Es gibt Ice Baby!

15. Tag

Unser Reifen liegt ja immer noch seit Mittwoch beim Reifen Mann und ich mache mir Sorgen, dass er den vielleicht verkauft, wenn wir uns nicht mehr melden. Wir planen schon, dass Stephan den Camper zum Abholen nimmt und ich mich derweil mit Tisch und Stühlen auf den Platz setzte, um ihn frei zu halten, denn es reisen immer noch Leute an. Und es ist schon echt chaotisch mit dem Parken und Campen.

Aber wieder sieht man wie cool die Leute sind: Stephan und Matthew bekommen das Auto von Andrew, einen dicken Geländewagen. Der gibt ihnen auch gleich sein Portemonnaie mit, da sie noch den völlig explodierten Reifen seines Freundes mitnehmen und dafür ein neuer her muss. Echt cool!

Unsere Reifenreparatur hat dann auch nur 100 Rand, ca. 6,50€ gekostet. Der “neue” Reifen 300 Rand – und das wo die hier jeden Preis verlangen könnten, echt fair. Weiß nicht, ob das in Deutschland so günstig wäre….

Während die Männer “Männer-Sachen” gemacht haben, hab ich “Frauen-Sachen” gemacht. Abgewaschen und mir mit ca. 3 Liter, fast Kopfstand machend in unserem Waschbecken die Haare gewaschen. Ist nicht super geworden, aber ist auf jeden Fall besser als vorher 🙂

Wenn man sich die Camps der Leute anguckt merkt man auch genau wer das erste Mal hier ist und wer nicht. Wer einmal auf dem Burn war und keinen Camper hat wie wir, der hat beim nächsten Mal entweder gleich eine Campingdusche oder 3 Holzstangen und ne Stoffbahn für das Dusch-Tipi. Und wer ganz erfahren ist und einen Trailer dabei hat, bringt gleich sein Dixi mit und ne stabile Dusche auf Palette. Auch wenn wir uns das Duschen verkniffen haben, da wir nur 80 Liter Brauchwasser und uns nur mit nem Waschlappen abgeseift haben, war das schon Gold wert. Ich weiss nicht wie die Leute das machen, die nur mit Pkw und Zelt da sind? Vielleicht benutzen sie die “human carwash”, die menschliche Autowaschanlage? Da gibt es für jeden eine heiße Dusche – wenn er nackt kommt und sich von anderen nackten waschen lässt… was ist schon dabei?

Viel nacktes Fleisch sieht man eh. Topless laufen viele Mädels rum, im String eh, ganz nackt habe ich außer bei der eben beschriebenen Dusche nur ein Mädel gesehen und die stand nackt im Eis-Lkw und hat Säcke mit Eiswürfeln nach vorne geworfen…..

Apropos Eis… gestern wurden wir ja nichts, deshalb sind Stephan und ich schon 10 Uhr los. Wir brauchen gar nicht unbedingt Eis. Hatten ja irgendwie eh nur noch 2 Dosen dabei und die haben wir getrunken. Ansonsten wäre da nur Tonic, Saft und 2x Frischkäse, also nichts wirklich Wichtiges. Aber wir können uns ja für Matthew und Co. anstellen als kleine Wiedergutmachung, für die ganzen Nettigkeiten. Aber natürlich war Michelle schon 9.30h da,  jetzt abgelöst durch Rene und Katherine! Also partizipieren wir wieder von ihrem guten Platz in der Reihe.

Als es dann um 12 Uhr wirklich so weit ist und wir endlich dran sind, kaufen wir für die 4 wenigstens zwei 5 kg Säcke. Ist mit jeweils 50 Rand nicht großartig, aber außer Eis gibt es hier ja nichts zu kaufen. Wir bekommen unsere zwei Säcke gar nicht in unsere Truhe und so gehen wir zur anderen Katherine, unser Nachbarin und ihrer Familie und schenken ihnen noch einen halben Sack – selten habe ich Menschen sich so freuen sehen! Ein Teil wanderte in die Kühltruhe, der andere in Gin Tonics 🙂 so haben wir einige Zeit trinkend und lachend verbracht, bis es mal wieder Zeit für Nudeln wurde.

Ein wenig haben wir dann noch dem ältesten Sohn von Katherine zugehört, der um 15 Uhr einen Platz auf Radio Tankwa bekommen hat, bevor wir uns mit vollem Bauch mal etwas hingelegt haben. Ging aber nicht wirklich gut das Schlafen, war viel zu heiß im Wohnmobil.

Trotzdem waren wir nicht sofort bereit als Michelle so gegen 17 h vorbei gekommen ist, ihnen in einer halben Stunde zu folgen. Leider hat das dazu geführt, dass wir sie in der Nacht auch nicht mehr gefunden haben.

So sind wir alleine rum, haben ein paar Burns angesehen, Fotos gemacht, hier und da getanzt, geschnackt und hatten trotzdem einen coolen Abend. Wir haben nicht bis 4 Uhr durchgehalten wie Michelle und Matthew, aber deutlich länger als an den anderen Abenden. Aber was zum Beispiel das Tanzen und Feiern angeht haben wir auch keine Angst mehr was zu verpassen.

Wir haben nach unzähligen Raves und Goa Party’s auf dem Heimweg die Sonne aufgehen sehen, dass ich mich jetzt freue, wenn ich den Sonnenaufgang einigermaßen ausgeschlafen mit einem Kaffee in der Hand richtig genießen kann.

Falls man den Kaffee schon vorher hatte, kann man den Sonnenaufgang von den Plumpsklos aus beobachten. Die stehen alle von den Campern abgewandt am Rande von Tankwa Town und haben nach vorne nur ein Tuch als Sichtschutz über das man aber drüber gucken kann. 🙂 nur eines meiner Highlights beim Burn!

Es heißt ja, wenn es am schönsten ist soll man aufhören. Wir hatten 3 super coole Abende hier in der Wüste, 2,5 tolle Tage, aber irgendwie lockt jetzt doch das Unbekannte und wir haben beschlossen, uns schon morgen am Samstag auf den Weg zu machen.

Ansonsten müssten wir wohl bis Montag bleiben. Sonntag morgen wollen alle abreisen und Nachmittags geht für uns eigentlich nicht, wenn wir wieder 4 Stunden für die gut 100 km Schotterpiste brauchen. Ob wirklich morgen noch grosse Kunstwerke abgebrannt werden, weiß auch niemand denn der Wind ist stark und heute wurden schon einige der grösseren Sachen auf morgen verschoben. Auch beim Abbrennen von Dingen ist Sicherheit gefragt.

Nachts sollte unter anderem schon “The Clan” abgebrannt werden, das höchste der Kunstwerke, aber wegen des starken Windes wurde der Burn abgesagt. Wir standen auf dem “tree of life”, um von da Fotos zu machen, haben aber auch gedacht, dass der Baum beim zu erwartenden Funkenflug sicher gleich mit abbrennt.

Aber cool war es trotzdem, wir kommen sicher noch mal wieder, dann aber im Floh 😉