Matthew to the rescue! Africa Burn!

13. Tag

Nachdem es in der Nacht so kräftig angefangen hat zu stürmen, dass ich die Dachluken schließen musste, ist heute Morgen tatsächlich die Vorhersage des Wetterbericht eingetroffen: es regnet!

Unsere Host Mum (eine junge Frau von ca. 30) meinte gestern, es wäre gut für uns wenn es regnet, weil dann die Schotterpiste nicht so staubt. Also freuen wir uns über den Regen.

Ich freue mich nicht, dass wir gestern zu faul zum Abwaschen waren, denn jetzt darf ich das draußen im Sturm machen…. kann ich mich schon mal an Tankwa Town gewöhnen….

Was hatte unsere Vermieterin gestern noch gesagt? Seid vorsichtig mit dem was die Leute Euch schenken. Sie hatte letztes Jahr ein Ehepaar da, da hat die Frau nach dem Genuss eines Schoko-Brownies einen ganzen Tag geschlafen und ist am nächsten Morgen mit tierischen Kopfschmerzen aufgewacht …:-)

Stephan muss natürlich noch Videos hochladen, denn bald ist kein Netz mehr. Ich surfe und schreibe auch noch ein bisschen und denke, dass wir gemütlich 10 Uhr losfahren. Hetzt uns ja keiner, ist ja schließlich Urlaub!

Ohne Probleme haben wir den Weg gefunden, die 355 Richtung Ceres. Die Sandpiste sieht gar nicht aus wie das Reifen fressende Monster als das sie beschrieben ist. Eigentlich sogar besser als die Strecke nach de Hoop. Gerade deshalb lese ich Stephan noch mal alle Tips und Warnungen zur Straße aus dem Survival Guide vor und Stephan fährt auch dementsprechend vorsichtig.

Nach ca. der Hälfte der 100km machen wir die erste Rauchpause und bis ich aus dem Auto gekrabbelt bin, ist Stephan schon draußen und kommt hinter dem Auto auf meine Seite rum und ich seh schon an seinem Gesicht, dass etwas nicht stimmt. Das rechte Hinterrad verliert Luft! Was für eine Scheisse! Ich dachte wir kommen so durch, aber zu früh gefreut….

Also das kleine Werkzeug Täschchen und den Wagenheber raus und wir werfen uns das erste Mal in den Staub der Karoo Wüste.

Es hält aber gleich ein Farmer, fragt ob wir Hilfe brauchen und ein Ersatzrad haben. Noch ist alles gut und er fährt weiter.

Dann hält ein Auto mit zwei Frauen, denen auf der Strecke schon dasselbe passiert ist und die deswegen zurück nach Calvinia gefahren sind, um den kaputten Reifen flicken zu lassen, damit sie wieder ein Ersatzrad haben. Sie geben uns auch den Tip, das kurz vor dem Tor zum Afrika Burn eine Reifen Bude ist, die Reifen flicken. Super, wir wollen nämlich nicht zurück fahren. Wenn dann wieder was passiert kann man das Spiel ja die ganze Woche spielen! Von den beiden lassen wir nur den Sitz des Wagenhebers überprüfen und dann kommen wir erst mal alleine klar.

Beim dritten Auto das hält sind wir schon so weit, dass wir wissen, das wir Hilfe brauchen! Und Matthew und Katherine sind eine große Hilfe! Mental unterstützt von ihren Beifahrern Rene und Michelle 😉 Matthew liegt gleich im Staub, Katherine gibt bei der letzten Radmutter, die sich nicht lösen will, den entscheidenden Tip, mit einem Stein auf den Radschlüssel zu schlagen um das Biest zu lösen.

Es steht aber auch schon das vierte Auto neben uns, starke Jungs mit Radkreuz in der Hand und plötzlich wuseln bestimmt 10 Leute um den Doogie rum. Trotz der ganzen Hilfe sind wir insgesamt doch ne Stunde mit der Panne beschäftigt.

Jetzt haben wir keinen Ersatzreifen mehr und ungefähr noch dieselbe Strecke vor uns, die schon hinter uns liegt – also fahren wir maximal 20 kmh und brauchen damit noch mal gute 3 Stunden bis zum Ziel, insgesamt mit der Panne also ca. 4,5 Stunden für gut 100km. Gut dass wir uns gestern Nachmittag nicht mehr auf den Weg gemacht haben! Wäre uns da dasselbe passiert hätten wir es kaum im Hellen zum Burn geschafft….

Erster Stopp natürlich beim Reifen Mann. Schuld an unserem “Blow out”, unserem Platten, ist ein winzig kleiner Stein! Der Reifen Mann holt den mit einer Art Bohrer raus, stopft mit einer riesigen Nähnadel eine rote Wurst, einen “Tyre-Plug”, in das Loch- und fertig ! 😳 jetzt fehlt nur noch Luft auf dem Reifen und die ist heute Mangelware, denn es war den ganzen Tag bewölkt, so dass die Solarzellen nicht genug Energie für den Kompressor sammeln konnten und jetzt warten die Jungs auf einen Generator, damit sie unseren und die anderen ca. 30 Reifen, die sie schon repariert haben, aufblasen können. Kommen wir morgen wieder.

Nun endlich zum Burn! Kurzer Stop, anstellen, Tickets und Pass zeigen, Armband abholen, im Sand wälzen, Virgin Bell, die Jungfrauen Glocke schlagen und here we go! Wir sind da!

Jetzt wird es aber kurz irgendwie noch mal stressig, weil wir überhaupt nicht kapieren wie und wo wir parken können. Gefühlt stehen alle irgendwie und wir werden von dem ersten Platz den wir nehmen wollen gleich von einem alten Mann aus seinem Expeditionsmobil winkend weggescheucht – das gucken wir uns schon mal nicht an!

Aber ein kurzes Stück weiter werden wir beim zweiten Versuch irgendwo zu stehen gleich sehr nett eingewiesen – von einer anderen Katherine. Sie ist hier derzeit mit ihrer Mutter und noch 4 Freunden und 2 Mädels hier und erwarten morgen noch mehr Leute. Unter anderem ihre anderen 4 der insgesamt 5 Kinder und ihren Mann. Sie waren gestern nach der Platzsuche völlig gestresst und fertig, so dass sie genau weiß wie wir uns fühlen. Seitdem trinken sie nur noch, aber der Wein ist schon alle… Also eingeparkt, Gin Tonics gemacht und erst mal Tisch und Stühle raus.

Dann die erste Runde durch den Binnekring! Einfach nur wow! Die Leute in freakigen Outfits, die Skulpturen, Themen Camps, alles bunt, chillige Musik überall, echt abgefahren ! Und rundherum nichts, Wüste, in Hintergrund Berge, sonst nichts. Muss man sehen, erleben, hören – wir mögen es schon jetzt stark und für uns ist gleich klar, der Aufwand hat sich gelohnt!

Sonnenuntergang vom “tree of live” netter Chat und Balentines aus der Flasche mit Jungs aus Gelsenkirchen, Brötchen mit der Stirnlampe im Camper essen, dann mit unseren Nachbarn zum “Heartburn”, ein riesiges Geschenk wird angezündet und es kommt ein großes Herz zum Vorschein, das wenig später auch in Flammen aufgeht. Und 21.30h geschafft von der Hitze, den Eindrücken und den Kilometern gehts ab ins Bett.

Die Strasse des Grauens - the Road to Tankwa