Venezuela Isla Margarita 2005

2005 war für uns beide ein anstrengendes Jahr, weshalb Stephan beschlossen hat, dass wir über Weihnachten eine kleine Auszeit nehmen sollten. Kurzentschlossen hat er einen All-inclusive-Urlaub auf der Insel Isla Margarita gebucht! Vom 18. -31. Dezember waren wir auf der schönen Insel. Bis zwei Tage vor Abfahrt wusste ich weder wo es hin geht, noch wusste ich bis dahin wo die Insel liegt….

Dieser Urlaub war gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere:

  • unser erstes Weihnachten ohne Familie
  • unser erster All-inklusive Urlaub
  • unser erster Trip nach Südamerika
  • unsere erste, selbstgelenkte Speedbootfahrt
  • unser erstes Seepferdchen in freier Wildbahn
  • unser erster Kaiman in freier Wildbahn

Extra für den Urlaub hat Stephan noch eine neue, kleine Kompaktkamera gekauft, die so klein war, dass sie in eine Marlboro Schachtel passt – in der sie dann auch prompt auf dem Küchentisch liegen blieb….So sind unsere Fotos nur Handy Fotos , aber wir haben auch noch 3 Stunden auf Video, die wir uns jetzt auch gerade noch mal angesehen haben 🙂

Weihnachten in Venezuela
Meinen Kompott Hut habe ich mir dort gekauft, weil es ohne einfach zu heiß war

Hotel “Hesperia Playa el Agua”

Unser Hotel war glaube ich ein klassisches All-inclusive-Hotel. Nicht das wir da viel Erfahrung haben, der einzige andere Urlaub dieser Art war mit meinen Volleyball Mädels in Tunesien. Der Pool war riesig, die Anlage sehr schön angelegt, die Klimaanlage laut, das Essen super, die Drinks stark und das Animationsprogramm super laut, und wurde auch durchgezogen, wenn kein einziger Gast zuschauen wollte. Auch nächtliche Beschwerden an der Rezeption wurden ignoriert.

Das mag das sein was viele Urlauber sich wünschen, für uns gemeinsam war das der erste und einzige Urlaub dieser Art. Natürlich haben wir das Essen genossen. Jeden Abend gab es ein anderes Motto – Italien, Seafood, Caribean etc. –  und es wurden einem an verschiedenen Stationen die unterschiedlichsten Spezialitäten frisch zubereitet. Der Essenssaal war eine riesige, überdachte Terrasse auf der man bei lauen Temperaturen draussen gegessen hat.   Auch die Drinks an der Strandbar haben wir meist zusammen mit einem Rentnerpärchen genossen, das jetzt im Alter, nach dem Fall der Mauer, endlich die Welt erkunden kann.

Trotzdem fanden wir es alles in allem so anstrengend, dass wir uns entschlossen haben, noch einen recht teueren Trip, 3-tägigen Trip, aufs Festland, ins Orinoco Delta, zu buchen.

Rund um das Hotel waren früher mal jede Menge Bars und Restaurants, die aber dem allgemeinen All-inclusive Tren zum Opfer gefallen sind…

Unser Hotelstrand

Meer und Klima

Obwohl die Insel Isla de Margarita etwa 40 Kilometer nördlich des Festlandes im Karibischen Meer liegt, hatte zumindest unser Strand wenig zu tun mit den flachen, türkisblauen Stränden, die mal allgemein vor Augen hat, wenn man Karibik hört. Das Wasser war nie ganz flach und im Laufe des Tages wurden die Wellen immer höher, so dass einige Erwachsene gleich gar nicht ins Wasser gegangen sind. Am Nachmittag, wenn die riesigen Palmen ihren Schatten auf den Strand geworfen haben, wurde es sogar richtig kühl. Ist man dann allerdings an den Pool gegangen, war es in der Sonne noch unglaublich heiß.

Auf der Insel herrscht mildes, subtropisches Klima. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 27 C, die Wassertemperatur liegt bei 28 C. Auch nachts kühlt die Luft nur wenig ab. Und während es in der Regenzeit von Mai bis Oktober auf dem Festland zu starken Schauern kommt, bleibt die Isla Margarita meist davon verschont. Ohne Klimaanlage werden aber die Bettwäsche, Handtücher und die Klamotten auf dem Zimmer sehr schnell klamm und feucht aufgrund der tropischen Feuchte.

Unser Strand

Mietwagen

Wir haben uns für 1 Tag gleich neben dem Hotel einen kleinen, roten Geländewagen gemietet, um die Insel etwas zu erkunden. Ich weiß nicht mehr was der Wagen gekostet hat, aber es war nicht sehr viel. Unglaublich günstig war der Sprit. Nach einem Tag kreuz und quer über die Insel Gegurke, haben wir für 1 Dollar irgendwas getankt und dem verdutzten Tankwart noch mal ebenso viel Trinkgeld gegeben 🙂

Einen kurzen Abstecher haben wir in die größte Stadt der Insel, Porlamar gemacht, wo man zollfrei einkaufen kann. Damals war die ganze Insel zollfrei, ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Wir haben aber nichts gekauft,. Das mit Maschinengewehren ausgestattete Sicherheitspersonal vor dem Einkaufszentrum hat uns irgendwie abgeschreckt….

Wir sind dann lieber weiter durch die kleinen Orte gefahren, zum Mangrovenwald der Insel.

Laguna de la Restinga – Bootsfahrt durch den Mangrovenwald

In kleinen 4-6 sitzigen Booten fährt man ca. 1 Stunde durch die Mangrovenlangune. Der Bootsführer erzählt während der Fahrt einiges über Flora und Fauna,  z. B.  das Mangrovenwurzel auch von unten nach oben wachsen können. Das Gewirr von Kanälen und Sumpfgebieten ist natürlich ein Tummelplatz für Vögel jeder Art. Man kann sie vom Boot aus gut beobachten: die Pelikane, Kormorane, diverse Reiherarten und Flamingos. Im Unterwasserdschungel gibt es viele orangefarbene Seesterne, Austern die an den Wurzeln kleben und eigenartige Algenarten (Korallenalgen), aber auch Alligatoren, wenn man Glück hat. Auf unserer Tour hat der Bootsführer an einer Stelle plötzlich ganz schnell eine Art Weckglas ins Wasser getaucht und schwupps hatte er ein kleines Seepferdchen gefangen ! Für uns hat sich der kleine Abstecher auf jeden Fall gelohnt.

Der Sternenhimmel

Wenn wir von etwas in diesem Urlaub so richtig geflasht waren, war es der Sternenhimmel ! Auf unserer Tour über die Insel war es nach einem wunderschönen Sonnenuntergang so um 18 Uhr dunkel geworden und plötzlich ist Stephan in die Eisen gegangen und meinte, guck mal nach oben! Wahnsinn, so viele Sterne hatte ich gefühlt bisher in meinem ganzen Leben zusammen noch nicht gesehen! Natürlich konnten wir das mit unseren Handys mal so gar nicht einfangen, aber vielleicht deshalb haben wir uns besonders viel Zeit genommen, den Himmel zu betrachten. Auf der Motorhaube liegend haben wir dieses fantastische Naturschauspiel eine ganze Weile auf uns wirken lassen.

Wenn wir hier schon dachten, so was gibt es nicht noch mal, wurde wir im Orinoco Delta noch eines Besseren belehrt.

Heiligabend

An Heiligabend haben wir eine richtig coole Speedboat-Tour gemacht ! 1,5 Stunden durften wir zu zweit in einem Speedboat fahren, also selber fahren ! Total geil! Man sieht zwar nicht wo man hin fährt, aber egal 🙂 Ich weiß nicht ob man bei uns in Europa auch selbst fahren darf, zumindest habe ich das noch nirgendwo angeboten gesehen.

Das hat echt wahnsinnig viel Spaß gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere sind wir zu einer kleinen Insel oder einem kleinen Strand gefahren, wo man noch baden konnte und dann ging es zurück.

Da haben wir noch entspannt mit Erika und Hans die Strandbar unsicher gemacht und Abends mit Torsten und Manu gegessen.

Orinoco Delta

Am 27. Dezember geht unser Flug von der Insel aufs Festland nach Tucipita, am Fuße des Nationalparks “Parque National del Orinoco”. Von hier ging es weiter auf dem Speedboot, 1,5 Stunden in den Dschungel zu unserem Camp. Bei dem Camp handelt es sich um Bungalows, die auf Pfahlbauten stehen und anstatt Wänden nur Moskitonetze haben.

Aber bevor wir uns hier zur Ruhe begeben, geht es erst mal auf einen Spaziergang in den Dschungel. Ein Tip, kein schwarzes T-Shirt anziehen, darauf stehen die Mücken. Wer wollte hatte die Möglichkeit, Termiten zu probieren. Wie? Man hält seinen Finger in die Termitenstraße, wartet bis einige Termiten auf ihm rum krabbeln, dann steckt man den Finger in den Munde und lutscht ihn ab. Ich finde sie schmecken nach Muskatnuss.

Nachts ging es noch mal mit dem Boot los, auf der Suche nach einem Kaiman. Tatsächlich haben wir auch einen kleinen gefunden und gefangen und nachdem wir ihn alle fotografiert haben und er wahrscheinlich den Schock seines Lebens bekommen hat, wurde er wieder in die Freiheit entlassen. Im Dschungel haben die Glühwürmchen geleuchtet und oben 1 Millionen Sterne ! Als unser Bootsführer die Lichter ausgeschaltet hat, konnten wir es nicht fassen. Als würde man im Bett liegen und hätte die Decke über einem dicht an dicht mit diesen fluoreszierenden Sternen beklebt. Diesen Anblick werden wir im Leben nicht mehr vergessen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Flugzeug weiter nach Canaima, in den gleichnamigen Nationalpark. Hier konnten wir hinter den Canaima Lagoon Waterfalls lang gehen, wobei man ziemlich nass wurde, was aber bei den Temperaturen kein Problem ist.

Dann ging es schon wieder in ein kleines Flugzeug, welches uns hoch in die Wolken zum “Salto Angel”, dem mit 979 m Fallhöhe höchsten freifallenden Wasserfall der Erde bringen sollte. Leider hat sich uns der Wasserfall nicht gezeigt, aber unser Co-Pilot war so nett uns noch über den Wolken ein Fotos des Wasserfalls von einigen Tagen zuvor zu schicken, welches natürlich auch in unser Fotobuch gekommen ist.