Tankanlage

15. April 2018 von Susanne Siewert

Planung
Bei der Planung der Tanks haben wir es uns nicht leicht gemacht. Wir wollten:

  • Möglichst große Reichweite (Dieselkasse, man tankt mit preiswertem Diesel voll und durchfährt  Länder, in denen der Diesel teuer ist)
  • getrennte Tanks für gesicherte Treibstoffversorgung
  • ein zusätzlicher , kleiner Offroadtank
  • Keine Beeinträchtigung der Bodenfreiheit
  • Manuelle Umschaltung zwischen den Tanks
  • Separate Tankuhr pro Tank im Fahrerhaus
  • Rücklauf in den Offroadtank, um hieraus die Dieselheizung zu speisen (war die Ursprungsidee)
  • Separfilter beheizt

Erst hatten wir die Idee, Alutanks zu verbauen, haben uns dann aber dagegen entscheiden, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass uns unterwegs jemand unsere Alutanks schweißen kann, falls mal etwas kaputt geht.
Zusammen mit dem Fahrzeugbauer haben wir uns dann für klassische Stahltanks entschieden, 2×300 Liter plus 25 Liter Offroadtank.

Während der Planung kam natürlich auch hier wieder alles anders…
Nachdem wir gefühlt Stunden damit zugebracht hatten, uns final für eine Auszugstreppe zu entscheiden, die unter der Tür in einer Staubox sitzt, passte das nicht mehr, als wir die Tür weiter nach hinten geschoben haben.
Nun hätte der 300 Liter Tank nicht mehr vor die Tür und die Staubox mit der Leiter gepasst.
Damit war die Idee geboren, einen ausziehbaren Podest zu bauen, an dem eine Jumbo Leiter hängt. Dieser Podest kann nur über dem Tank ein-und ausgefahren werden, nicht über einer Staubox.  Jetzt war der 300 Liter Tank, der eben noch zu lang war zu kurz. Dadurch bekam Stephan seinen Willen, 2x 400 Liter Dieseltanks und wir  damit ca. 1.000 km mehr Reichweite!  Das ist immerhin die Strecke Hamburg – Wien.

Einkaufsliste
Da der Fahrzeugbauer unsere Tankanlage leider ebenso wenig bauen wollte wie die Staukisten, mussten wir das jetzt selbst machen.

Die auf unsere Zeichnung eingeplanten Tanks haben wir dann bei Hoppe Tanks gefunden, ebenso wie das benötigte Zubehör:

  • 2x 400 Liter Tanks für Mercedes Benz SK
  • 2x Tankgeber
  • dazugehörigen Tankkonsolen inkl. Gummis
  • Spannbandgummis
  • 1x neuer Tankstutzen (da hätten wir den rausgeflexten nehmen können)
  • 20 Meter 12 mm Tec-Rohr als Kraftstoffleitung
  • Tankuhr
  • 25 Liter Standheizungstank plus Konsole
  • Einsteckhülsen, Überwurfmuttern und Schneidring
  • 2 T-Stücke 12mm
  • 2x Tandemventile
  • 24V Dieselpumpe
  • 2x Schraubnippel 3/4 Zoll auf 13mm
  • 20x M12 Schrauben
  • 20x Schlauchschellen 10-16mm
  • 2 adrige Kabel
  • Karosserieunterlegscheiben und selbstsichernde Muttern
  • diverse Schrauben und Muttern aus unserem Aufbau
  • Kabelschutzrohr „Gänsehals“, um die Leitungen darin zu verlegen, Kabelbinder
  • 1m Gummikraftstoffleitung, um das Tec-Rohr an den Ventilen zu befestigen
  • Taster, um die Dieselpumpe zur Befüllung des Offroadtanks anzusteuern
  • diverse Alu-Teile aus unserem Feuerwehraufbau

Damit hatten wir zwar alle Teile zusammen, aber nun fehlte der entscheidende Teil, den wir immer wieder bei unserem Projekt benötigen: Hilfe !

Zum Glück hatten wir wieder tatkräftige Unterstützung, eines Bekannten ! Ohne die Hilfe von Micha hätten wir weder den Einfüllstutzen umplatzieren können, noch hätten wir das ganze Projekt in der Zeit, die wir jetzt gebraucht haben, alleine geschafft. Und auch so haben Stephan und Micha insgesamt 30 Stunden gebraucht, bis alles verbaut und getestet war. So ein Projekt entwickelt sich während des “Machens”, und viel Zeit geht auch für Überlegungen drauf, wie man alles steuert, anschließt, wo die Ventile hin kommen und und und.

Zudem musste bei dem Tank auf der Beifahrerseite wie gesagt der Tankstutzen versetzt werden, da der standardmäßig verbaute Stutzen direkt unter unserem Türpodest gelegen hätte. Natürlich musste das Loch, das der alte Tankstutzen hinterlässt, dann auch wieder zugeschweißt werden.

Der Einbau der Tankanlage war insgesamt doch viel aufwändiger als gedacht. Alleine das Befestigen der Konsolen am Fahrzeugrahmen hat gedauert. Die Platzierung musste noch mal mit den Zeichnungen von Fahrzeug- und Kabinenbauer abgeglichen werden und jede Konsole wurde mit 2 xM12 Schrauben  an dem Rahmen befestigt werden. Allein für das Bohren der Löcher in die Tankkonsole braucht man pro Loch ca. 15 Minuten. Bei 8 Löchern sind mal eben 2 Stunden weg.

Warum ein Offroadtank?
Entweder Offroad oder auch einfach mal auf der normalen Strecke sind immer mal Steigungen oder Gefälle zu bewältigen. Sind an diesen Stellen die Tanks weniger als 1/3 gefüllt, kann es passieren, dass der Motor Luft zieht anstatt Diesel.
Jeder, der mit seinem PKW schon mal einen steilen Berg hochgefahren ist, hat schon mal erlebt, dass plötzlich seine Tankanzeige leuchtet, obwohl vorher alles im grünen Bereich war.

Auch wenn man die großen Tanks mal nahezu leer fährt, kommt man an die letzte Menge im Tank nicht mehr ran, weil der Tankgeber nicht bis zum Tankboden geht (da zieht er nur Dreck an). Dann hat man aber die Möglichkeit, mit dem Inhalt aus dem kleinen Tank noch zu fahren, vorausgesetzt man hat vorher hier Diesel rein gepumpt.
Wenn der Sprit mal komplett alle ist, man aber einen 20 Liter Ersatzkanister auftreiben kann, würden diese 20 Liter in den großen Tank einfach „verschwinden“, in den kleinen 25 Liter Tank gefüllt kann man sie aber super nutzen und kommt hoffentlich bis zur nächsten Tankstelle.

Eigentlich hatten wir noch eine weitere Idee, die wir dann aber doch wieder verworfen haben. Der Diesel aus dem Rücklauf hat ja alle Filterstufen des Motors durchlaufen und sollte damit sauber sein. Nun hatte ich mir gedacht (weil u.a. bei der Pistenkuh gelesen), dass der kleine Tank super wäre für die Dieselentnahme der Heizung. Hier müsste man den kleinen Tank allerdings höher setzten als den großen Tank und zudem beide verbinden, damit der kleine nicht überläuft, weil er durch den kompletten Rücklauf gefüllt wird. Die Anlage wird dadurch gleich ziemlich kompliziert….

Wenn man den Rücklauf über den Offroadtank immer nur in einen der beiden großen Tanks zurück führt, muss man auch immer zunächst aus diesem großen Tank Diesel entnehmen, damit er nicht überläuft. Wenn gerade in diesem Tank, in den ich den Rücklauf führe, die Qualität des Diesels schlecht ist, hat man ein Problem, weil man den Rücklauf nicht umleiten kann. Auch wenn dieser Tank, der den Rücklauf aufnimmt kaputt ist, hat man ein Problem, da man den Rücklauf nicht umleiten kann.

Da uns hier keine zufriedenstellende Lösung eingefallen ist, haben wir uns für eine Variante mit Tandemventilen entschieden. D.h. Vor- und Rücklauf werden gleichzeitig geschaltet, sprich der Rücklauf fließt immer wieder in den Entnahmetank. Wir können jeden Tank komplett unabhängig von den anderen Tanks schalten. Sprich wenn wir schlechten Diesel in Tank A haben, nehmen wir Tank B zum Fahren und zum Befüllen des Offroadtanks
Wie wir die Entnahme für die Dieselheizung lösen wissen wir noch nicht genau. Entweder zweigen wir den Diesel für die Heizung  nach dem Separfilter ab oder zapfen über den Tankgeber direkt einen der großen Tanks an. Das hängt auch davon ab, wo wir die Heizung am Ende hin bauen.

Dieselfilter

Serienmäßig hat unser Mercedes natürlich Dieselfilter, die wir letztes Jahr auch schon gewechselt haben. Diese Filter sind für den üblichen Verschmutzungsgrad hier in Europa ausgelegt, doch will man eine Weltreise unternehmen, kann der Diesel auch schon mal deutlich dreckiger sein.

Deshalb haben wir uns entschieden, noch einen zusätzlichen Filter einzubauen, den Separ Filter. Der soll Wasser und Schmutzpartikel im Diesel entfernen, die dann über ein Schauglas einfach „entsorgt“ werden können. Den gibt es ungeheizt und beheizt, ausgerüstet mit einer elektrischen Dieselheizung, um Startprobleme bei kalten Temperaturen um oder unter 0 °C zu vermeiden. Wer genau wissen will, wie das alles funktioniert, kann das hier nachlesen: http://separ-filter.com/separ/index.html

Aber auch der wird erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden, wenn wir sicher sind, wo wir ihn platzieren können. Schließlich muss auch der, genau wie die Ventile, gut zugänglich sein, damit man ihn immer mal wieder reinigen kann. Erstmal sind wir froh, dass alles so funktioniert, wie die Männer sich das ausgedacht haben.

Hier noch ein paar Bilder zum Ein- und Umbau. Wer mehr wissen oder live dabei sein möchte, kann sich auch gerne unsere Videos dazu anschauen 🙂

https://www.youtube.com/watch?v=2voOWHIylH0

Wir bauen eine Tankanlage

Tankanlage Teil 2 - die Steuerung