Lake District und Holland 2019

Susanne, Mai 2019

Die Tulpenblüte in Holland und Nordenglands Lake District– 16 Tage unterwegs mit dem Allrad Wohnmobil “Floh”


Lake District – das Ziel hatte Stephan mal in den Raum geworfen, weil er über einige Fotografen auf diese Region aufmerksam geworden ist.  Meine Idee war es dann, doch mal über Ostern mit dem Floh da hin zu fahren. Nicht das einfachste Unterfangen…

Ich hatte ehrlich gesagt, bis der Reiseführer kam, keine genaue Vorstellung was uns da erwartet, war deshalb um so begeisterter, also ich die ersten Fotos gesehen habe.

Eine Mischung aus Bergen, Seen, Küste, Möglichkeiten zum Wandern…Die Mischung passt sehr gut zu uns, was soll da schief gehen.

Als dann mein Blick in den heimischen Garten fiel, war klar, dass wir uns auf dem Weg noch die Tulpenblüte in Holland, rund um Amsterdam, ansehen.


Key-Facts

Zeitraum: 18. April- 04. Mai 2019

Anreise: Von Hamburg durch Holland nach Rotterdam und mit der Fähre nach Kingston-upon-Hull

Reiseführer: Nord- und Mittelengland Reiseführer Michael Müller Verlag* und natürlich der Rother Wanderführer für Nordengland*

Essen: Wir haben viel gegrillt und unseren neuen Backofen ausprobiert. Ganz ehrlich,  wir waren nur einmal im Pub essen….

Top-Tip: sich Zeit nehmen und auch mal ein paar Tage an einem schönen Ort verweilen


 

Die einzelnen Tage

1. Tag – 18.04.19.: Wir fahren bis nach Holland

Wie das immer so ist…. Ich bin in der Firma nicht pünktlich los gekommen, so dass wir erst um 17 Uhr starten konnten. Mir war das eigentlich schon zu spät, Stephan meinte was sollen wir denn sonst machen? Recht hat er. Also Kühlschrank einräumen, Katze zu Mama bringen, rein in den Floh rauf auf die Autobahn. Um die Autobahn Auffahrt Stillhorn rum hat es etwas gestockt, aber bis auf eine kleine 12 km Verfahrung bei Bremen- weil ich mit dem neuen Navi nicht klar gekommen bin – sind wir super durchgekommen.

Stephan wollte unbedingt die Hella Glühlampen „plus 40%“ testen, deshalb mussten wir bis 21.30h fahren 🙂

Da waren wir in Beerta, kurz hinter der holländischen Grenze.

Hier hatte ich auf Park4Night einen Wohnmobil Stellplatz an einer kleinen Marina gefunden. Um da hin zu kommen musste man durch den Ort, um den coop rum. In einer Reihenhaus-Siedlung standen wir dann vor einer Holzbrücke. Hier standen wir wiederum vor einem Schild „Durchfahrt verboten für Fahrzeuge über 3,5 t“. Hmmm, wir wiegen so bummelig 8 t…. doof das. Bei näherer Betrachtung sieht es auf dem neuen Lkw Navi auch so aus als ob es für uns hier nicht weiter geht. …

Also Walkie-Talkies raus und Stephan wieder rückwärts an den parkenden Autos auf den coop Parkplatz gelotst. Die Kommunikation mit den Teilen hat auch noch nicht super geklappt. Da ich die ganze Zeit gesabbelt habe und Vox angestellt war, ist Stephan irgendwie nicht zu Wort gekommen…sonst hätte er mir vor dem Ende des Manövers sagen können, dass er denkt, dass der Zusatz unter dem Verbotsschild bedeutet, dass das Verbot nicht für Camper gilt.

Das konnte er mir erst auf dem Coop-Parkplatz sagen. Da haben wir beschlossen erstmal gucken zu gehen ob noch was frei ist und das Schild mit dem Zusatz nochmal zu übersetzen. Und Recht hatte er, also alles wieder zurück und runter auf einen schönen Platz gefahren.

Zum Kochen war es aber schon zu spät, also gab es nur noch Käse- und Schinken Brote und ein Bierchen auf der Bierbank vorm Duschhaus und dann sind wir zum Fröschequaken so 23.30 h eingeschlafen.

2. Tag – 19.04.19.: In Richtung Tulpen

Eingeschlafen beim Quaken der Frösche, aufgewacht bei Vogelgezwitscher und Krähen des Hahns vom Spielplatz nebenan. Sehr schön!

So um 8 Uhr kam dann der Hafenmeister, ein cooler Typ! Nach einem netten Schnack haben wir die 9,50€ für die Nacht gleich noch viel lieber bezahlt.

Heute soll es Richtung Ijselmeer gehen. Hier soll eines DER beiden Tulpen Anbaugebiete Hollands sein. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher nach Groningen. Und sind überrascht über den Verkehr, wir stehen etwas im Stau, und über die Menschenmassen in der Stadt! Anders als bei uns haben die Geschäfte an Karfreitag geöffnet und dementsprechend viel ist hier los. Nach langem Gejuckel haben wir für 3€ am Stadion geparkt und sind dann mit den Rädern in die Stadt.

Dann ging es nach Urk ans Wasser. Auf dem Weg dorthin haben wir auch tatsächlich die ersten Tulpenfelder gesehen. Schon beeindruckend! Der kleine Stellplatz mit 30 Plätzen, wie er auf park4night, beschrieben war entpuppte sich als ausgewachsener Campingplatz mit Schwimmbad und Pony Reiten. Aber trotzdem war unser Platz sehr schön und großzügig wenn auch mit 24€ nicht gerade günstig, aber das kann man am Osterwochenende wohl auch nicht erwarten.

Wir sind Nachmittags noch mal auf die Räder- der Hintern tut schon weh – und haben uns das kleine Örtchen Urk angesehen. Hier gibt es einen Wohnmobil Stellplatz direkt am Hafen in der Stadt. Da steht man zwar zentral, aber dicht an dicht einfach auf Beton. Da ist uns unser Platz doch wesentlich lieber.

Heute wird endlich gegrillt und dabei gleich mal die einzelne Induktionsplatte getestet, die wir für draußen gekauft haben. Hat super funktioniert und die Kartoffeln, die wir zum Grillen dazu gekocht haben, waren sogar gar

Noch mal zu einer Besonderheit in Holland, die uns heute besonders aufgefallen ist, wahrscheinlich weil in Urk so viel los war. Hier trägt niemand einen Fahrradhelm, auch die Kleinsten nicht. Und auch auf den Rollern und Vespas hat niemand einen Helm auf. Es gibt ja viele eigene Fahrrad Wege, aber häufig sind Roller und Räder auch auf der Straße unterwegs. Entweder passiert hier nicht so viel oder die Holländer sind einfach entspannter was das angeht.

3. Tag – 20.04.19.: In Richtung Tulpen und auf die Fähre

Kurz bevor wir in den Urlaub gefahren sind stand ich im Garten und habe unsere Tulpen angesehen, und da fiel mir ein, dass die, wenn die bei uns blühen, auch in Holland blühen müssen. 🙂 Gestern haben wir vom Auto schon einige Felder gesehen, heute wollen wir gerne noch durch sie hindurch radeln. Das traditionelle Tulpen Anbau Gebiet liegt südlich von Amsterdam, und da sollte es hingehen.

Berühmt ist der Keukenhof für seine Blütenpracht, wir wollten aber unsere Radtour in einem kleinen Ort daneben starten. Amsterdam haben wir ohne Stau umfahren, aber dann kamen wir ins Tulpen Anbaugebiet. Hölle! Stau ab der Autobahn und noch schlimmer um den Keukenhof rum. Wir sind kurz hinter der Autobahn Abfahrt auf einen P&R Parkplatz gefahren und haben ab da die Räder genommen. Die beste Entscheidung überhaupt. Alles voller Autos und Radfahrer, voll anstrengend hier zu fahren. Und alles schmeißt sich in die Tulpen für DAS Foto. Wir sind so 3 Stunden gemütlich durch Tulpen, Narzissen und Hyazinthen Felder geradelt, bevor wir wieder am Floh waren.

Das war schon wie Hochsommer, echt genial!

Zum Glück haben wir in einer Pause nochmal genau geguckt von wo die Fähre geht. Nicht von Rotterdam direkt, sondern vom Europort, was nochmal eine halbe Stunde längere Fahrt bedeutet, also 1,5 anstatt 1 Stunde. So müssen wir nach jetzigem Zeitplan so 16.30h  an der Fähre sein.  Dann haben noch Zeit dort was zu Essen und ein paar Sachen für die Nacht zu packen bevor man dann 19 Uhr einchecken muss. Erst 20.30 h soll das Schiff ablegen.

So der Plan. In der Realität kamen wir 16.30h an der Fähre an, haben gleich am ersten Schalter die Bordkarte, Kabinenkarten und Rückfahrt Voucher bekommen. Auf meine Frage, ob wir denn das Fahrzeug in der Reihe stehen lassen können und noch was Essen gehen können, erklärte uns der nette Herr, dass um 17 Uhr boarding sei! Ups! Gut, dass wir nicht noch auf der Radtour was Essen gegangen sind und auch nicht noch auf dem Weg zum Hafen zum Essen abgebogen sind…..

Gut, wir wären sicher auch noch später auf das Schiff gekommen, aber war schon ein kleiner Schock.

So gab es einen leckeren Burger auf dem Schiff, und da dieses wohl relativ leer und alle Passagiere pünktlich da waren ging es auch schon 30 Minuten eher los, also schon 20 Uhr.

Nach dem Essen waren wir beide von der Hitze des Tages und dem Geradel so müde, dass wir weder dem Klavierspiel in der Sky Lounge, noch der Band in der Ocean Bar lauschen konnten und auch für das Kinoprogramm waren wir zu müde. Fakt ist auf jeden Fall, dass man sich an Bord nicht langweilen muss, es wird für jeden was geboten.

Es reicht nur für eine Innenkabine 🙂

Wer früh ins Bett geht wird natürlich auch früh wach, und so konnten wir bei ganz stiller See den Sonnenaufgang erleben. Die Einfahrt über den Fluss nach Kingston-upon-Hull war richtig mystisch. Der Nebel hat vorbeifahrende Schiffe regelrecht verschluckt und die mussten durch Hupen auf sich aufmerksam machen. Man konnte sich plötzlich gut vorstellen, warum die Titanic gegen einen Eisberg gefahren ist…

Morgenstimmung

4. Tag – 21.04.19 Ostersonntag.: Strandtag in Nordengland

England hat uns mit Sonne und blauem Himmel empfangen. Das soll man ausnutzen, und deshalb war schnell klar, dass es ans Wasser gehen soll. Zunächst nach Scarborough, etwa 75 km von Kingston-upon-Hull entfernt. Die 300 km bis zum Lake District wollen wir bei so schönem Wetter nicht fahren.

An der Fähre habe ich kurz einen Stellplatz gesucht und dann hieß es links fahren mit dem Floh. Ging erstaunlich gut, aber ich bin ja auch nicht gefahren 😉

So 25 km vor unserem eigentlichen Ziel hat Stephan ein Schild gesehen „Beach“ und so haben wir spontan beschlossen, am Strand zu frühstücken. Die Zufahrt war für meinen Geschmack schon recht abenteuerlich, aber da vor uns ein „normales“ Wohnmobil dahin abgebogen ist, sollten wir das wohl mit 4×4 auch schaffen.

Für 3€ haben wir super cool an einem kleinen Abhang direkt am Meer gestanden. Eigentlich hätten wir 3£ zahlen sollen, aber da wir keine £ hatten meinte der nette Typ am Eingang wir können auch in € zahlen. In ein paar Wochen fährt er eh nach Spanien und kann da die Euro ausgeben.

Dann gab es Frühstück mit Aussicht, genau so haben wir uns das vorgestellt.

Mit dem Floh dauert es ja nicht lange und es kommt jemand gucken. Dieses Mal ein sehr nettes deutsch-englisches Pärchen, das uns gleich einen anderen Platz zum Schlafen empfohlen hat, nur 25 km weiter, kurz vor Scarborough bei Filey.

Der Strandplatz hier Platz wird um 18.30 h geschlossen und man kann hier nicht übernachten.

Nach Scarborough wollten wir ja eigentlich, aber wie es sich gezeigt hat war es gut, die Pläne zu ändern. Wegen eines Scooter Rennens soll da wohl tagsüber die Hölle los gewesen sein. Manchmal doch gut wenn man flexibel ist beim Reisen.

Den Tag haben wir mit Spaziergängen am Strand, fotografieren und Tagebuch schreiben verbracht.

Die Engländer hingegen haben sich schon im Bikini gesonnt und waren baden, dabei hat das Wasser selbst im Hochsommer nur so 13 Grad und jetzt ca. 8 Grad ! Voll verrückt! Wir hatten noch lange Hosen an und teilweise ne Jacke, weil der Wind noch echt frisch war.

So um 16 Uhr haben wir dann angefangen abzubauen und uns auf den Weg zum neuen Stellplatz zu machen. Die einspurige Strandzufahrt hat uns und den Floh da nochmal mächtig durchgeschüttelt. Heftig was uns dann an Verkehr aus Richtung Scarborough entgegen kam. Auf den engen Straßen nicht wirklich ein Vergnügen, aber Stephan hat das super gemacht!

Der Stellplatz ist dann eine Sackgasse über einer Steilküste mit Blick aufs Meer. Um unseren Dicken vernünftig zu parken, musste erst ein „normales“ Wohnmobil wegfahren, aber solange haben wir mit dem Besitzer einen Plausch gehalten.

Da waren wir nicht lange alleine und wir mussten noch zwei anderen Herren ausführlich von unserem Projekt erzählen, während wir den Grill angeworfen haben und es wurde noch ein Bekannter angerufen, der kurz darauf mit seinem Motorrad vorbeikommen ist, um sich auch den Floh anzusehen und uns seinen ausgebauten Camper zu zeigen, mit dem er schon durch die Welt gefahren ist.  Wirklich sehr schön wie begeistert die drei waren.

Nach dem Essen wollten wir uns noch ein wenig die Beine vertreten und sind noch eine Stunde oben an der Steilküste lang gelaufen.

Erst dachte ich, dass ich nicht gut schlafen könne, weil man die nahe gelegene Schnellstrasse doch ziemlich hört, aber dann sorgen die insgesamt gelaufenen 13 km doch für einen erholsamen Schlaf.

5. Tag – 22.04.19 Ostermontag.: Die erste Wanderung

So, nachdem es gestern morgen nur Müsli zum Frühstück gab ist heute die Zeit für ein richtiges Osterfrühstück mit Eiern und Brötchen. Stephan zieht die Aussenküche hervor und nachdem der Kaffee in unseren neuen Emsa Thermobechern* warm gehalten wird, stellen wir den kleinen Backofen nach draußen und backen Brötchen auf.

Danach kochen wir noch Eier und die Leistung unserer Batterien liegt bei 83%. Nicht schlecht, aber die Sonne lacht auch schon wieder vom Himmel!

Zum Abschied bekommen wir von einem der netten Engländer noch sein National Trust Buch geschenkt. In dem sind ein Großteil der Sehenswürdigkeiten des Landes aufgeführt und erklärt. Sehr cool!

Ziel ist nämlich Barnard Castle mit dem gleichnamigen Schloss. Auf dem Weg dorthin bezweifeln wir jedoch, dass der Besuch am Ostermontag, der auch hier ein Feiertag ist, eine gute Idee ist. Ganz England scheint auf den Beinen zu sein.

Ich war immer davon ausgegangen, dass wir in Newcastle ankommen. Wahrscheinlich weil das der Fall war, als wir nach Schottland gefahren sind, 2009. Deshalb hatte ich mir die Küstenregion über Newcastle angesehen, die sehr schön sein soll, aber jetzt auch relativ weit weg ist. Zumindest so weit weg wie der Lake District. Deshalb haben wir beschlossen schon mal in die Richtung desselben zu fahren. Vom Stellplatz nahe Filey über Whitby durch die North York Moors an Barnard Castle vorbei nach Forest in Teesdale. Hier soll man eine schöne Rundwanderung zu zwei Wasserfällen machen können.

Da wir bei den engen, runde Straßen max. 60 km/h fahren können, ist es dann doch schon 13.30h bis wir da sind. Damit für 12 km Rundwanderung auch schon etwas spät, so dass wir beschließen, die Wanderung andersherum zu machen und nur bis zum High Force, dem höheren der beiden Fälle, zu gehen.

Eine weise Entscheidung! Der Parkplatz wird gleich unser Stellplatz für die Nacht.

Auch die Wanderung ist sehr schön, bis wir zum Wasserfall kommen. Hier ist auch die Hölle los! So machen wir, dass wir hier wieder weg kommen und genießen die Ruhe auf unserem Stellplatz. Auf den Picknicktischen können wir gemütlich essen und brauchen Tisch und Stühle nicht raus räumen.

Das ist Urlaub! Den Weber raus, Würstchen drauf, ein Salat dazu, perfekt.

Wir haben super gut geschlafen, viel besser als auf dem letzten Platz.

6. Tag – 23.04.19 : Ullswater im Lake District

Noch waren wir ja in „The Pennines“ noch nicht im Lake District, da soll es heute hin gehen.

Auf dem Weg wollen wir noch kurz an einem weiteren Wasserfall halten, dem Ashgill Force. Ich hatte auf Instagram ein Foto gesehen, welches von hinter dem Wasserfall aufgenommen wurde. Wir haben den Ort auch gefunden, aber es ist war trotz zweimaligem durchfahren des Ortes kein Platz,  den Floh zu parken.

Ich wäre weiter gefahren, aber Stephan nicht. Also nochmal durch und plötzlich sah es so aus, als könnten wir fast komplett neben der Straße stehen. Sehr cool! Der Wasserfall hatte dann zwar ziemlich wenig Wasser aber man konnte doch noch DAS Foto hinter dem Wasserfall machen.

Nun ging es weiter nach Ullswater. Der See ist 15 km lang, seit 2016 einmal komplett zu umwandern. Klingt gut, klingt wenig anstrengend.

Vorher heißt es aber noch Vorräte aufstocken. Wir haben ja extra so viel mitgenommen, dass wir über die Ostertage kommen, aber jetzt sind Grillfleisch, Brot, Gemüse und Milch aufgebraucht.

In Penrith stoppen wir beim Sainsbury und stocken unsere Vorräte auf. Auch das ist kein leichtes Unterfangen mit dem Lkw. Man findet doch relativ schwer einen Parkplatz…

Wir kaufen auch gleich noch eine O2 Prepaid Sim Card mit 12 Gigabyte für 40£. Wir haben nämlich beide schon unser Datenvolumen für April aufgebraucht und leider auch das der Karte im Netgear*.

Ach ja, an einer Tankstelle können wir noch kostenlos unseren 20 Liter Wasser-Kanister auffüllen. Dabei fällt uns auf, dass hier Diesel sogar teurer ist als Benzin. Hoffen wir, dass das bei uns in Deutschland erst mal noch nicht kommt…

In Ullswater wollten wir direkt auf dem Parkplatz im kleinen Örtchen Glenridding parken, finden aber vorher einen schönen großzügigen National Trust Parkplatz direkt am See. Hier ist das Parken zwar auch kostenpflichtig, aber man steht eben direkt am See. Die eigentlich geplante Tour 59 aus dem Rother machen wir dann doch nicht mehr und gehen nur zu Fuß in den Ort und checken mal die Gegend.

So wissen wir dann, dass wir morgen die 13 km Wanderung machen und das Boot um 9.45 Uhr nehmen.

Zurück am Auto setzen wir uns erstmal an den See. Wir wollen hier eigentlich über Nacht bleiben, sind uns aber nicht ganz sicher, ob das geduldet wird…..

So mögen wir nicht Grillen und haben nur Brote gegessen. Und dabei zwei junge Typen beobachten, die sich um 20 Uhr eingefunden haben, um im Neopren im See schwimmen zu gehen! Verrückt! Sie meinten aber selbst beim Rauskommen, dass es dafür eigentlich noch zu kalt ist.

Die Nacht verlief dann ruhig, es hat uns niemand vertrieben und wir sind auch nicht der einzige Van geblieben, der hier dir Nacht verbracht hat…:-)

7. Tag – 24.04.19 : Wanderung am Ullwater

Ich mache das Fenster am Fussende unseres Bettes auf, um zu sehen wie das Wetter wird und werde von einem tollen Sonnenaufgang überrascht! Wirklich sehr schön, so stellen wir uns später das Leben im Lkw vor. Jede Menge Sonnenauf- und untergänge, die man gemeinsam erlebt.

Nach dem Kaffee aus unseren neuen Thermobechern, die übrigens wirklich echt cool sind, schmieren wir uns Brote für die Wanderung und machen uns auf den Weg nach Glenridding.

Auf das frühe Boot gibt es 10% Rabatt, die wir gleich wieder in Kaffee investieren.

Auf dem See ist es doch noch erstaunlich kalt, aber das ändert sich schnell auf der Wanderung. Wenn die Sonne raus kommt kann man wirklich im T-Shirt gehen. Kommt allerdings eine Wolke und der Wind frischt auf ist es gleich 10 Grad kälter.

Die Wanderung hat es übrigens in sich. Man denkt an eine leichte Wanderung am Seeufer entlang, aber Abends sagt mein Handy wir sind insgesamt 15,9 km gelaufen und 90 Stockwerke, sprich 400 Höhenmeter. Das merken wir untrainierten Norddeutschen doch recht ordentlich.

Im Minimarkt am Ort holen wir erstmal etwas Geld. Sicher kann man alles mit Karte bezahlen, aber bei einem Kaffee oder einem Eis kommt man sich da schon blöd vor. Und jetzt wo wir Geld haben, müssen wir auch gleich ein Eis kaufen. Und Chips!

Im Urlaub naschen und knabbern wir all diese Dinge immer ungehemmt. In Island hat das in 17 Tagen knapp 4 Kilo auf der Waage gebracht…

Die Chips passen super zu Gin Tonic und werden am Floh angekommen gleich am Seeufer verspeist. Heute sitzen wir auch nicht mehr auf den Steinen, sondern auf unseren (teuren) Fusshockern*, die wir bisher noch nie benutzt haben. Super Sache! Total leicht und echt bequem.

Heute trauen wir uns auch zumindest hinterm Auto zu Grillen. Die Kartoffeln koche ich dann aber doch drinnen, wo wir dann auch essen.

Heute Nacht stehen wir alleine auf dem Parkplatz. Es kommen immer mal wieder Busse und Womos, aber die fahren alle wieder weg. Selbst die, die uns gefragt haben, ob wir hier ohne Probleme oder ein Ticket bekommen zu haben, standen, scheinen uns nicht zu glauben und fahren wieder weg. Auch schön, so haben wir den Platz für uns

8. Tag – 25.04.19 : Steinkreis und ein Unfalls

Auch heute morgen war der Sonnenaufgang wunderschön und der See ganz still. Heute morgen wollen wir einen kleinen Spaziergang zum Aira Force machen, der ca. 2 km von unserem Stellplatz entfernt liegt. Man könnte da hin fahren, er liegt sogar in die Richtung, in die wir fahren wollen, aber warum sollte man. Die Sonne scheint und so wandern wir über Schaf- und Kuhwiesen zum Wasserfall. Da es noch früh am Morgen ist, ist ausser und noch niemand da.

Sowohl der Weg dorthin wie auch der Wasserfall selbst sind wirklich bezaubernd. Nach so viel Bewegung haben wir dann aber doch Hunger und frühstücken erstmal in Ruhe.

So eine Morgenrunde hat doch was. Heute soll es nur ein paar Kilometer weiter gehen, an den Derwent Water und hier auf einen Campingplatz. Wir haben ja noch kein fließendes Wasser und ja, man kann sich auch mit Schüssel und Waschlappen waschen, aber heute ist uns nach duschen.

Wir bekommen 10 % Rabatt, weil wir mit unserer Höhe nicht auf so viele Plätze passen, trotzdem ist der Platz mit 33,59€ glaube ich der teuerste Campingplatz bisher. Ich weiß nicht genau, ob Hermanus in Südafrika noch teurer war…

Die Dusche haben wir auf jeden Fall genossen!

Vorher wurde aber wieder etwas gewandert. Aber nur so 2,5 km zu den Castlerigg Stone Circle. Ein Mini Stonehenge. Der Weg führt natürlich wieder über Schafwiesen und an Steinmäuerchen vorbei. Sehr schön und nicht zu anstrengend.

Ach ja, auf dem kurzen Weg zum Campingplatz hatten wir noch einen Unfall oder Zusammenstoß, wie soll man sagen. Eigentlich schon ein Unfall. Die Straße war eng und wir haben nicht auf unsere Spur gepasst, da am linken Fahrbahnrand noch Bäume in den Weg ragten. Von vorne kam ein Landrover mit Hänger, an dem auf unserer Seite noch Ersatzräder hingen. Ich habe schon zu Stephan gesagt “halte an, das passt nicht!” und wir standen auch schon fast. Der Landrover war aber der Meinung das würde passen und ist weiter gefahren. Es hat gerumst und ich bin ausgestiegen und habe gesehen, dass die Abdeckung der Radmuttern am Vorderrad verbogen ist. Sonst sah alles gut aus. Der Landrover war nicht mehr zu sehen. Wir wurden von den hinter uns fahrenden Autos gebeten, vor zu fahren, um die Straße frei zu machen, damit sie vorbei können. Der Schaden sei ja nur “superficial”, also oberflächlich.

Ganz so oberflächlich nicht, auf dem nächsten Parkplatz an der Schnellstraße konnten wir feststellen, dass die Spur so 2 cm verstellt ist. Nach Telefonat mit Olli sollen wir uns keinen Kopf machen und das mit den neuen Reifen richten lassen.

Heute schmeiße ich den Ofen an und werde (hoffentlich) eine Lachs Quiche machen. Nicht das das ohne Campingplatz nicht ginge. Wir haben uns nicht mal am Strom angeschlossen, nein es regnet einfach immer mal wieder am Nachmittag.

Deshalb haben wir früh mit Essen und Trinken angefangen 🙂 Das Ergebnis sieht man vielleicht noch in einem separaten Video….

9. Tag – 26.04.19 : Narrow country lanes

Der kleine Lidl Ofen begeistert. Hätte nie gedacht, dass da wirklich die Quiche rein passt! Hat sie aber und ist gut geworden. Brötchen haben wir ja auch schon mal aufgebacken und heute morgen Croissants und Toast. Schon sehr geil, das ist glamping !

Nach dem fetten Frühstück haben wir erstmal eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt über Derwent Water und Bassenthwaite Lake gemacht. Natürlich ging es nur Berg hoch, aber es hat sich gelohnt. Und war auch genau die richtige Zeit, denn wir sind fast trocken wieder vom Berg runter gekommen.

Wir wollen zum nächsten Lake im Lake District. Das sind eigentlich nur so 16 km, da wir aber eine Abzweigung verpassen, weil ich auch auf die engen Straßen anstatt aufs Navi gucke, wird da ungefähr die doppelte Strecke draus….

So sind wir über richtig enge Straßen nach Crummock Water gefahren. Wir wurden sogar von einem Engländer angehalten, der uns fragte, ob wir wirklich weiter auf den “narrow country lanes” fahren wollen? Wollen nicht unbedingt, aber gibt keinen anderen Weg…. Leider war das Wetter dann bei Ankunft echt mies. Wir hatten aber einen super Platz auf einem Wanderer Parkplatz ganz für uns. Regen und Sturm waren aber echt heftig, so dass wir den Nachmittag im Floh mit Lesen und Essen verbracht haben.

10. Tag – 27.04.19 :  Der Westen, der wie früher Osten aussieht

Unser stürmischer, nasser Campspot der letzten Nacht. Wegendes Sturmes und des Regens mussten wir mit Ohrstöpseln schlafen…aber trotzdem war es sehr schön.

Der Sturm letzte Nacht hat den Floh ganz schön durchrüttelt. Uns taten die kleinen Lämmer ganz schön leid, die draußen ausharren mussten….heute Vormittag war es dann aber wieder trocken genug für eine Wanderung 🙂

Ein paar Kilometer weiter als unser Schlafplatz befindet sich der Ort Buttermere. Bestehend aus einem Hotel, einem Pub und einer Farm.

Wir sind spontan um den Lake Buttermere gewandert. Eine schöne ,entspannte Wanderung, auf der wir aber doch ab und an nass geworden sind. Auf der Wanderung ist auch das Ginster Video entstanden 🙂

Man hätte auch bergan zu einem Wasserfall wandern können, aber das haben wir uns geschenkt. Auch so konnte man zwei große Wasserfälle vom Weg aus sehen.

Kurz vor dem Ort haben wir dann auf einer Farm erstmal gefrühstückt. Zwei Pott Kaffee, Kaffeetorte und Chocolate Tart! Sehr yummie! Und wieder genau zum richtigen Zeitpunkt, denn kaum waren wir drinnen, fing es richtig an zu schütten. Zum Auto sind wir aber wieder trockenen Fußes gekommen.

Im Lake District sollte es heute Nachmittag überall regnen, so sind wir an die Küste nach Whitehaven gefahren. Mit dem Auto 32 km, mit dem Lkw 89 km, für die wir dennoch fast 2 Stunden gebraucht haben…

In Whitehaven war es zwar sonnig, aber sehr stürmisch. Die Wellen haben ordentlich gegen die Kaimauern geschlagen und wir mussten den Floh nochmal umparken, weil es einfach zu heftig gewackelt hat. Auch so war es noch sehr unruhig auf unserem Stellplatz direkt am Hafen.

Gefühlt haben sich alle Jugendlichen des Ortes hier abends mit ihren Autos getroffen und bis 3 Uhr mega laut Musik gehört, also haben wir wieder mit Ohrstöpseln geschlafen…

Den Nachmittag sind wir noch etwas durch den Ort spaziert und haben eingekauft und waren seit Jahren mal wieder bei Subway. Ich finde der Ort sieht sehr runter gekommen aus, Stephan meint ich stelle mich an..

Heute sind in unserer Laufstatistik immerhin 13 Kilometer und 29 Stockwerke zusammen gekommen.

11. Tag – 28.04.19 :  Jurten und Tipis

Ein Tag in der Stadt ist genug, und wir wollen wieder an einen See und ich gerne auf einen Campingplatz. Allerdings soll der einfach sein und klein sein und schön liegen. Ich werde beim National Trust fündig. Die haben einen schönen Platz am Coniston Lake, den Hoathwaite Campingplatz. 14 £ die Nacht für einen Camper mit 2 Personen, ohne Strom aber mit Duschen und Toiletten.

Super, da fahren wir hin. Laut Google Maps 62 km, wenn wir nach unserem Lkw Navi fahren sind es allerdings wieder ein paar Kilometer mehr. Einige Strecken sind für uns halt nicht möglich zu fahren.

So sind wir gegen 12 Uhr da und gleich begeistert. Der Platz besteht aus einigen grünen Hügeln mit Blick auf den See.  Man sucht sich einfach seinen Platz und morgens kommt der Ranger vorbei zum Kassieren. Wir stellen uns so, dass wir auf die 2 Tipis und 3 Jurten gucken können. So stehen wir halb in Nordamerika und halb in der Mongolei 🙂

Den Nachmittag verbringen wir mit in der Sonne sitzen, Grillen und einmal runter an den See gehen. Ganz entspannt, das muss ja im Urlaub auch mal sein.

Die sanitären Anlagen hier sind einfach, aber erfüllen ihren Zweck. Die Toiletten befinden sich in einem Container und Duschen und Becken für den Abwasch dahinter in einem offenen Unterstand für Kühe. Deren Auslauf grenzt direkt an diesen Unterstand und man kann ihnen während des Abwaschens beim Fressen zusehen.

Die Duschen sind damit quasi draußen, aber sehr groß mit großem Vorraum zum Umziehen. Was das angeht sind das sogar die schönsten Duschen bisher.

Ein älterer Engländer ist mit seinem Campingbus hier und kommt noch zum Klönen und Gucken rüber. Er bringt etwas später noch ein Buch rüber Build your own overland camper*. Sieht verdächtig nach „Wohnmobil selbst gebaut aus“ – wer hat hier von wem abgeschrieben? 😉

12. Tag – 29.04.19 :  Geburtstagsentspannung

Stephans Geburtstag und die Sonne lacht! Einen Teil seiner Geschenke hat er schon am zweiten Abend bekommen, weil er sie für den Urlaub gebrauchen kann. Einen Thermosbechern und Duschgel von Greendoor (findet man auch in unserem Shop). Die Woll-Hausschuhe von Gieswein gibt es erst heute.

Wir backen Brötchen im Backofen und Frühstücken entspannt draußen. Der Ranger kommt vorbei und kassiert die 28£. Er hat einen umgebauten Bus, in dem er seit 3 Jahren lebt.

Späten Vormittag beschließen wir, in den 3 km entfernen Ort Coniston zu wandern, immer schön am Seeufer lang. Unten am See kaufen wir gleich ein Eis, an der Tankstelle kaufen wir Proviant für den Weg hoch zu den Kupfermienen und zu einem kleinen See. Der Weg ist dann aber so steil, dass Stephans Knie streikt. Mit nem gerissenen Meniskus ist das nicht zu schaffen.

Essen wir unser Brot eben gleich und bummeln noch etwas durch den Ort. Ein Pub und Restaurant neben dem nächsten, dazwischen Läden mit Outdoor Kleidung, Andenken und sogar ein kleiner Coop und ein Bäcker. Hier nehmen wir frisches Brot für morgen früh mit.

Für Abends stand eigentlich essen im Pub in Tover auf dem Programm, aber da das Wetter hält Grillen wir doch wieder. Dadurch sitzen wir sogar mal bis nach 20 Uhr draußen.

13. Tag – 30.04.19 :  Chillen und Grillen

Frühnebel über dem See und taunasses Gras erwarten uns um 6.30h, aber es sieht wieder nach einem sonnigen Tag aus. Wir beschließen einfach noch einen Tag hier zu bleiben.

Wir sind seit dem Aufstehen draußen, das ist für mich die Definition von Urlaub. Draußen sein, nicht 8 Stunden im Büro auf einem Stuhl sitzen müssen. Da muss dann gar nichts Aufregendes passieren. Wir genießen das Wetter, ich schreibe das Tagebuch der letzten Tage und wir lassen den Tag einfach auf uns zu kommen.

Wenn man so den Schafen und Kühen beim Grasen zusieht, bekommt man irgendwie Appetit, so dass wir noch vor 12 Uhr ein kleines Müsli frühstücken, bzw. lunchen. Übrigens super praktisches Essen für unterwegs.

Den Rest des Tages machen wir eigentlich auch nicht viel. Gucken, wie die zwei Single Männer aus ihren Zelten jeweils in unterschiedliche Richtungen aufbrechen, einer zu Fuß, einer mit dem Rad, schauen den Wanderern und Radfahrern nach, die auf dem Weg zum See über unseren Platz müssen und genießen selbst die Aussicht auf denselben. Ich lese endlich mein Buch „Vater des Regens“ zu Ende, das ich nicht wirklich gerne gelesen habe, weil es irgendwie so beklemmend ist.

Und dann ist auch schon wieder Zeit zu Grillen: -) was für ein Glück! Es gibt Datteln im Speckmantel und Schweineschnitzel, dazu Nudeln mit Tomatensoße und Avocado, Zucchini, Paprika Salat- alles grün!

Wir sitzen noch eine ganze Weile draußen, aber man merkt auch an einem so schönen Tag wie heute an den abendlichen Temperaturen  das erst April ist.

Auch wenn wir heute nichts Besonderes gemacht haben fallen uns doch um 22 Uhr schon wieder die Augen zu. Zu viel frische Luft:-)

14. Tag – 01.05.19 :  Eingeklappte Außenspiegel und Pub Food

Heute müssen wir aber mal weiter. Nach dem ganzen Essen und Trinken und Sitzen gestern ist uns beiden irgendwie nicht nach Frühstück und der Kaffee tut es heute. Da wir wie immer früh dran sind und nicht frühstücken reicht es auch nicht das ich noch dusche, um den Ranger anzutreffen, um für die 3. Nacht zu bezahlen. Das tut uns leid, aber wir wollen los…

Als Zwischenziel habe ich das Ribblehead-Viadukt eingeben. Ein 150 m langes Bauwerk, das als Eisenbahnbrücke ein Tal der Yorkshire Dales überspannt. Schon beeindruckend! Das kommt auf dem Foto gar nicht so rüber. Nun ist es später Vormittag und die Frage wie weit wir noch an Hull ran fahren, von wo morgen Abend die Fähre geht. Ich habe für diesen Trip trotz Reiseführer und Wanderführer nicht viel geplant, aber hatte heute morgen den Abschnitt über die Yorkshire Dales noch mal quer gelesen und danach gibt es zwei Optionen. Wir fahren zur Fontenay Abbey, einem UNESCO Weltkulturerbe- und wir haben auf dem Trip noch keine zerfallene Abbey gesehen- oder wir fahren nach Malham, von wo aus man ein paar Wanderungen machen kann.

Stephan ist trotz gerissenem Meniskus, der vor allem beim Bergan laufen Probleme macht, fürs Wandern.

Also auf nach Malham. Unser Navigationsgerät bietet die Möglichkeit entweder eine Strecke für Lkw oder Wohnmobil zu wählen mit den vorher festgelegten Parametern wie Höhe, Breite, Achsen und Geschwindigkeit.

Für Wohnmobil und Lkw zeigt es dieselbe Strecke. Diese ist eng. “Hdf vehicle” sollten die Strecke nicht fahren es sei denn sie sind Anlieger (except for access). Und Durchfahrt verboten für 7’6” vehicle. Aber Uschi kennt ja unsere Masse, was soll passieren?

Also besonders breit war die Straße auf der ganzen Strecke nicht, aber besonders schlimm war es dann in Settle. Hier führt die Strecke zwischen zwei Häusern durch und wir haben nur 3cm rechts und links Platz zum Mauerwerk- trotz eingeklappter Aussenspiegel.

Wir haben es geschafft, aber es bleibt das beklemmende Gefühl, dass man nicht weiß was noch kommt…

Es wird ganz zum Ende in Malham auf dem Weg zum Campingplatz nochmal schlimm. 16% Gefälle auf einer kurvigen Straße fühlen sich in 2m Höhe sitzend nicht gut an und ich bin ausgestiegen.

Den Platz haben wir tatsächlich bei patk4night gefunden. Ein privater Campingplatz am Ende des Tales kurz vor Gordale Scar für 4 £ die Nacht. Dafür parkt man eigentlich auch nur. Das Wasser, das zur Verfügung steht ist kein Trinkwasser und die Damentoillette ist derzeit defekt. Aber der Platz ist sehr schön. Schafe laufen umher und ein Bach führt einmal über den Platz-wie auch der Wanderweg zum Gordale Scar. Da gehen wir nach kurzer Pause auch hin:

Dann geht es weiter zur Malham Cove. Eigentlich nicht weit, aber wieder bergan. Nur bergan. Malham Cove ist eine natürliche Kalksteinformation, die aus einer zerklüfteten Kalksteinoberfläche besteht. Wir kommen oben auf dem 300m breiten Plateau an, das 80m senkrecht in Form eines Amphitheaters in das unterhalb gelegene Tal abfällt. Schon beeindruckend.

Mittlerweile ist das Wetter auch richtig schön und wir setzten uns im Pub in Malham sogar nach draußen. Aber nur für die ersten Schluck Bier und dann gehen wir doch rein. Hier ist sogar der Kamin an. Es gibt richtig leckeres Pub Food. Für mich einen Rindfleich Pie mit Biersoße, Erbsen- und Kartoffelpürree, für Stephan Burger, vorab selbst gebackenes Brot mit Olivenöl und für jeden 2 Pints Bier für 55 €. Das ist ein sehr fairer Preis. Und wir sind total genudelt und froh, dass es noch ein paar Schritte sind bis zum Floh. Die führen uns vorbei am Janets Foss. Ein hübscher kleiner Wasserfall in einem Wäldchen mit Hängen voll Bärlauch.

15. Tag – 02.05.19 :  Mir juckt das Fell

Nach dem echt guten und reichhaltigen Pub-Food haben wir beide wieder wie tot geschlafen und wurden erst geweckt als es draußen rumpelte. Klang als würde jemand die Treppe hoch kommen…

Ich habe aus dem Fenster geguckt und nichts gesehen. Kurz danach hat es wieder gerumpelt. Wir hatten schon unseren einzigen Nachbarn mit seinen 3 Hunden in Verdacht. Ich also noch mal aus dem Fenster geguckt und sehe nur noch ein Schafhinterteil unter unserer hinteren Staubox raus gucken. Der Rest des Tieres steckte unter unserem Auto und es hat sich mit aller Kraft gegen die Staubox gestemmt, an deren Kante es sich den Rücken geschrubbt hat. Wir konnten nicht mehr vor Lachen!

Beim Kaffee Kochen draußen haben wir dann gesehen, dass sich auch ordentlich am Unterfahrschutz gerubbelt wurde. Da hingen jede Menge Haare dran. Und ach an den Nebelscheinwerfern wurde gescheuert. Gut, dass wir einen LKW haben !

Heute heißt es Abschied nehmen von dieser schönen Insel. Nach einem entspannten, langen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Hull. Unterwegs stoppen wir nur für einen Kaffee und einen Muffin und sind damit schon  um 16 Uhr in unsere Kabine Nummer 10149. Gar keine blöden Entscheidung, denn im Gegensatz zum Hinweg scheint die Fähre dieses Mal voll zu werden und bis kurz vor Abfahrt stehen draußen LKW in der Schlange und warten auf die Abfertigung.

16. Tag – 03.05.19 :  Wieder ein Stopp im Stadtpark

Wir stehen mal wieder im Groninger Stadtpark. Weil die Wiese so nass und weich ist müssen wir dieses Mal an der Zufahrt stehen bleiben. Das ist nicht schlimm, es ist eh nicht viel los, es regnet immer mal wieder und das Wetter lädt nicht zum draußen Sitzen ein, also passt das für eine Nacht. Morgen geht es dann wieder Richtung Hamburg und Richtung Heimat.