Innenausbau – Möbel

Susanne, Juli 2018

Möbelbau

Wir haben ja unseren geplanten Grundriss als OSB Box im Maßstab 1:1 gebaut, und dann hat Stephan unseren kompletten Grundriss nochmal in SketchUp gezeichnet. Das hat jetzt, wo es an die Details des Innenausbaus geht den Vorteil, dass Stephan jede Leiste und jedes Brett vorab auch in Sketchup zeichnen kann.

Das ist ohne Frage eine Menge Arbeit und frisst auch jede Menge Zeit, aber so können wir ziemlich sicher sein, dass am Ende alles passt und wir versägen uns erstmal nur virtuell. Hätten wir einfach so losgelegt, hätte uns das schon eine ganze Menge Material gekostet.

Wir haben zunächst mit den Unterkontruktionen der Sitzbank und Küche angefangen. Die Sitzbank auf der Fahrerseite hat die beiden Batterien aufgenommen und die Küchenunterkontruktion brauchten wir schon zu Anfang, um den Kühlschrank und das Kochfeld aufnehmen zu können.

Auf die Unterkonstruktion ist eine Verschalung aus SWL Leichtbau-Tischlerplatte in 19 mm, schälfurniert, Mittellage Stäbchen, Gewicht ca. 370 kg/m3 gekommen.

Konstruktion des Küchenblock

Die Unterkonstruktion des Küchenblocks wird im wesentlichen durch unseren Kühlschrank bestimmt,  einem Vitrifrigo DW 180 RFX INOX Edelstahl Schubladenkühlschrank. Der ist schon ein ganz schöner Klopper: 666mm breit, 590 mm tief und 865 mm hoch. Fasst in seinen beiden Schubladen aber auch immerhin 144 Liter.

Stephan hat sich für die Unterkonstruktion überlegt, dass wir alle 4×6 cm Leisten überblatten. Habt Ihr vorher noch nicht gehört? Ich auch nicht ! Kann ich auch schwer erklären, aber im Prinzip will man zwei Leisten verbinden.  Dabei wird bei der einen Leiste etwas ausgespart, und in diese Lücke wird die andere Leiste eingeschoben bzw. eingelegt oder es wird bei einer Leiste eine Art Zapfen ausgeschnitten und stehen gelassen, der genau in die Aussparung der anderen Leiste passt.

Hier ein Beispiel einer Überblattung und der eine Teil des fertigen Küchenblocks.

Überblattung

Unser Küchenblock in Benutzung

Vorteil unserer Eckküche ist auf jeden Fall eine große Arbeitsfläche. Nachteil ist genau diese Ecke, rechts neben dem Kühlschrank. Was auf den ersten Blick zusätzlichen Stauraum verheisst, hat uns arge Kopfschmerzen bereitet, um zu entscheiden, wie man diesen Stauraum am besten nutzt. In der klassischen Küche zu Hause haben wir in einer solchen Ecke eine Eck-Karussell für Töpfe, wagen aber zu bezweifeln, dass die Kunsstoffböden auch einer Wellblechpiste standhalten würden. Es gibt hier seit neuestem noch die “Magic-Korner” mit Drahtböden. Hier zieht man die Tür samt komplettem Innenleben aus der Ecke heraus. Aber auch hier wissen wir nicht wie langlebig das in einem Expeditionsmobil ist.

Wir haben uns entscheiden, schon mal die Spüle in die Ecke zu setzen, um den “toten”  Platz darunter für die Wasseranschlüsse nutzen zu können. Uns ist klar, dass das nicht der bequemste Standort zum Spülen ist, aber wir denken, dass wir am Tag hier nicht ewig Zeit verbringen werden und bei gutem Wetter vielleicht sowieso gleich draußen essen und spülen werden.

Der Schrank darunter wird jetzt wahrscheinlich nur eine schmale Tür bekommen. Hier werden wir Dinge lagern, an die wir nicht jeden Tag ran müssen. Es müssen ja nicht unbedingt nur Sachen für die Küche sein. Irgendwo muss zum Beispiel auch die Wanderausrüstung wie Zelt, Schlafsack, Isomatte und Backpacks hin 🙂

So nutzen wir den Raum derzeit

Schubladen im Küchenblock und im Kleiderschrank

Irgendwann wird es auch mal Zeit Schubladen zu bauen. Die Zeit ist im August 2019 gekommen. Wir bauen diese aus 10mm Pappelsperrholz. Die Schubladen sitzen auf Hettich Vollauszügen:

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Die sind toll, aber auch echt schwer einzubauen, aber bislang hat zum Glück alles geklappt. Die Fronten werden auch hier aus Bambusfurnier gemacht und auch die Griffe will Stephan selbst aus Holz fertigen. Die Prototypen sehen schon mal toll aus.

Beim Bau der Schubladen ist noch Material für 3 kleine Stauboxen “abgefallen” die Ihren Platz erstmal unter der Spüle finden.

Unterkonstruktion Sitzecke

Wir haben uns ja für eine Rundsitzgruppe entschieden. Nicht nur, weil wir auch für Besuch einen Platz haben möchten und auch mal die Beine ausstrecken möchten, sondern auch, weil diese einen Teil unserer Versorgungseinrichtung aufnehmen soll. In die Querbank kommen unsere Wassertanks und in eine Längsbank die Batterien und ein Teil der Elektrik. Auch bei der Sitzbank haben wir mit Überblattung gearbeitet. Auf die Unterkonstruktion kommt eine Verschalung aus SWL Leichtbau-Tischlerplatte. Die Verschalung lassen wir uns komplett nach Stephans Schnittplan schon beim Tischler zuschneiden. Zum Einen geht es bei denen schneller, zum Anderen können wir dann die Platten besser transportieren.

Mittlerweile haben wir zwischen den Sitzbänken einen Podest gebaut, der nochmal zusätzlichen Stauraum schafft. Derzeit ist es noch ein Prototyp aus OSB-Platten mit einfachen Klappen zum Öffnen. Ursprünglich sollte hier mittig das Tischgestell montiert werden. Es sollte ein Hubtisch werden. Nachdem wir allerdings dieses Jahr, sprich 2019, schon insgesamt 6 Wochen mit dem Floh im Urlaub waren, haben wir für uns festgestellt, dass uns ein fest montierter Tisch häufig im Weg wäre. Wir haben hier ganz aktuell ein Schwenktisch-Gestell aus dem Yachtbedarf verbaut, das Model “Lagun”.

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Ob das so hin haut wie wir uns das gedacht haben, ob die Position passt und die Tischplatte groß genug ist, werden wir jetzt auf dem Trip zum AMR und zum Willys Treffen feststellen. Danach kommt das dann alles nochmal in “hübsch”.

Unsere fast fertige Sitzbank

Die Rückenlehnen sind mittlerweile konstruiert und wurden auf den Trip nach England dieses Jahr getestet und für gut befunden. Sobald wir die passenden Heizkörper gefunden und bestellt haben, werden die Lehnen rechts und links vor den Fenstern final gebaut. Diese nehmen nämlich die Heizkörper auf, so hat man es im Rücken schön kuschelig und hat auch gleich die Kältestrahlung der Fenster kompensiert.

Hier sieht man die Rückenlehnen und die “alte” Tischlösung

Für 2 Personen mehr als ausreichend

So kann man gut ins Bett einsteigen

Kleiderschrank

Kleiderschrank im Expeditionsmobil? Ja, auch den haben wir. Obwohl da wahrscheinlich niemals Kleider drinnen hängen werden, aber vielleicht doch die ein oder andere Jacke. Klassisch ist für hängende Kleider der obere Teil des Schranks vorgesehen und unten wird er noch ein paar Schubladen bekommen. Nebenbei musste er aber in der Zwischenzeit noch einen ganzen Teil der Technik, bzw. Elektrik aufnehmen.

Oberschränke

Die werden wir wohl ganz zum Schluss montieren, wenn die Kabelkanäle voll sind. Lange haben wir auch hier überlegt, ob diese hinterlüftet werden sollten und mit einigen Expeditionsmobilbauern aus der Branche gesprochen. Fazit war eigentlich, das das niemand macht. Wir denken auch, dass es ohne gehen wird. Wir werden die Rückenlehnen der Sitzbänke beheizen, rund um das Bett eine Heizschlange bauen, so dass eigentlich überall ausreichend warme Luft hingelangen sollte.

Wir schon die Arbeitsplatte, werden auch die Oberschränke ein  helles Bambusfurnier bekommen.

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