Westküste – Strandfontein und Clanwilliam

17. Tag

Wie sehr einen  Lärm doch gleich stressen kann und wie schön es ist, vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden. Es ist nicht so, dass wir was gegen Musik haben, auch nicht gegen laute. Aber in Tankwa hat an jeder Ecke jemand andere Musik gespielt, so dass es spätestens im Bett liegend etwas nach Jahrmarkt klang.

Der Lärm fehlt, der Wind ist noch da. Es hat eigentlich gestern den ganzen Tag, die ganze Nacht heftig gestürmt und auch heute morgen hat der Wind nicht nachgelassen und weht immer noch Sandhosen über den Platz. Gestern, kurz bevor wir zum Essen gefahren sind, sind noch 2 Typen mit Pkw und Zelt auf den Platz gefahren. Der Ältere der beiden beginnt den Morgen gleich mit einer Runde Yoga. Chapeau! Ich lade die beiden spontan zum Kaffee ein. So erfahren wir, dass der Ältere der beiden, den Namen habe ich leider schon wieder vergessen, normalerweise in London lebt und hier in Südafrika seine Familie besucht. Er hat seinen Neffen in Kapstadt eingesammelt und sie haben ein paar Tage einen Roadtrip uber die umliegenden Farmen gemacht und sich bushman Art angesehen. Auch spannend.

Nennen wir ihn den Londoner, er ist seit Mitte Dezember in Afrika unterwegs, angefangen in Marokko, entlang der algerischen Grenze, dann war er unter anderem in Namibia. Definitiv auch ein must-see auf unserer Liste! Die Holländer, denen wir gestern mit ihrem platten Reifen geholfen haben, wollten ihren Geländewagen auch in Windhoek, Namibia zurückgeben. Über die Möglichkeit habe ich ehrlich gesagt gar nicht nachgedacht. Aber der Londoner meint auch, da will man einen 4×4 haben. Arbeiten wir dran 🙂

Der Sturm nimmt eher noch zu und wir machen uns auf den Weg. Erstmal Scheiben waschen an der Tankstelle, damit die GoPro auch filmen kann. Heute geht es Richtung Westküste. Ziel ist Lamberts Bay mit einem Abstecher über Strandfontain. Mit dem Doogie sind wir ja nicht so schnell unterwegs, eher so mit 80, so ist es schon wieder 13 Uhr bis wir in Strandfontain ankommen.

Hier herrscht trotz dem es mitten am Tag ist eine mystische Stimmung. Die Welle rollen laut brechend an den Strand, die Gischt hängt überall als Nebel in der Luft und das ganze findet vor der Kulisse einer Steilküste statt. Dazu liegen am Strand jede Menge von Miesmuscheln überwachsene Steine. Wir sind gerade dabei, diese Steine zu fotografieren als ein ca. 16 jähriger Junge auf Stephan zu kommt und ihn fragt, ob er Fotograf sei. Ja, bin ich. Warum er denn nicht den Wal am Strand fotografiert? Ja, warum eigentlich nicht?

Ist ein bisschen zu laufen, aber das haben wir ja eh vor, nachdem wir uns schon gestern nicht bewegt haben und heute auch noch nicht. So machen wir eine wunderschöne zweistündige Strandwanderung, die uns auch zu dem bereits stark verwesten Wal führt. Dessen Haut sieht schon aus wie Leder und hat die rötlich braune Farbe der Steilküste hinter ihm angenommen. Da er auch nur noch ca. 50 cm aus dem Sand hervor ragt, hätten wir ihn vielleicht auch übersehen, wenn wir nicht nach ihm gesucht hätten. Eventuell hätten uns die Möwen einen Hinweis gegeben, die sich am Strand neben ihm versammelt haben, so denn sie gerade auf ihm gefressen hätten. Der Junge hatte Recht, die Wanderung hat sich auf jeden Fall gelohnt, sogar ohne Wal.

Das TomTom sagt, wir brauchen fur die 188 km nach Lamberts Bay fast 2,5 Stunden. Bis wir los kommen ist es 15.30h was bedeutet dass wir es vor Sonnenuntergang wohl nichts mehr schaffen und es auch für das Fischbuffet in einem angesagten Restaurant, das immer 18.30h startet zu knapp wird. Wir fahren zwar in die Richtung, aber ich suche schon mal nach Campingplätzen in der letzten großen Stadt, in Clanwilliams.

Da sind wir auch so gegen 17.30h, nur der Platz ist leider voll! Auch hier ist der 1. Mai ein Feiertag und damit ist gerade ein langes Wochenende. Also wieder 20km zurück zum Rondeberg Resort. Die haben zum Glück noch Platz. Und liegen wunderschön am Olifants River mit Blick auf die Cedarberge. Ein wenig machen wir uns gleich zum Deppen, weil wir mit unserem riesen Camper auf eine Art Feldweg fahren, weil wir denken, dass die Häuser Cottages sind und nicht “nur” das Klo, die Dusche, Kühlschrank, Spüle und Grillplatz beherbergen. Eben alles, nur kein Bett 🙂 echt luxuriös und kostet wieder nur 10,20€.

Zum Grillen haben wir nichts dabei. Gibt es kein Fleisch, keine Fischbuffet sondern wieder Nudeln mit den Würstchen und dem Dosengemüse was wir für den Burn gekauft haben. Über die Würstchen freuen sich besonders die 3 Katzen, die gleich zu Besuch kommen 🙂 noch ein bisserl Fotos und Videos angucken und dann ist 22 Uhr auch wieder Licht aus.

Von Calvinia über Strandfontein nach Clanwilliam