TTT – Trockentrenntoilette im Wohnmobil ohne Chemie

Susanne, Dezember 2018

Nature’s Head

Nichts, aber auch gar nichts, wird unter Campern so viel diskutiert wie die beste Möglichkeit, im Wohnmobil einen möglich geruchlosen Feststoffabwurf zu ermöglichen, bei einer möglichst langen Zeit der Autarkie bevor eine Leerung der gefundenen Möglichkeit notwendig wird.

Diese Thema geht natürlich auch uns etwas an, und somit mussten wir uns mit den verschiedenen Toiletten-Angeboten für unser zukünftiges Camper-Leben auseinandersetzen.

Die klassische Chemietoilette

Von Wohnwagen-Zeiten mit meinen Eltern war mir das “Porta-Potti”, das klassische Campingklo, schon ein Begriff. Auf dieses Ding mit dem komischen Namen durfte man nur wenn es gar nicht anders ging und nur nachts gehen, und wenn dann auch nur für das kleine Geschäft! Und trotzdem machte mein Vater beim Leeren dieses Teils ein alles andere als glückliches Gesicht, und er war eigentlich hart im Nehmen. Die chemische, blaue Flüssigkeit hat schon ohne weiteres Dazutun nach Bahnhofsklo gerochen, und wie das Ganze nach Ende der Benutzung duftet, darauf wollen wir nicht näher eingehen. So eine Toilette hatten wir auch in unserem Wohnmobil in Südafrika, und spätestens nach der ersten Leerung war das Campingklo auch bei Stephan vom Tisch, und wir mussten nach Alternativen gucken.

Die Zerhacker Toilette

An und für sich eine schöne Idee. Alles wird nach dem Spülen klein gehackt, auch das Toilettenpapier, so wird alles fast flüssig und lässt sich gut entsorgen. Aber damit das Ganze so schön funktioniert braucht man Wasser, so ca. 1,25 Liter pro Spülgang. Bei den meisten Toiletten lässt sich das variabel einstellen. Wenn man rechnet das jeder so 3-4 mal pro Tag auf die Toilette geht, sind schnell mal 5 Liter Wasser weg, bei 2 Personen sogar 10 Liter pro Tag. Nicht nur das das im Wohnmobil ohnehin schon knappe Wasser für die Toilette drauf geht, nein, es muss ja auch noch wieder aufgefangen werden. Um ca. 10 Tage autark zu stehen, benötigt man dann einen Schwarzwasserbehälter von mindestens 100 Liter. Damit war auch dieses Konzept auch vom Tisch.

Die Verbrennungstoilette

Eine ganz heiße, saubere Sache ! Alle Hinterlassenschaft nebst Toilettenpapier werden bei ca. 600 Grad verbrannt, übrig bleibt ein klein wenig Asche, die überall entsorgt werden kann. Im Zweifel sogar als Dünger für das eigene Gemüse. Das Ganze dauert ca. 1 Stunde, in der man die Toilette jedoch weiter benutzen kann. Klingt gut, ist es sicher auch. Aber wir haben keine Verbrennungstoilette eingebaut. Warum nicht?

  • der Anschaffungspreis liegt bei ca. 4.000 €
  • sie wird mit Gas betrieben. Man benötigt ca. 10 kg Gas für 90 Toilettengänge. Damit reicht 1 Gasflasche bei 2 Personen für rund 10 Tage. Vielleicht für viele ok, aber wir haben ja ein gasfreies Wohnmobil geplant

Damit war auch diese Toilette von Tisch und es blieb nicht mehr viel übrig.

TTT Trockentrenntoilette

Wie die Überschrift und das Foto verraten haben, haben wir uns für eine Trockentrenntoilette entschieden. Um genau zu sein für eine Trockentrenn-Kompost-Toilette.

Wo ist der Unterschied? Grob gesagt erfolgt bei der “normalen” Trockentrenntoilette der Feststoffabwurf in einen Eimer, und die Hinterlassenschaft wird mit Sägespäne oder Ähnlichem abgedeckt.

Bei der Kompost-Toilette befindet sich in dem Eimer schon ein Substrat, bei uns Kokosfaser, und auf dieses Substrat erfolgt der Feststoffabwurf. Mittels einer Kurbel werden Substrat und Hinterlassenschaft vermengt, und man sieht nichts mehr, bzw. nur noch das Substrat. Das erschien mir von Anfang an die charmantere Lösung.

Bei beiden Systemen wird der Urin in einem Tank aufgefangen. Dies kann ein großer Fäkalien-Tank unter dem Auto sein oder wie bei uns ein portabler Kanister. Auch hier hat mir das Konzept mit dem Kanister besser gefallen. Er ist schneller voll, klar, aber ich kann ihn an jeder öffentlichen Toilette und selbst bei Freunden auf dem Klo entleeren. Ich brauche keinen Platz unter dem Auto  für einen weiteren Tank und man spart auch etwas Gewicht, weil man keine Fäkalien umher fährt.

Also wir haben die Nature’s Head Trockentrenn-Kompost Toilette mit platzsparender Spider Kurbel gekauft. Dazu gehörte ein 1,5 m Abluftschlauch, der an einen PC Lüfter angeschlossen nach draußen geführt wird. Zwei Urintanks (Messeangebot) mit  jeweils 8 Litern Fassungsvermögen. Da Stephan von vornherein skeptisch war, was diese Art der Toilette angeht, habe ich die einfach 2017 auf der Adventure Northside gekauft und danach haben wir sie 3 Monate in unserem Gästeklo getestet. Getestet heißt, wir haben zu zweit ausschließlich dieses Klo benutzt. Was soll ich sagen, jetzt steht es im “Floh”!

Der Feststoffbehälter muss bei uns bei täglichem Gebrauch nach 4 Wochen geleert werden, sofern wir das Toilettenpapier separat sammeln. Klingt eklig, ist aber in vielen Ländern wie zum Beispiel Griechenland Standard. Der Urinbehälter reicht für ca. 2-3 Tage, aber wir leeren diesen mittlerweile täglich, denn im Gegensatz zum Feststoffeimer ist der Urintank das was riecht. Ammoniak ist einfach nicht zu unterschätzen. Wir haben schon diverse Zusätze ausprobiert, aber nichts geht über die regelmäßige Leerung. Laut Harriet von ToMTuR soll das besser werden, wenn man erstmal den Lüfter angeschlossen hat, aber so weit sind wir noch nicht.

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns gerne an info@tripunlimited.de. Wenn Euch interessiert, wie wir die nicht ganz kleine Toilette von der Messe in Basthorst im Cabrio nach Hause bekommen haben, schaut Euch gerne das Video dazu an….

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