, “This is Africa”, was auch bedeutet, dass man am Samstag einen Reifen bekommt, auch wenn man etwas warten muss, bis der (weiße) Shop-Inhaber von wo auch immer eintrifft. War dann auch kein Schnäppchen und hat uns so um die 250€ gekostet und nein, leider sind Reifen nicht in unserer Autoversicherung enthalten…nach nur 1 Tag hatten wir übrigens in dem neu gekauften Reifen eine Schraube drin. Wir müssen uns diese wohl im Hluhluwe Park rein gefahren haben…Aber TIA, man bekommt auch am Heiligabend einen neuen Reifen und dieses Mal haben wir auch nur 68 € gekostet. Soll es daran gelegen haben, dass wir ihn von einem Schwarzen gekauft haben….? Und dieses Mal hat er auch bis zum Ende des Urlaubes gehalten.


Copa Banana Guesthouse, Pongola

Natürlich kommen auch wir nicht mit allen Menschen klar und so kommt es auch im Urlaub zu den vielen netten Begegnungen auch mal zu weniger schönen Begegnungen. Wenn wir ein Muster ausmachen können, müssen wir feststellen, dass es doch das ein oder andere Mal Holländer waren, mit denen wir nicht so gut klar kamen. Liegt natürlich nicht nur an den Holländern, aber wir bekommen langsam das Gefühl, dass wir nicht so gut mit unseren niederländischen Nachbarn harmonieren.

Nach der Reparatur unseres Reifens waren wir froh, endlich ein schönes Guesthouse gefunden zu haben, in dem wir sehr von einer Angestellten nett begrüßt wurden, es gab einen Willkommensdrink und auch das Zimmer war sehr schön. An der Hausbar haben wir dann den Inhaber und seinen Freund getroffen und obwohl wir auch hier begrüßt wurden, kamen wir uns schon gleich weit weniger willkommen vor. Unsere Bitte, ob wir von hier mit unserer Autovermietung sprechen dürften, um zu klären, wie uns wegen Ersatzreifen etc. verhalten müssen, wurde wenig erfreut aufgenommen. Unsere Bitte, der Dame der Autovermietung doch bitte zu erklären wo wir wären, war dann zu viel und das Gespräch wurde einfach beendet. Auf unsere Frage was das denn solle erhielten wir die Antwort, das würde jetzt zu teuer und das wäre auch nicht seine Aufgabe für uns die Dinge zu regeln. Nein, ist es sicher nicht, aber es wäre sehr freundlich, seinen Gästen dabei zu helfen. Wir haben dann das Bier, welches uns zuvor angeboten worden ist und welches wir noch nicht mal ausgetrunken hatten, bezahlt, haben unsere Sachen gepackt und sind wieder abgereist.

In dem Hotel des Ortes wurde uns dann sehr nett weitergeholfen und hier haben wir auch gerne unser Geld gelassen.


Hluhluwe Imfolozi Park

Wenn man in Südafrika Nashörner sehen will, ist das der “Place to be”. Ich weiß gar nicht mehr genau wie viele es waren, aber ich glaube 8 Stück. Und sie kamen immer näher ! Hier hat der Reiseführer nicht zu viel versprochen.

Das entsprechende Bild kommt noch.


4. Advent und Heiligabend in Mtuba-Mtuba Manor

Hier haben wir uns gleich zu Hause gefühlt, als wir von drei schwanzwedelnden Hunden begrüßt wurden. Dies war auch unsere Anlaufstation für unseren Trip am nächsten Tag. Wir hatten das ganze Gelände samt Pool für uns, da weder die Inhaber noch andere Gäste in den nächsten 2 Tagen dort waren.


St. Lucia Boottour – Nilpferde an Heiligabend

Nach einem guten Frühstück haben wir eine zweistündige Bootstour gemacht, mit dem Ziel Nilpferde zu sehen. Und wir haben eine Menge gesehen und auch von sehr nah. Hier mussten wir nicht wie auf unseren Game Drive im Private Game Reserve mit dem Fernglas nach ihnen Ausschau halten, nein, sie schwammen gleich neben dem Boot umher. Man glaubt nicht, dass diese gemütlichen Kolosse für mehr Todesfälle in Afrika verantwortlich sind als Löwen.

Als wir noch in der Masodini Lodge waren hat ein anderes Pärchen eine Tour mit dem Schlauchboot gemacht und berichtet, dass das Boot vor Ihnen von einem Nilpferdbullen umgekippt und völlig zerfetzt wurde. Den Insassen ist zum Glück nichts passiert, aber sicher haben Sie den Schock Ihres Lebens bekommen

Nach der River Tour in sengender Sonne haben wir es uns in unserem Guesthouse gut gehen lassen: Pool, Vino, Geckos gucken und wir haben noch ein tolles Lunch-Paket für den Tag morgen im Hluluwe bekommen.


 1. Weihnachtstag im Hluluwe und weiter bis Blythedale

Aufgrund der Temperaturen haben wir uns entschlossen, früh los zu fahren. Also 4.20h auf, 6h im Park und erstmal haben wir nichts gesehen…die afrikanischen Tiere schlafen doch wohl ganz gerne auch etwas länger….Doch dann sind wir tatsächlich auf 7 Nashörner und 2 Löwen VOR dem Lunch gekommen ! Das hat dann auch gereicht und wir haben den Park dann auch zeitig verlassen. Gerade Stephan war ziemlich kaputt, da das permanente Fahren immer bedingt, die Füße auf den Pedalen zu haben. Wir haben dann erst mal Pause gemacht, sind dann aber nach einem Gewitterschlag doch noch mal 150 km bis Blythedale Beach in die Palm Dune Beach Logde gefahren.

Ein komischer Ort. Irgendwann kommt eine Schranke, da stehen Polizisten oder Wachpersonal, die einen dann fragen wo man hin will, was man da will, wann man wieder weg fährt, und dann darf man auch noch seinen Kofferraum öffnen. Wir wussten ja noch nicht wo wir hin wollen, wir wollten einfach irgendwo schlafen, durften aber trotzdem passieren.

In der Lodge selbst war nicht viel los, so sind wir dann noch mal ein paar Schritte gegangen und haben noch eine „Party“ in Strandnähe gefunden, wo wir ein Bier getrunken und irgendwas undefinierbares, Geschreddertes gegessen haben. Nach der Party konnten wir nur noch mehr Vino trinken und trotz des saftigen Preises von über 100€ nicht mal duschen, da das Wasser abgestellt war.

2. Weihnachtstag

Auch beim Frühstück waren wir ziemlich die einzigen Gäste. Hatte irgendwie was Endzeitliches hier…..Obwohl ein super schöner, breiter Strand war hier kaum etwas los. Man muss aber auch sagen, dass das Wetter nicht gerade zum Baden eingeladen hat, es war relativ kühl und sehr windig. Von hier sind wir gut 70km bis Durban gefahren und haben uns hier 2 Stunden die Stadt angesehen. Aber aufgrund des Feiertages hatten alle Läden geschlossen. Nur der Victoria Street Market hatte geöffnet, aber hier gab es nicht wirklich etwas Interessantes zu sehen. Also weiter bis Cinthya East


Stau in Südafrika und mein erster Beinahe Diebstahl

Auf dem Weg weiter die Küste lang Richtung Süden standen wir irgendwann übel im Stau, der sich durch mehrere Ortschaften zog. Da Stephan,  wie eigentlich immer, hinter dem Steuer saß, hatte ich nicht viel mehr zu tun, als zu versuchen, die ein oder andere Straßenszene einzufangen. Dabei habe ich mir auch schön das Kameraband unserer neuen Canon Spiegelreflex Kamera um den Hals gebunden, damit nicht noch einer auf die Idee kommt, mir dieselbe durch das offene Autofenster zu entwenden.

Irgendwann habe ich statt der Kamera das Iphone zur Hand genommen und damit ein paar Fotos geschossen, als plötzlich eine Hand ins Auto, nach dem Telefon griff ! Da ich es zum Fotografieren mit beiden Händen festgehalten habe, gingen unsere Hände ziehender Weise hin und her. Ich habe nicht los gelassen, der (ich unterstelle einfach, dass es ein Mann war) andere aber auch nicht. Stephan war keine Hilfe, der hatte gerade entspannt geraucht und irgendwie gar nicht begriffen, was gerade abgeht. Ich eigentlich auch nicht, ich dachte nur an meine ganzen Fotos auf dem Telefon. Die wollte ich behalten und da der andere nicht loslassen wollte, ich keine Hand mehr frei hatte, um ihn irgendwie anders abzuwehren, habe ich einfach beherzt in seine Hand gebissen ! Mit Erfolg! Plötzlich hatte ich das Telefon wieder alleine in Händen und  die andere Hand ist samt dazugehöriger Person irgendwo weiter ungesehen im Gewusel verschwunden.

Zum Glück ist das gut ausgegangen, denn irgendwie hatte ich ja auch selbst Schuld. Wie heißt der schöne  Spruch “Gelegenheit macht Diebe”. Ich glaube nicht, dass die Hand wusste wonach sie greift. Hätte ja auch ein Portemonnaie oder ähnliches sein können.


Durban bis Port Alfred

Die 800km von Durban bis Port Alfred ziehen sich etwas, zumindest wenn man nicht die Möglichkeit hat, offroad entlang der “Wild Coast” zu fahren Deswegen kürzen hier auch viele Touristen ab und fliegen bis Port Elisabeth.

Wir möchten es aber nicht missen, hier lang gefahren zu sein, denn nur so sieht man etwas von Land und Leuten. Hier noch ein paar Fotos von Spots entlang der Strecke


Villa Vista Guesthouse – Home away from home

Ich muss gestehen, als ich geklingelt habe und Juri die Tür aufgemacht und uns hereingebeten hat, dachte ich noch, oh, ist der steif….Aber Abends beim Braai hatten wir mit ihm, seiner Frau Lisa und den Gästen Farny und Evelyn und dem “Tunel” (ein Rotwein) so viel Spaß, dass wir spontan beschlossen haben, noch eine Nacht zu bleiben. Und nicht zuletzt waren Juri und Lisa auch ein Grund, warum wir 2017 wieder nach Südafrika zu fahren. Einfach um nochmals vorbei zu kommen. Und hier beschließen wir auch, dass die Zeit, die wir noch haben für den Rest des Weges doch etwas zu knapp ist.  Also kurzer Anruf bei der Fluggesellschaft, kurzer Anruf bei der Autovermietung und 7 Tage länger in Südafrika ! Manche Dinge können so einfach sein 🙂

Der Strand rechts und links von der Hafeneinfahrt ist gigantisch breit und unendlich lang ! Wahnsinn. Aber macht nicht den Fehler wie wir, mal kurz bei ungefähr 43 Grad im Schatten von der einen auf die andere Seite laufen wollen – man muss ca. 4 km auf der einen Seite am Kanal lang gehen und auf der anderen zurück. Wer jetzt denkt, macht doch nichts, da springe ich mal kurz ins Wasser. Ha, denkst Du ! Die Wassertemperatur liegt hier so bei 18-19 Grad ! Verrückterweise wird es immer kälter, je weiter südlich man kommt – nicht umsonst leben unten bei Kapstadt Pinguine am Strand 🙂


Sylvester in der Tsitsikama Lodge

Zu Sylvester wollten wir uns mal richtig was gönnen uns haben uns in der Tsitsikama Lodge eingebucht. Da hatten wir ein kleines Blockhäuschen und abends war ein Sylvesterbuffet mit im Paket enthalten. Also wollten wir uns vor dem großen Fressen noch ein wenig die Beine vertreten. Also haben wir uns bei schönstem Wetter auf in den Wald gemacht, um entlang dem Fluss dem Striptease Trail zu folgen. Einem Wanderweg, der an verschiedenen Pools vorbei führt und an dessen Ende man nackt ist, bzw. sein sollte 🙂

Das Buffet am Abend war ganz gut, wir allerdings nach so viel Bewegung schon vor 12 Uhr im Bett….


Tsitsikama National Park

Zu den Sehenswürdigkeiten des Parks gehört die Storms River Bridge. Eine Hängebrücke, die mit ihren 77 Metern länge schon ganz schön schaukelt, wenn man sie überquert. Hier haben wir auch mal wieder Wildlife gesehen. Dassies, auf deutsch Klippschliefer.  Eigentlich kleine Nager, die allerdings mit Elefanten verwandt sein sollen.  Auf jeden Fall sollte man sich einen Abstecher nicht entgehen lassen.

Ein Stück weiter kommt man zum 800 Jahre alten “Big Tree”. Einem Yellowwood Baum mit einer Stammhöhe von 18 m und einem Stammumfang von 9m. Nichts gegen “Tane Mahuta”, den wir 2007 in Neuseeland besucht haben. Der Kauri Baum misst 51m Höhe und knapp 14m Umfang – der war für uns kaum noch als Baum zu erkennen, so riesig war der! Aber der Big Tree ist auch schon groß und man ist nach der ganzen Fahrerei immer dankbar, wenn man sich drei Schritte bewegen kann.