Welchen Feuerlöscher im Wohnmobil?

Susanne April 2019

Das ist Euch sicher auch schon passiert: Ihr befasst Euch mit einem für Euch neuen Thema, wie zum Beispiel einem neuen Auto und sobald Ihr Euch für eine Marke entscheiden habt, sehr Ihr auf den Straßen nur noch Fahrzeuge dieser Marke.

So ging es mir gerade mit Feuerlöschern. Stephan meinte vor dem nächsten Urlaub sollen wir noch einen Feuerlöscher für den Floh kaufen. Da ich mich mit dem Thema noch nie befasst habe, fange ich natürlich an im Netz zu gucken, was es so gibt und was wir wohl kaufen sollen.

Am nächsten Tag gehe ich in der Firma wie jeden Morgen die Treppe hoch in den 4 Stock, zu meinem Büro. In jedem Stockwerk kann ich aus dem Treppenhaus durch eine Glastür den ganzen Flur runter gucken, von dem die Büros der Kollegen abgehen. Und was sehe ich? Auf jedem Stockwerk hängen zwei Feuerlöscher. Auch auf unserem. Einer davon neben der Stempeluhr. Die habe ich alle bis zum heutigen Tag noch nicht bewusst wahrgenommen. Gut, dass es noch nicht gebrannt hat…..

Also, welche Möglichkeiten sehen wir und was sind unserer Meinung nach die Vor-und Nachteile:

Pulverfeuerlöscher – der Allrounder
Vorteile:
– Vielseitig, geeignet für Brandklassen A, B, C (feste Materialien, u.a. Materialien, die unter Hitze flüssig werden, aber auch Benzin, Lack etc. und brennbare gasförmige
Substanzen wie Propan etc.)
– die günstigste Variante unter den Feuerlöschern

Nachteile:
–           starke Verschmutzung durch die Pulverrückstände, die schlimmer sein können als der
–           nicht geeignet für Fettbrände in der Küche (Klasse F)
–           im Abstand von 2 Jahren muss der Feuerlöscher eigentlich geprüft und gewartet werden
–           mit einem 2 kg Pulverlöscher kann ich nur ca. 6-12 sec löschen

Schaumfeuerlöscher – der Saubere
Vorteile:
–           sauberer als der Pulverfeuerlöscher. Er erstickt den Brand durch die Schaumschicht, deren Rückstände nahezu rückstandlos entfernt werden können

Nachteile:
–           etwas teurer als der Pulverfeuerlöscher
–           Nur für die Brandklassen A und B ausgelegt, bei denen es sich um brennbare, feste und flüssige Stoffe handelt
–           nicht geeignet für Fettbrände in der Küche (Klasse F)
–           im Abstand von 2 Jahren muss der Feuerlöscher eigentlich geprüft und gewartet werden
–           mit einem 2 l Schaumlöscher kann ich nur ca. 10-15 sec löschen

CO² Feuerlöscher (Kohlendioxid-Feuerlöscher) – für sensible Anwendungsgebiete
Vorteile:
–           der sauberste Löscher
–           Das gasförmige Kohlendioxid ist elektrisch nicht leitfähig und kann aus diesem Grund auch bei empfindlichen technischen Geräten, wie zum Beispiel unseren Batterien im Wohnmobil
eingesetzt werden

Nachteile:
–           teurer als der Pulver- und Schaumfeuerlöscher
–           Nur für die Brandklassen B ausgelegt (alle flüssigen Stoffe sowie brennbare Materialien, die unter Einwirkung von Hitze flüssig werden)
–           nicht geeignet für Fettbrände in der Küche (Klasse F)
–           mit einem 2 kg CO² Löscher kann ich nur ca. 5-10 sec löschen

Fettbrandlöscher – der Haushaltslöscher
Vorteile:
–           löscht in der Regel neben Fettbränden (Brandklasse F) auch die Brandklassen AB

Nachteile:
–           teurer als der Pulver- und Schaumfeuerlöscher

Welchen Feuerlöscher haben wir jetzt im Wohnmobil?

 Wir möchten derzeit keinen 6kg Löscher mitschleppen, uns ist aber die Löschdauer eines 2l
Schaumlöschers mit 10-12 Sekunden zu gering. Darum haben wir uns aufgrund der einfacheren Handhabung für ein Feuerlöschspray entschieden und hier für einen Fettbrandlöscher, der auch die Brandklassen AB löscht. Die Löschdauer soll hier 35 Sekunden betragen:

Fettbrandlöscher bei Amazon:  https://amzn.to/2uWZl8B


Darüber hinaus haben wir noch einen 2kg CO² Feuerlöscher (Kohlendioxid-Feuerlöscher) gekauft,um gegebenenfalls unsere Elektrik im Wohnmobil löschen zu können:

Feuerlöscher (Kohlendioxid-Feuerlöscher bei Amazon:    https://amzn.to/2uYc7Ub


Wir hoffen, dass wir nie berichten können, ob die Wahl dir richtige war….

Teilt uns aber gerne mit was Ihr noch so in Bezug auf Brandschutz in Euren Wohnmobilen verbaut habt.

 

7 Antworten auf „Welchen Feuerlöscher im Wohnmobil?“

  1. Moin,
    eine Löschdecke wäre vielleicht noch zu empfehlen! Sie ist z.B. bei Fettbränden (Pfanne oder Grill) zu verwenden, es lassen sich auch brennende Personen damit ablöschen. Das Ding ist klein, wiegt nicht viel und hält (fast) ewig.
    Ich wünsche Euch allezeit gute, unfall- und brandfreie Fahrt!!!

  2. Hallo,
    ich würde von dem Feuerlöschspray eine zweite Büchse bestellen und
    die dann mal testen. 35 Sekunden klingt lang, aber wenn kaum Spray
    rauskommt hilft das nicht viel… die Spraydose ist eventuell in Ordnung
    für Entstehungsbrände, also wenn ihr schnell genug seid, aber nach
    kurzer Zeit reicht sie nicht mehr aus.

    also, noch eine Dose bestellen, Feuerchen machen und das dann mal versuchen
    auszupusten 🙂 – ich bin mir sicher ihr kauft euch dann einen Schaumlöscher
    zusätzlich. Bitte darauf achten dass es einer mit frostfester Füllung ist, mit
    einem Eisklotz könnt ihr nicht wirklich was anfangen im Ernstfall (ja, der
    ist dann NOCHMAL teurer 🙂 )
    aber im Ernst, ihr gebt im Lauf der Zeit (geschätzt) 75.000+ EUR aus für
    euer Traummobil, und dann spart ihr am Feuerlöscher? ….
    Weiterhin viel Freude und Erfolg!! 🙂
    Robert

    1. Moin Robert,
      so ein Schaumlöscher macht halt eine ziemliche Schweinerei und ist auch noch ein ziemliches dickes Ding….Aber keine blöde Idee, die Dose mal zu testen. Machen wir sicher, vielleicht mal auf der Terrasse 🙂
      Beste Grüße, Susi

  3. Moin Susi,
    zuerst mal meinen Glückwunsch zu Eurem Projekt und zu Eurer gelungenen Homepage! Top!
    Nun zum Thema Feuerlöscher im Expeditionsfahrzeug:
    Die Löschdose ist leider grob unzureichend. Die geringe Löschmittelmenge und die geringe Wurfweite sind in meinen Augen k.o. Kriterien. Ich bin selber nicht nur freiwilliger Feuerwehrmann, sondern auch Brandschutzingenieur und habe mir daher eine Menge Gedanken über den Brandschutz in unserem eigenen Fahrzeug “Expedos” gemacht. Da wir den Expedos für unser Feuerwehrhilfsprojekt nutzen, haben wir natürlich mehr Feuerlöschpower an Bord als der Normalnutzer.
    Ansatz für Euer Fahrzeug:
    Vorüberlegung: Wahrscheinlichste Brandrisiken:
    – Elektrobrand, z.B. wenn der Wechselrichter abraucht wie bei Ulrich und Edith Dolde im Sternchen oder wenn’s einen Kabelbrand im Armaturenbrett gibt.
    – Fettbrand in der Küche
    – Lokaler Treibstoffbrand, z.B. infolge Überhitzung der Standheizung
    – “Normaler” Wohnungsbrand im Innenraum, z.B. durch Überhitzung einer Lampe oder Ähnliches
    – Reifenbrand
    – Brand unter dem Fahrzeug durch Gras oder Äste, die sich bei Geländefahrt unter dem Fahrzeug in Pockets sammeln können
    – Anderes brennendes Fahrzeug, z.B. nach einem Unfall

    Lösung:
    Mehrere Löscher, um die Brandrisiken möglichst gut abzudecken und einen Verlust des unersetzlichen Fahrzeuges zu vermeiden. Denn mal ehrlich: Was bringt Euch Geld von einer Versicherung?! Ihr wollt Euren Floh nicht verlieren und müsst ihn daher ordentlich schützen.
    Mein Vorschlag:
    – CO2 Feuerlöscher 2 kg für Elektrobrände. Ist über die Elektrobrände hinaus nur sehr bedingt und nur für sehr kleine Treibstoffbrände (Standheizung!) geeignet, denn man benötigt eine löschwirksame Konzentration von über 30% CO2 in der Umgebungsluft an der Brandoberfläche. Das ist bei Bränden im Freien so gut wie unmöglich zu schaffen.
    – Das Löschspray für den Fettbrand in der Küche ist generell für eine kleine Wohnmobilküche ok. ABER es gibt da große Qualitätsunterschiede. Testergebnisse vergleichen, im Zweifelsfall lieber das teurere und gut getestete Produkt kaufen.
    – Eine zusätzliche Löschdecke ist aber absolut empfehlenswert.
    – UNBEDINGT einen großen (mindestens 6 Liter) Schaumlöscher (frostsicher!) mit an Bord nehmen. Ist teuer. Nimmt Platz weg. Ist nicht schön anzuschauen. Nervt. Und rettet im Ernstfall Euer Auto.
    – Wenn Ihr die Möglichkeit dafür habt, macht ein Gardena-Anschluss für einen kurzen Gartenschlauch gut erreichbar im Stauraum Sinn. Man muss natürlich schnell dran kommen können. Und die bordeigene Wasserpumpe muss genug Druck hergeben. Wir haben im Expedos ausschließlich Pumpen aus dem Yachtbereich von der Fa. Jabsco / Xylem verbaut (ParMax 4.0). Vor allem ein Reifenbrand und ein Brand unter dem Fahrzeug sind auch mit einem großen Feuerlöscher durch Laien kaum zu löschen. Zeigt einfach die Erfahrung.

    Extrem wichtig ist VORBEUGUNG:
    – Wie sieht’s an Bord mit Rauchmeldern aus? Wir bauen in den nächsten Wochen im Expedos mehrere Funkrauchmelder ein (Heckstauraum, Technikraum unter dem Bett, Wohnraum im Shelter, Führerhausdeckenbereich). Wenn ein Melder auslöst triggert er die anderen und man bekommt dann auch während der Fahrt mit, wenn hinten im Fahrzeug ein Brand entsteht.
    – Reifenbrände entstehen üblicherweise infolge von Reifenschäden durch Überhitzung aufgrund von Druckverlust. Wir haben im Expedos ein Reifendruckkontrollsystem von PressurePro nachgerüstet (zu beziehen über Fa. Rocworks). Kostet deutlich mehr Geld als Tyremoni, ist aber auch viel zuverlässiger. Und hat uns bereits vor einem teuren Reifenschaden bewahrt (schleichender Druckverlust durch nicht ausreichend angezogenes Ventil).
    – Brände unter dem Fahrzeug entstehen wie gesagt durch trockenes Geäst, Gras und Ähnliches. Bei Geländefahrt durch hohes Gras und Buschwerk regelmäßig anhalten, unter das Auto kriechen und mit einem Tüddeldraht (z.B. einem alten Kleiderbügel) das Geäst raus pulen. Wer zu faul dazu ist riskiert das Flammende Inferno. Wir haben auf unseren Geländewagentouren in Australien mehr als nur einen ausgebrannten Geländewagen auf den einsamen Outbacktracks gesehen. Und die Gefahr bei unserer Tour längs des Hay River gerade noch rechtzeitig bemerkt.

    Ich hoffe, meine Tipps helfen Euch weiter. Sorry wegen der offenen Worte zum Feuerlöscher, aber besser so als hinterher doof vor den rauchenden Trümmern Eures Flohs zu stehen.

    Liebe Grüße,

    Jürgen

    1. Moin Jürgen,
      danke für Deinen ausführlichen Kommentar und die ganzen Tips ! Dafür machen wir das hier 🙂 Den “dicken” Feuerlöscher haben uns ja schon mehrere Leute empfohlen und der wird sicher auch noch mit an Bord kommen, ebenso wie die Löschdecke. Müssen nur erstmal einen Platz dafür finden…Rauchmelder und Reifendruckkontrollsystem haben wir derzeit noch nicht, stehen aber auf der “Liste”. Das sind Dinge mit denen wir uns im nächsten Jahr mal befassen müssen, zusammen mit Dach- und Heckgepäckträger.
      Cooles Projekt habt Ihr da! Denke Ihr könnt damit viel bewegen. Zu Deiner Mail, unser Kompressor war im Fahrerhaus verbaut, also haben wir da leider keinen Kasten für gehabt.
      Beste Grüße und nochmal vielen Dank für Dein Feedback,
      Susi

  4. Danke, dass Sie erklärt haben, wie ein Schaumfeuerlöscher sauberer ist als ein Pulver Feuerlöscher. Ich würde mir gerne einen Feuerlöscher für mein Zuhause besorgen, aber ich möchte etwas, das keine Unordnung macht. Ich werde weiter recherchieren, ob ein Schaumfeuerlöscher das Richtige für mich ist.

    1. Moin,
      für zu Hause ist denke ich ein Schaumfeuerlöscher die richtige Wahl. So einen finden Sie auch in Firmen, öffentlichen Gebäuden etc. auf jedem Flur. Zu Hause haben wir auch einen Schaumfeuerlöscher. Sehen Sie dazu einfach auch die anderen Kommentare.
      Beste Grüße,
      Susanne SIewert

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