Rom 2017

4,5 Tage Rom vom 27.10 – 01.11.2017

Rom, die ewige Stadt. Endlich ist es so weit und wir fahren mal wieder weg.

Von Freitag Abend bis Mittwoch Nachmittag soll es in die Hauptstadt Italiens gehen. Stephans Geburtstagsgeschenk. Wird auch mal Zeit, denn er hatte schon Ende April Geburtstag. Er war noch nie hier, ich so mit 16 oder 78, ist also schon ein kleines bisschen her…. 🙂 Damals noch mit Rainbow Tours für so ca. 90 D-Mark. Habe gerade mal gegoogelt, die scheint es sogar noch zu geben, auch wenn es mir nicht möglich war ihr Angebot angezeigt zu bekommen.  Aber egal, zurück zu unserem aktuellen Trip.

Ich muss schon sagen, meine Erwartungen waren relativ hoch. Bei spätsommerlichen Temperaturen sah ich uns an einem guten Glas Rotwein nippend entspannt dem geschäftigen Treiben auf der Piazza zusehen und dabei den Tag voller kultureller Höhepunkte Revue passieren lassen.

Meine Erwartungen wurden eigentlich auch erfüllt. Eigentlich. Das Wetter war toll, 20-24 Grad, der Wein war lecker, sogar der aus dem Tetrapack genießbar, eine Piazza konnten wir uns unter vielen aussuchen, nur das Treiben auf denselben war uns zu geschäftig. Aber für ihre Besucher kann die Stadt natürlich nichts.

Wie heißt es: There is no traffic, you are traffic.

Ist wohl so, wir haben ja auch dafür gesorgt, dass es in der Stadt noch voller wird….

Dann war der Zeitraum von mir vielleicht auch nicht optimal gewählt, da in relativ vielen Bundesländern noch Herbstferien waren. Aber wie es so ist wollte ich es natürlich auch ausnutzen, dass der Reformationstag dieses Jahr nicht nur eine Feier- sondern auch ein Freier-Tag war.

Freitag

Nachdem ich mich dran erinnert habe, mir vor unserer Reise nach  Edinburgh zu Sylvester 2014/2015 so gar keine Gedanken gemacht zu haben, wie wir vom Flughafen in die Stadt kommen und Stephan darüber sehr verwundert war, habe ich dieses Mal meine Hausaufgaben gemacht.

Wir nehmen den Leonardo Express für 14 € pro Person und sind in ca. 35 Minuten am Hauptbahnhof Termini und nach ca. 10 Minuten Fußmarsch an unserem B&B. Aber warum plane ich so etwas überhaupt, natürlich kam es wieder ganz anders. Wir sind in der Bahnhofshalle am Flughafen gleich an den ersten Schalter wo die nette ältere Dame und erklärte, dass der Leonardo Express gerade weg sei, wir deshalb den Bus nehmen sollten. Der fährt in 10 Minuten und wir sind auch ganz schnell in der Stadt. Wir sollen warten, man ruft uns auf. Nach ein paar Minuten kam auch tatsächlich ein älterer Herr, der sich kurz mit der Dame vom Schalter unterhalten hat und uns und drei Mädels signalisiert hat, ihm zu folgen. Zu seinem PKW mit dem er uns dann zum Hauptbahnhof gefahren hat.

Warum gerade uns 5 und nicht noch welche der anderen Gäste, die nach uns noch Tickets für den Leonardo gekauft haben – Platz wäre im Auto gewesen – wissen wir nicht. Auch die beiden deutschen Mädels konnten sich das nicht erklären, aber so war es auch bequem und wirklich genauso schnell.

Unsere Stadtpläne

Da unser Flieger auch noch Rückenwind hat, waren wir schneller als gedacht am B&B und haben unsere Host Mum Rossanna etwas überrascht. Der Empfang war aber nicht weniger herzlich und wir wurden ausführlich über alle Sehenswürdigkeiten informiert und mit umfangreichem Kartenmaterial ausgestattet.

 

Am Abend haben wir von unserem B&B, dem Aquarius Inn nach dem Essen nur noch eine kleine Runde bis zum Präsidenten Palast und dem Trevi Brunnen gedreht. An letzterem war es richtig voll und wir sind auch das erst mal auf einen

Trevi Brun

fliegenden Händler reingefallen. Wir haben ihm 10 € gegeben und wollten 5 € wieder haben. Natürlich konnte er nicht wechseln und hat uns im Gehen dann nur noch ein paar bunter Armbänder in die Hand gedrückt als Geschenk für die Daheimgebliebenen. Naja, nicht schlimm, tut uns nicht wirklich weh.

Das Restaurant des ersten Abends war übrigens leider das Schlechteste, obwohl eine Empfehlung unserer Host Mum. Dafür war dass B&B aber sehr nett und dank der guten Fenster nachts auch ruhig, obwohl in der Straße unten 3 Restaurants sind

Samstag

Am zweiten Tag, also am Samstag hieß es erst mal Schuhe kaufen. Mein geliebter Mann hat es doch tatsächlich geschafft, mit gänzlich kaputten Schuhen loszufahren. Dank des bunt bemalten Stadtplanes unsere Vermieterin Rossana war es gar kein Problem, die Hauptgeschäftsstraße zu finden. Diese führt einmal durch das Zentrum von Rom, von einem der berühmtesten Plätze Roms, dem „Piazza der Popolo“ bis zum „Piazza Venezia“ mit dem gigantischen Nationaldenkmal, im Volksmund die Schreibmaschine“ genannt.

Piazza del Popolo

Wir beschlossen durch den Park der Villa Borghese zum „Piazza der Popolo“ zu laufen. Da wir aber nicht den günstigsten Weg genommen haben, haben wir den Park mehr oder minder nur gestreift und sind erst am unteren linken Ende eingestochen. Hier aber direkt über den Tiefgaragen auf der Galoppbahn gelandet, auf der tatsächlich ein Reiter samt Pferd anscheinend Reitunterricht bekommen hat. Das mitten in Rom zu sehen ist schon irgendwie beeindruckend.

Oben von der „Terrazza del Pincio“ hat man einen schönen Blick über Rom und auch einen tollen Blick auf den Platz. Unbedingt aber auch noch mal ein wenig nach links gehen bis zum „Casina Valadier“, einem wunderhübschen Haus wie ich finde und von der Aussichtsplatform dort kann man bis zur „Schreibmaschine“ gucken.

Eine schöne Aussicht über Rom

Auf der Einkaufsstraße „Via del Corso“ war auf einem Samstag natürlich schon eine Menge los, wie aber überhaupt in der ganzen Stadt. Kein Wunder beim dem Wetter ! 24 Grad, Sonnenschein und blauer Himmel. Doch etwas anders als das Wetter gerade in Hamburg. Schnell haben wir einen Foot Locker gefunden und fast ebenso schnell hat Stephan Schuhe gekauft. Dass wir hier morgen noch mal herkommen sollten, wussten wir noch nicht, aber dazu morgen mehr…

Erst mal stoppen wir in einem kleinen Cafe in einer Seitenstraße und Stephan wechselt das Schuhwerk.

Spanische Treppe

In unserer Laufrichtung konnten wir linker Hand noch die „Spanische Treppe“ mitnehmen, die eigentlich erst dadurch zur Attraktion wird, dass die 136 Stufen von hunderten von Touristen bevölkert werden. Der deutsche Name leitet sich übrigens von dem drunterliegenden „Piazza die Spagna“ ab, an dem früher und vielleicht auch noch heute, die Spanische Botschaft saß. Der Italienische Name der Treppe „Scalinata di Trinità dei Monti“ weißt auf ihren eigentlichen Zweck hin, nämlich eine Verbindung des Stadtgebietes zur Kirche „Santa Trinità die Monti“ zu schaffen. Klugscheißerwissen von jemandem der googeln kann 😉

Mein Plan für diesen Tag war, auch noch das Pantheon und den Piazza Navona zu besichtigen, aber Stephan will nach so viel Trubel erst mal ans Wasser. Hier schlendern wir am Tiber entlang, am obersten Gericht vorbei zur „Engelsburg“ wo Stephan schon mal Foto-Scouted für die Fotos bei abendlicher Beleuchtung. Und wenn wir schon mal hier sind gehen wir auch weiter zum Petersplatz und dem Petersdom. Und wie soll es sein, auch hier ist es voll. Uns zu voll, so dass wir beschließen uns nicht an die Schlange zur Besichtigung des Doms anzustellen. Der Eintritt ist frei und es bildet sich nur eine Schlange, weil die Taschen durchleuchtet werden.  Der Petersdom ist aber auf jedenfall ein must-see in Rom und jeder Besucher MUSS sich irgendwann anstellen…

Eintritt kosten nur die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Will man hier die Tickets auf der regulären Museumseite des Vatikans kaufen, muss man das allerdings mit mindestens 2 Tagen Vorlauf tun. Dann kostet der Eintritt inklusive der Berechtigung, die Schlange zu umgehen, 20 €. Über die netten Koberer auf dem Petersplatz oder generell bei den Tourenanbietern zahlt man gerne auch mal den dreifachen Preis. Mit dem Eintritt in die Sixtinische Kapelle umgeht man allerdings auch die Schlange am Petersdom, da man erst die Kapelle besuchen kann und dann „von hinten“ in den Dom kommt.

Aber irgendwie ist Schlange stehen in Rom auch „Part of the Experience“. Wir kommen auf jeden Fall noch mal wieder zum Anstellen.

Die “Sixtinische Kapelle“ mit den berühmten Michelangelos ist sicherlich sehenswert, aber wenn man unserer Internetrecherche glauben darf, werden da im Oktober 2017 ca. 10.000 Leute pro Tag durchgeschleust, was bedeutet, dass keine Zeit zum Verweilen und genauen Betrachten bleibt. Da haben wir dann doch von einem Besuch abgesehen. Ist vielleicht ein Grund noch mal nach Rom zu kommen, auch wenn wir keine Münze in den Trevi Brunnen geworfen haben. Diese sollen einmal pro Woche eingesammelt werden und pro Jahr die stolze Summe von 1 Mio € bringen, die dann wohltätigen Zwecken gespendet wird.

Um uns erst mal etwas zu erholen haben wir uns nahe des Vatikans mit Chips und Bier eingedeckt und nach einem mühsamen Aufstieg entlang der Straße im Park Ginaicolo erst mal eine ausgiebige Pause gemacht. Hier haben wir den diversen Kindergeburtstagsgruppen bei der Schnitzeljagd zugeguckt und das schöne Wetter genossen. Der Abstieg von einem der sieben Hügel Roms hat gezeigt, dass Stephans Schuhe irgendwie nicht so ganz passen. Also erst mal die teuren dazu erstandenen Einlagen raus und dann auch mal nach der Größe geguckt. 44 anstatt 45, also kein Wunder, dass die mittlerweile drücken. Aber wir haben es wieder runter geschafft. Vorbei am Fontana dell’Acqua Paola bis zum Restaurant “Marco G”. Hier hatten wir übrigens das beste Essen während unseres Aufenthaltes und sind auch noch mal wiedergekommen – leider am Ruhetag…

Live dabei

Sonntag

Zum Glück gibt es hier kein vergleichbares Ladenschlussgesetz wie in Deutschland und die Läden dürfen auch Sonntag öffnen. Ein Glück für Stephan und seine geplagten Füße. Natürlich sind wie viel zu früh wieder in der Einkaufsmeile und überbrücken die Zeit bis 10 Uhr mit der Einkehr in diverse Kirchen, in denen am Sonntag morgen auch der Gottesdienst stattfindet. Trotzdem oder gerade deswegen sind die Türen geöffnet und wir lauschen den fremdartigen Gesängen und schnuppern am Weihrauch.

Danach haben wir uns auf dem Weg zum wirklich imposanten Nationaldenkmal gemacht. Hammer ! Das ist mal groß!

Von hier geht man quasi durch das “Forum Romanum” in Richtung Colosseum. Dieser Trip war ja Stephans Geburtstagsgeschenk und er hatte weder Lust das eine noch das andere Denkmal mit tausenden anderer Touristen zu besuchen. Kann ich verstehen und ich weiß auch, dass mit damals das Colosseum nicht wirklich beeindruckt hat. Sieht halt nicht mehr aus wie bei “Spartacus”. Wenn man ein nicht weniger beeindruckendes Colosseum sehen  möchte, kann ich das Amphitheater in Pula, Kroatien empfehlen. Man muss, zumindest im Oktober,  nicht lange anstehen und es ist noch sehr gut erhalten.

Auch der “Circo Massimo”, den man aus “Ben Hur” kennt ist heute nicht mehr als eine Wiese mit ein paar alten Steinen. Aber gut, wir finden es beeindruckend, dass eine Stadt wie Rom auch diese Flächen bewahrt und nicht meistbietend an die Betreiber irgendeines weiteren Hotels oder Einkaufszentrums verscherbelt.

Richtig beeindruckend ist die ganze Szenerie eigentlich erst bei Nacht. Da kann man sich plötzlich vorstellen, wie das Römische Heer durch die Stadt gezogen ist und der römische Adel den Gladiatoren zujubelt.

Colosseum

Titel

Montag

Für heute hatten wir beschlossen mal etwas außerhalb der Stadt zu machen und uns eine der römischen Katakomben anzusehen. Von meinem Besuch mit ca. 16 mit Rainbow Tours habe ich mich erinnert., dass ich die Fahrt über die “Via Appia Antica”, die Straße, die schon Cesars Truppen benutzt haben, beeindruckend fand und die Katakomben mehr als gruselig. Überall in den Tuff gehauene Fächer in denen Gebeine und Schädel lagen……

Früher hat man ja noch nicht so viel fotografiert und dokumentiert wie heute, deshalb weiß ich nicht mehr welche der Katakomben ich gesehen habe und so haben wir uns für die christlichen “Calixtus Katakomben” entschieden. Wobei auch heute hier noch fotografieren verboten ist, weil die Rechte verkauft sind. Und es gab (leider) auch keine gruseligen Knochen mehr – weil Touristen diese regelmäßig haben mitgehen lassen. Sowas ist für uns unvorstellbar ! Wer macht so etwas?

Diese und auch noch weitere Katakomben sind vom Circo Massimo für kleines Geld mit dem Bus zu erreichen und auch dieser fährt über die antike Strasse.

Nachmittags sind wir dann noch über die Tiberinsel wieder zum Petersplatz gelaufen und haben uns dieses Mal wie viele andere auch, gut 2,5 Stunden angestellt, um eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt anzusehen, den “Petersdom”. Ich glaube man kann behaupten, dass es niemanden gibt, den dieses Bauwerk nicht beeindruckt ! Die Ausmaße sind einfach gigantisch. Unsere kleinen Kirchen im Ort kann man alle in ein kleines Seitenschiff des Petersdom schieben ….Die Fotos geben das nicht annähernd wieder, aber vielleicht sieht man das auf unserem youtube Video  so ab Minute 14 besser.

Was soll ich sagen, Abends haben wir wieder sehr lecker gegessen, auch wenn uns das im ein wenig zu viel Chichi war….Oder habt ihr schon mal “dismanteled” Tiramisu gegessen? Wir können Euch sagen, dass “normale” schmeckt besser !

Woran erinnert Euch das…?
Ein kleiner Teil des Petersdom

Dienstag

Natürlich muss man in Rom jeden Tag mindestens eine Kirche ansehen. Heute war es die bei uns in der Nähe, die “Santa Maria Maggiore”, eine der 5 Papstbasiliken Roms. Auch hier musste man wieder anstehen, wenn auch nur kurz. Und auch hier wieder beeindruckender Pomp, Gold und Fresken wohin man blickt. Wirklich Wahnsinn, was hier an Geld und Arbeit in den Kirchen steckt.

Den Rest des Tages haben wir mit der Durchquerung nahezu aller römische Parks verbracht, haben Schildkröten gesehen, grüne Sittiche und einfach mal von den Menschenmassen entspannt – bevor es abends wieder gut essen ging natürlich.

Dieses mal im “Il Tamburello di Pulcinella” 

Auch gut, aber kommt nicht ans Marco G. ran.

Mittwoch

Heute hieß es nun Abschied nehmen von der Ewigen Stadt. Schön war es, laut, war es, voll war es, sonnig war es – vielleicht müssen wir noch mal wieder kommen, um uns so richtig zu verlieben.

Bislang liegt Paris ganz klar auf Platz 1 unserer Lieblingsgroßstädte, wer weiß was da noch kommt.

Nachdem wir noch das schöne Wetter bei einem weiteren Spaziergang durch den Park der Villa Borghese genossen haben, ging es gegen Mittag tatsächlich mit dem Leonardo Express zum Flughafen und wir können bestätigen, es ist einfach, schnell und sicher.

In den gut 4 Tagen plus An- und Abfahrt haben wir fast jedes Verkehrsmittel, dass die Stadt bietet, genutzt und sind noch fast 80 km zu Fuss gelaufen – das nur so am Rande…

Arrividerci  Roma !